Löhndorfer Junggesellen feierten ihr 260-jähriges Bestehen
Alter Verein mit jungen Mitgliedern
Löhndorf. Man bezeichnet ihn gern als den „Methusalem“ unter den Junggesellenvereinen: Mit einem großen Bahnhof im Festzelt am Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ feierte der Junggesellenverein Sankt Georg in Löhndorf am Wochenende sein 260-jähriges Bestehen.
Etwas nervöse Erwartungshaltung lag dabei am Samstag über dem Festgelände, zu dem das Umfeld der „Alten Schule“ mit Zelt und vielen Verpflegungsständen umfunktioniert worden war. Denn einen 260. Geburtstag feiert man bekanntlich ja nicht alle Tage.
Die Löhndorfer Hagestolze sind der älteste Verein des Ortes und einer der ältesten Junggesellenvereine im Rheinland. Und dies mit fortlaufender Kontinuität. „Unser Verein wurde auch in den Wirren des 20. Jahrhunderts nie aufgelöst“, brachte es der heutige Junggesellenpräsident Christoph Münch in seiner Begrüßungsrede auf den Punkt. „Wir sind ein zentraler Bestandteil der gut funktionieren Dorfgemeinschaft“, spiegelte Münch auch das Selbstbewusstsein der Junggesellen wieder.
Die Geburtstagskinder hatten in Löhndorfs viel Arbeit in die Vorbereitungen des nicht alltäglichen Festes steckt. Der Festausschuss mit Sebastian Nelles, Christoph Münch, Jonas Thiem, Phillip Schmickler, Björn Schröder und Sven Krupp hatte perfekt geplant. Ergebnis: eine Festschrift, die sich absolut sehen lassen kann und eine überaus beeindruckende Ausstellung im Dachgeschoss der Alten Schule, die die Geschichte des Junggesellenvereins vielfältig aufzeichnet und vor allen Dingen am Sonntag beim „Offenen Rosendorf“ die Besucher lockte.
Die Laudatio auf die Geburtstagskinder hielt Landrat Jürgen Pföhler: „In der Vereinsdatenbank der Kreisverwaltung sind rund 90 Junggesellenvereine eingetragen. Das bedeutet rein statistisch, dass in fast jedem Ort des Kreises ein Junggesellenverein aktiv ist“, betonte der Landrat die große Verankerung des Jungenellenbrauchtums in der Region.
„Der Zug der Globalisierung lässt viele Menschen als Verlierer dastehen, damit ist das Junggesellentum heute ein unbezahlbarer Bestandteil funktionierender Gemeinschaften“, so Pföhler weiter. Als Geburtstaggeschenk hatte er einen Umschlag mit Barem und die Urkunde des Kreises dabei.
„Der Verein ist sehr vielfältig mit der gesamten Dorfgemeinschaft verflochten“, gratulierte Sinzigs Beigeordneter Gunter Windheuser.
Glückwünsche gab es auch von Löhndorfs Ortsvorsteher Friedhelm Münch. Der Mann ist übrigens Insider, war es doch in seiner Jugend selbst Präsident der Junggesellen. Mit seinem Geburtstagsgeschenk ging er tief in die Geschichte der Junggesellen hinein. Denn die ältesten Zeugnisse belegen, dass der Verein seit seiner Gründung in jedem Jahr eine Kerze für die Pfarrkirche stiftete. Just eine solche 14,5 Pfund schwere Kerze mit dem Wappen der Junggesellen schenkte Münch dem Geburtstagskind. „Mit 260 Jahren sind die Junggesellen der älteste Löhndorfer Verein, haben aber auch das niedrigste Durchschnittsalter aller Vereine“, wies er auf eine statistische Besonderheit hin.
Begonnen hatten die Feierlichkeiten mit einem Dankamt in St. Georg, das von Pastor Achim Thieser zelebriert wurde. Anschließend formierten sich die Junggesellen und die Delegationen der Gastvereine zum Festzug durch den Ort.
Nach dem offiziellen Teil wurde am Samstag dann auch noch richtig gefeiert. Für die Tanzmusik sorgte am Abend die Gruppe „Da Vinci“. Die große Feier war sozusagen Aufgalopp für die Veranstaltung „Offenes Rosendorf“, bei der die Jungsellen dann auch wieder vielfältig im Einsatz waren.
Im 260. Jahr seines Bestehens hat der Junggesellenverein in Löhndorf rund 50 Mitglieder. Im Jubiläumsjahr setzt sich der Vorstand des Vereins wie folgt zusammen: Christoph Münch (Präsident), Michael Kappl (1. Vorsitzender), Markus Feldhoff (1. Kassierer), Sven Krupp (2. Kassierer), Nicolas Koch (Schriftführer) und Christian Adams (Beisitzer). Das Offizierskorps besteht aus Hauptmann Philipp Schmickler, dem 1. Offizier Max Arzdorf, dem 2. Offizier Björn Schröder, dem 1. Fähnrich Jonas Thiem und dem 2. Fähnrich Niels Kerl.
Ortsvorsteher Friedhelm Münch gratulierte im Namen der Gemeinde mit einer über 14 Pfund schweren Kerze.
