Politik | 08.06.2015, 14:58 Uhr

Zum Kita-Streik

Durchhaltevermögen und Mut sind gefragt

Als ehemals berufstätige Mutter und mittlerweile frisch gebackene Oma beobachte ich mit großem Interesse die Diskussionen aller Beteiligten. Gerade in diesen Tagen, wo Kindertageseinrichtungen nicht wie gewohnt funktionieren, erkenne ich die gesellschaftliche Bedeutung und Notwendigkeit der außerhäuslichen Kinderbetreuung. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass Erzieher und Erzieherinnen sich mit großem Engagement ihren Aufgaben stellen. Im Laufe der Jahre haben sie immer mehr familienergänzende Aufgaben klaglos übernommen. Während früher die Betreuung im Vordergrund stand, sind heute Bildung und Erziehung im Vorschulalter ein von allen gewollter Anspruch, der aber nicht mit einer Aufwertung der erzieherischen Tätigkeit einhergeht. Zunehmend jüngere Kinder werden immer länger betreut, damit Eltern früher ins Berufsleben zurückkehren können. Dies ist richtig und notwendig, fast alle sind irgendwann einmal Eltern und darauf angewiesen. Es kommt jedoch als weitere Selbstverständlichkeit hinzu, ohne dass an höherer Stelle überhaupt über den Status und eine angemessene Entlohnung der qualifizierten und anspruchsvollen Tätigkeit nachgedacht wurde. Umgekehrt müsste es sein: Der Staat hätte im Vorfeld, wie schon lange gefordert, eine entsprechende Anhebung vornehmen müssen, dann bräuchten die Erzieherinnen und Erzieher nicht auf die Straße gehen. Bundesweit streiken sie nun für die Aufwertung ihres Berufsbildes - sozusagen von der „Basteltante“ zur pädagogischen Fachkraft - verbunden mit einer gerechten Bezahlung. Ich finde es sehr mutig, dass sich eine Kita aus unserem Landkreis diesem Streik als legitimes Druckmittel im Tarifstreit anschließt, obwohl die Beteiligten riskieren, starken und unsachlichen Anfeindungen ausgesetzt zu sein. Doch die Kritik sollte an anderer Stelle stattfinden. Man sollte sich direkt ans Rathaus wenden. Wie wäre das? Eltern, Omas, Opas , Tanten und Onkel spielen und lernen mit den Kindern im Rathaus. Man kann sich zum Wohl aller betroffenen Kinder, Eltern und Erzieher wünschen, dass schnell eine zufriedenstellende Lösung gefunden wird.

Karin Keelan

Remagen

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Kirmes Miesenheim
03-Marktbericht 2026
Eckfeldanzeige
Moonlight Concert 27.11.26
Stellenanzeige Tankwagenfahrer
Imageanzeige "Der nächste Sommer kann kommen"
Empfohlene Artikel
Neue mobile Zufahrtssperren sollen künftig für mehr Sicherheit bei Veranstaltungen in der Sinziger Innenstadt sorgen.
36

Sinzig. Die Sinziger Gremien haben sich gemeinsam mit Bad Neuenahr-Ahrweiler und Remagen für die Beschaffung mobiler, zertifizierter Fahrzeugsperren beziehungsweise Zufahrtsschutzsysteme entschieden. Das ist gut und richtig. Denn wenn es um die Sicherheit unserer Stadt- und Weinfeste geht, sollte man sich möglichst auf Dinge konzentrieren, die tatsächlich etwas bewirken: Gefahren erkennen, Risiken bewerten und konkrete Schutzmaßnahmen umsetzen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Ein Vierteljahrhundert Entspannung, besondere Begegnungen und unvergessliche Wohlfühlmomente – die Kristall Rheinpark-Therme Bad Hönningen. Foto: Kristall Bäder AG
954

Bad Hönningen. Seit 25 Jahren steht die Kristall Rheinpark-Therme Bad Hönningen für Entspannung, Wellness und Wohlbefinden direkt am Rheinufer. Am Samstag, 24. Oktober 2026, feiert die Therme dieses besondere Jubiläum mit ihren Gästen und lädt zu einem erlebnisreichen Tag ein, der Vergangenheit und Gegenwart auf genussvolle Weise verbindet. Eine kleine Zeitreise durch ein Vierteljahrhundert Thermengeschichte,...

Weiterlesen