Ferienfreizeit der AWO
Büdchen bauen und vor allem Spielen
Über 100 Pänz sorgen für Leben im Hennes-Schneider-Haus auf dem Harterscheid
Sinzig/Harterscheid. Wenn im Wald unmittelbar neben dem Königsfelder Sportplatz in Windeseile eine Büdchenstadt entsteht und über 100 Pänz für richtig Leben in und um die Bude sorgen, dann kann diese nur eines bedeuten: Im Hennes-Schneider-Haus der Arbeiterwohlfahrt ist Ferienfreizeit angesagt. Und den Spaß haben ja schon Generationen kleiner Sinziger mitgemacht. „Das ist schon eine besondere Situation. Denn die Eltern, die heute ihre Kinder vorbeibringen, haben ja meist selbst in ihren Kindertagen eine solche Ferienfreizeit mitgemacht“, so Wiltrud Post, Chefin der Sinziger AWO. „Spielen, spielen, spielen und nochmals spielen“: Dieses ist und bleibt seit einigen Jahren das Motto auf dem Harterscheid. 127 Pänz machten in der ersten Woche bei der Ferienfreizeit der Arbeiterwohlfahrt das Gelände rund um die AWO-Einrichtung im Wortsinne unsicher. Über 100 werden es in der zweiten Woche sein und auch in der dritten Ferienwoche dürften es nicht viel weniger werden. „Wir haben in diesem Jahr wieder rund 280 Anmeldungen,“ so Wiltrud Post von der AWO, die bei der Ferienfreizeit, stets mit Trillerpfeife bewaffnet das Kommando hat.
Bei bester Verpflegung und einem eingespielten Betreuer-Team wollen die Kleinen dabei vor allen eines: „Urlaub machen ohne große Verpflichtungen“.
Die Ferienfreizeit der AWO aus Sinzig im Waldstück hart an der Gemarkungsgrenze zu Königsfeld ist eine der ältesten in der Region und wohl auch eine der größten. Und dies seit Langem nicht nur für die Pänz aus Sinzig, sondern von der gesamten Rheinschiene. „Die Kinder kommen aus Sinzig, Remagen Bad Breisig und auch der Kreisstadt“, heißt es bei der AWO.
Der Klassiker dabei auch über die Jahrzehnte hinweg: Büdchen bauen im nahen Harterscheid. Mit allem nur denkbaren Material, aber natürlich vor allem Laub und Äste haben die kleinen Architekten die abenteuerlichsten Konstruktionen erstellt.
Neue Kühlschränke
Bei jedem der 20 freiwilligen Helfer bedarf es da einiger „Nerven“, um einer quietschfidelen Meute Herr zu werden. Besonders beliebt sind beim Nachwuchs die Damen und Herren des Küchenteams, die reichlich Lob für ihre Kochkünste ernten. Denn die Ferienfreizeit läuft ohne elektronische Unterhaltungsmedien ab. Und das Toben in der frischen Luft macht richtig hungrig. Sozusagen punktgenau und rechtzeitig zum Beginn der Freizeit kam eine Spende in Form zwei großer Kühl- und Gefrierschränke. Die hatte „Aktiv für Sinzig“ der AWO just für die Ferienfreizeit gespendet. „Die alten Dinger waren eher als Heizung zu gebrauchen“, freute sich Wiltrud Post für die AWO so richtig.
Märchenstunde im bunten Bauwagen
Im Bereuerteam freut man sich darüber, mit welcher Energie und Kreativität die kleine Kundschaft den Tag durchspielt. Attraktion in diesem Jahr: der bunte Bauwagen. Dort werden Märchen erzählt oder Ursula Degen animiert mit ihrer Gitarre zum Mitsingen. Dabei gibt es durchaus Unterhaltungsprogramm. Denn unter der Betreuung von Wolfgang Seidenfuß und Hans Fuhrmann nahmen einige der Jungs und Mädchen am großen Fußballturnier der AWO-Ferienfreizeiten, teil das in Koblenz stattfand. Aber auch die Feuerwehr und die Polizei schauten auf dem Harterscheid vorbei und erklärten ihre Einsatzfahrzeuge. Gern gesehener Gast war auch Bürgermeister Wolfgang Kroeger. Denn der hat stets den Eiswagen der Sinziger Eisdiele im Schlepptau und spendiert der ganzen Meute ein leckeres Eis. Der Ferienspaß in der freien Natur hat auch seine kleinen Risiken. Da muss manchmal eine kleine Schramme verpflastert werden. „Wir haben leider viel Zecken im Wald“, mahnt Wiltrud Post in diesem Jahr bei den Eltern etwas größere Aufmerksamkeit an. Dem Spaß am Spiel tut dies auf dem Harterscheid aber keinerlei Abbruch.
Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Mädels bastelten sich ihre eigenen Masken.
