Adventswanderung des Wassersportvereins Sinzig
Durch Schloss und Flur
Sinzig. Zu einer Adventswanderung nicht nur durch die Fluren sondern auch durch das Sinziger Schloss hatten Rita und Hans Kupke die Mitglieder des Wassersportverein Sinzig (WSV) eingeladen. K.F. Amendt, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums, der auch Mitglied des WSV ist, war gerne bereit, seinen Vereinskollegen - unter denen auch viele Nicht-Sinziger sind - die Geschichte der Stadt und des Schlosses in größeren Zusammenhängen nahe zu bringen. Im Ratssaal des Schlosses brachte er den 25 Zuhörern die Geschichte Sinzigs mit Kirche, der alten Königspfalz bzw. des Zehnthofs und der Stadtmauer nahe und ging gerne auf ihre Fragen ein. So erfuhren sie, dass Sinzig schon zur Römerzeit durch die linksseitige Grenzsicherungsstraße, die von Valkenburg in Holland am Rhein entlang bis nach Mainz und von dort auch nach der Hauptstadt des Imperiums führte, mit der römischen Welt verbunden war. Sehr interessant und für viele unbekannt war auch die Bedeutung der von den Karolingern angelegten Aachen-Frankfurter-Heerstraße (AFH), die die Königs-Pfalzen Aachen und Frankfurt verband. Diese uralten "internationalen Fernstraßen" waren keinesfalls mit den heutigen Straßen zu vergleichen, sondern Feldwege, oder, mit Amendts Worten, "Maultier- oder königliche Trampel-Pfade", die auch als Handel- und Pilgerwege genutzt wurden.
Beeindruckt waren die Kanuten auch von der Tatsache, dass Sinzig als Königs-Pfalz der Franken, die keine Hauptstadt hatten, sondern die Regierungsgeschäfte von ihren Pfalzen aus regelten, auch immer wieder zeitweiliger Regierungssitz der Könige war. Rund 30 designierte Könige nutzten die Sinziger Pfalz als Herberge auf ihrem Weg zur Krönung in Aachen - darunter auch Friedrich I. "Barbarossa".
Auch auf die Geschichte des Schlosses als ehemalige Wasserburg ging Amendt während des Rundgangs durch das Erdgeschoss ausführlich ein. Bemerkenswert fanden die Zuhörer, dass die im neugotischen Stil erbaute Villa, die eigentlich als Sommersitz erbaut wurde, erst seit dem 2. Weltkrieg nach den Luftangriffen auf Köln ständig bewohnt wurde. Besonders bewundert wurden die sehr schön restaurierten Wandmalereien im Turmzimmer.
K.F. Amendt wusste so anschaulich und umfassend zu berichten, dass die Führung durch die oberen Stockwerke, auf der die Wassersportler unbedingt bestanden, Anfang des nächsten Jahres fortgesetzt werden muss, damit für die ebenfalls auf dem Programm stehende kleine Rundtour entlang von Ahr und Rhein noch ein wenig Zeit blieb.
Beim Abendessen in einem gemütlichen Sinziger Restaurant ließen die Wassersportler den Tag noch einmal Revue passieren und dankten Rita und Hans für die gute Idee und die Planung des Tages.
