Der Mundartkreis hatte zur Sitzung in den Sinziger „Gürzenich“ geladen
Das Prinzenpaar zeigte sein Temperament beim Flamenco
Sinzig. Viele Karnevalsfreunde konnte Gerd Schultes als Leiter des Sinziger Mundartkreises im Sinziger „Gürzenich“, dem Saal des Hauses St. Peter, begrüßen. Besonders begrüßte er die Bewohner von Bad Bodendorf, da in diesem Stadtteil nach einem Hinweisschild an der B266 die Stadtmitte von Sinzig liegt. Dabei erwähnte er auch, dass sich die Bodendorfer nach ihrem erfolgreichen Kampf um den Titel „Bad“ bereit erklärt hätten, mit den Bad Neuenahrern um den Erhalt des Titels „Bad“ zu kämpfen, wenn dieser Titel als Folge der Schließung der Ahrthermen gefährdet sei. Nach dieser Begrüßung führte Gerd Schultes durch ein bunt-kurzweiliges Programm.
Schon Tradition ist es, dass die Kindertanzgruppe „Die Tanzhühner“ des Turnvereins Bad Breisig das Programm eröffnen. Waren es vor fünf Jahren noch Kinder, so sind es heute schon fast junge Damen, die mit ihrem diesjährigen Tanz „Feuer und Eis“ wieder ihr tänzerisches Können unter Beweis stellten.
Dann kam schon ein Höhepunkt des Abends, der Empfang des Prinzenpaares Prinz Adriano I. und Prinzessin Fernanda I., das mit seinem Hofstaat und einer Abordnung der Närrischen Buben gekommen war. Groß war ihr Erstaunen, als sie von Gerd Schultes in ihrer Muttersprache Portugiesisch begrüßt wurden. Die Erwiderung des Prinzenpaares erfolgte jedoch mit der ihrer Herzlichkeit in Deutsch, womit sie die Sympathien im Saal schon gewonnen hatten.
Begeisterung im Saal löste auch die Jugendgruppe „Magic“ der Magic Dancers aus Remagen mit ihrem Showtanz „Lebe deinen Traum“ aus. Allein schon die für eine reine Mädchengruppe erstaunlich zahlreichen Hebefiguren während ihres flotten Tanzes wurden immer wieder mit Beifall beklatscht. Dabei zeigte sich dann auch, dass die Bühne fast zu klein und die Saaldecke zu niedrig war.
Auch der Prinz schwang das Tanzbein
Zu Ehren des Prinzenpaares war die Tanzgruppe „Andalucia Pur“, bestehend aus in Sinzig wohnenden portugiesischen Frauen, gekommen, um mit fließenden Armbewegungen, Stampfen der Absätze und dem Spiel mit den gepunkteten Rocksäumen einen Flamenco vorzuführen. Bei der Zugabe hielt es Prinz Adriano und Prinzessin Fernanda nicht mehr auf ihren Stühlen, sie eilten zur Bühne und tanzten begeistert mit, sodass auch jeder das Temperament des diesjährigen Prinzenpaares beim Tanzen erkennen konnte.
Ulrike Overath erschien als lädierte Rose und stellte als Gemeinsamkeit mit dem Prinzenpaar heraus, dass beide in Sinzig zugezogen sind. Deshalb sei sie auch vielsprachig; sie beherrsche die deutsche Sprache und das Bayrische, Lorsdorfer, Sinziger und Löhndorfer Dialekt. Dass sie aber auch Portugiesisch beherrscht, führte sie durch das Ansprechen des Prinzenpaares vor. Den Prinzen bat sie auf die Bühne, um zum Gaudi des Publikums ihr Bein mit einem des Prinzen zu vergleichen, mit dem Ergebnis, dass ihr Bein durch den Rosenschmuck oberhalb des Knies viel schöner sei.
