25 Jahre Kirchbauverein St. Peter Sinzig
Ensemble Stellaris nahm mit auf eine musikalische Zeitreise
Konzertbesucher erlebten die faszinierende Welt mittelalterlicher Klänge
Sinzig. Ein solches Konzert hatte es in den Mauern der spätromanischen Pfarrkirche Sankt Peter wohl noch nicht geben. Das „Ensemble Stellaris“ entführte mehr als 100 Zuhörer am Samstagabend auf eine musikalische Zeitreise ins Mittelalter, in die Erbauungszeit des Sinziger Wahrzeichens. Aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens hatte der Sinziger Kirchbauverein seinen Freunden und Gönnern, aber auch allen Sinzigern dieses Konzert geschenkt.
„Der Kirchbauverein hilft umfangreich die Verantwortung zu tragen, die Kunst und unsere Kirche auch für die nachkommenden Genrationen zu erhalten“, hatte Pastor Achim Thieser die Arbeit des „kleinen Dombauvereins“ im vergangenen Vierteljahrhundert gewürdigt.
„Auf den Wegen nach Santiago de Compostela“ war ein Konzert der besonderen Art. Die Musik versetzte die Zuhörer in die Zeit des kastilischen Königs Alfons der Weise (um 1250), der ein großer Dichter und Sammler war.
Um diese Zeit sind auch die Spielleute und Vaganten auf dem Jakobsweg unterwegs. Sie pilgern, wie viele Tausend andere Menschen auch, nach „Santiago de Compostela“, einem der größten und bekanntesten Wallfahrtsorte im mittelalterlichen Europa. Und in dieser Tradition verstehen sich die Musikerinnen und Musiker des Ensembles Stellaris.
Mit einem Pilgerlied begann das Konzert. In ihm wird dem des Lesens und Schreibens unkundigen Menschen des Mittelalters erklärt, was bei dieser gefährlichen und oft Jahre dauernden Reise zu beachten vonnöten war. Filigran der Gesang von fünf Frauenstimmen bei einem Lied Hildegards von Bingen.
Sehr meditativ, fast schon wie Gebete, klangen die Übersetzungen der alten Texte, die Dieter Becker einfühlsam vorzutragen wusste.
Aber die Musik kam auch stark und fast schon fröhlich daher. „Die spirituelle Welt des Mittelalters war alles andere als grau und eintönig“, heißt des beim Ensemble, das unter der Leitung von Ute Graßmann musizierte.
Gregorianische Gesänge und konzertante Passagen wechselten sich ab. Dudelsack und Drehleier, Harfe und Fiedel, Schalmei, Organistrum, Trommeln und viele andere außergewöhnliche Instrumente machten sich die Spielleute auf ihren musikalischen Weg durch Zeit und Raum zunutze.
Die Musiker und Musikerinnen spielten dabei in sorgfältig ausgesuchter Gewandung, die der der Zeit angepasst war und eindrucksvoll den historischen Charakter der Darbietungen unterstrich. Der Abend wurde damit auch zu einem beeindruckenden Gesamtkunstwerk.
Ungewöhnlich genug: Einige der jüngeren Konzertbesucher waren ebenfalls gewandet gekommen. Stephan Pauly, Vorsitzender des Kirchbauvereins hatte zu Beginn erklärt: „Der Verein schenkt der Gemeinde und der Stadt dieses Konzert als Dank für die intensive Unterstützung unserer Arbeit.“
Die Spenden am Konzertende, eigentlich für weitere Projekte des Kirchbauvereins gedacht, wurden aus aktuellem Anlass in die Katastrophenregion auf den Philippinen „umgeleitet“.