Das Zwiegespräch von Käthchen (Hochstätter) und Käthchen (Gasper) darf in keiner Sitzung des Mundartkreises fehlen. In dieser Sitzung erschienen sie sogar zweimal auf der Bühne, einmal zu einem Zwiegespräch beim Arzt und zum andern zu einem über einen Lottogewinn. Als Ergebnis des Arztbesuches stellte sich als Ursache für die zahlreichen Wehwehchen das zu viele Essen während des Tages heraus. Beim Lottogewinn war die Freude groß, als Käthchen im Fernsehen alle die Lottozahlen hörte, die sie angekreuzt hatte. Jedoch war es so, dass alle 49 Zahlen angekreuzt wurden und der Lottozettel nicht abgegeben worden war.
„Willi Ostermann“ ließ die Stimmung steigen
Wenn Gertrud Herter als geplagte Ehefrau in der Bütt erscheint, weiß man, dass es ein Vortrag auf Kosten des männlichen Geschlechts geht, der beim Publikum immer entsprechendes Lachen hervorruft. An diesem Abend stellte Gertrud Herter ihr Universaltalent aber auch dadurch unter Beweis, indem sie als Willi Ostermann verkleidet auf der Bühne erschien und mit perfekter Mimik und Gestik einige seiner bekannten Lieder vortrug, bei denen vom Publikum der Refrain kräftig mitgesungen wurde.
Andrea Klapperich kam als Studentin und erzählte von ihren Schwierigkeiten im täglichen Leben. Dabei kam sie auch auf ihre Essgewohnheiten zu sprechen und welche Gelüste bei ihr der Heißhunger hervorruft. Dabei verwies sie auf die Parole im Elternhaus: Was auf den Tisch kommt, wird nicht schlecht! Er durfte auch bei dieser Sitzung nicht fehlen, der Tanz von Heinz Degen mit seiner Puppe. Urkomisch sahen die Tanzfiguren der beiden aus, die immer wieder Lachen und Beifallklatschen auslösten. Als „En Jong os em Levve“ trat Rainer Gäb aus Heimersheim auf. Was er zur Freude der Zuhörer aus seiner Familie zu berichten wusste, war schon erstaunlich und ließ auf einen cleveren Beobachter schließen.
Als „Hausfrau von fröher“ erschien Ursula Alfter in der Bütt, um von ihren Schwierigkeiten beim Erlernen der Kochkunst zu berichten. Dabei bereitete es ihr offensichtlich die größten Schwierigkeiten, die Beschreibungen im Kochbuch in die Tat umzusetzen. Wie zum Beispiel schreckt man Eier nach dem Kochen ab? Ihre Interpretation zahlreicher Formulierungen im Kochbuch löste vor allem bei den im Saal anwesenden erfahrenen Hausfrauen lautes Lachen und Beifall aus.
Rainer Groß, im heimischen Karneval als einer der beiden „Ahrtalblömche“ bekannter Star in der Bütt, betrat als Letzter im Programm die Bühne als „Mann us em Levve“. In seinem Vortrag erzählte er wieder einen Witz nach dem anderen, die jeweils Lachstürme auslösten.
Dies auch deshalb, weil er während des gesamten Vortrags über die Bühne wibbelte und pausenlos skandierte: „Ich muss mal.“ Bei diesem Vortrag war eine Zugabe fällig, die auch gerne gegeben wurde. Bei der offenen Bütt nutzten Georg Alfter und Regina Wetzlar die Gelegenheit zu einem Auftritt, dabei waren von Georg Alfter die Rechte des Rheinländers zu erfahren und von Regina Wetzlar der Inhalt eines Briefes von Ali.
Zum Schluss der Sitzung dankte Gerd Schultes allen, die bei der Vorbereitung und der Durchführung des Abends geholfen hatten. Dazu zählte auch Edmund Holler, der für die richtige Musik im Saal gesorgt hatte. Dieser Abend hat wieder gezeigt, dass auch in Sinzig noch ein Vereinskarneval nur mit heimischen Mitwirkenden möglich ist, die ohne Honorar allein zur Freude auftreten.
Die Tanzgruppe „Andalucia Pur“ begeisterte mit ihrem Flamenco.
In der Bütt wussten die Redner zu überzeugen.
