Löhndorf präsentierte sich ganz offen
Farbenpracht, betörender Duft und malerische Winkel
Tausende Besucher nutzen die Möglichkeit der Entdeckungsreise durch das Rosendorf
Löhndorf. Tausende von Besuchern nutzten die Gelegenheit für eine Entdeckungsreise der besonderen Art: Farbenpracht, betörender Rosenduft und malerische Winkel zuhauf: Im offenen Rosendorf Löhndorf konnte man am vergangenen Sonntag bestens auf Tour gehen. Und trotz einiger Regentröpfchen war der Besucherandrang groß. Im sonst eher beschaulichen Löhndorf pulsierte das touristische Leben. Fast 50 sonst verschlossene Tore und Türen standen offen,
Rund um das Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“, den Torbogen und den Rosengarten der Begegnung herrschte fast schon Volksfeststimmung und gute Laune. Dort waren die kulinarischen Renner gebackene Champignons und Spanferkel.
Der eigentliche Clou war aber die Entdeckungsreise in die Höfe und Gärten, die in großer Zahl geöffnet hatten. Es sind die mittlerweile Tausende Rosenstöcke, ob nun auf öffentlichen Flächen oder eben in den privaten Gärten, die für einen betörenden Duft im Dorf sorgten. Und fast alle der edlen Gewächse standen in voller Blüte.
Die Löhndorfer Dorfgemeinschaft hatte mit der Vorbereitung ganze Arbeit geleistet, und die Löhndorfer zogen - eine schiere Selbstverständlichkeit im Dorf - auch alle mit. Denn es braucht eine funktionierende Dorfgemeinschaft, um Tausende von organisatorischen Details zu klären. Und es braucht viel bürgerliches Selbstbewusstsein, um sozusagen Tausende wildfremde Besucher „durchs eigene Wohnzimmer marschieren zu lassen“. Vor allem den Löhndorfern selbst nachte das „Offene Rosendorf“ einen Heidenspaß.
Auch in der kulinarischen wie sonstigen Infrastruktur wirbelte die Dorfgemeinschaft: Rosengestecke, Kuchen, Kaffee und Weine aller Art waren im Angebot. Und das Rosendorf präsentierte sich auch mit einem Hauch von Künstlerdorf. Dafür sorgten die künstlerischen Einblicke in die Bildergärten von Alois Scheuer und die Glaskunst von Elisabeth Knops sowie die geöffneten Türen des Bildhauerateliers von Titus Reinarz.
Aber auch die Löhndorfer Handwerker und Landwirte hatten ihre Höfe aufgemacht, boten Einblicke in ihre Arbeit und zeigten ganz nebenher so manch altes Technik-Schätzchen.
Viele Oldtimer-Traktoren und etliche historische Automobile waren auf Straßen und Plätzen zu bewundern. Die standen in optischer Konkurrenz und im Kontrast zu den alten landwirtschaftlichen Geräten und Hilfsmitteln, die ebenfalls ausgestellt werden. Der Gesang kam bei MGV und dem Kirchenchor an deren Ständen nicht zu kurz. Dass Spielmannszug und Blasmusik in den verschiedenen Dorfecken aufspielten, gehörte zum Konzept. Viele Höfe hatten sich in Straußwirtschaften verwandelt und luden zur Einkehr ebenso ein wie das Rosencafé. Die Rosenbowle der Rosenfreunde lockte die Genießer ebenso wie die geräucherten Forellen der Angler. Hinter fast jedem geöffneten Hoftor wartete eine Überraschung - ob Ritterrüstungen oder einfach nur ein prächtiger Rosengarten.
Bestens angenommen wurden auch die Führungen durch das Rosendorf, die jeweils zur vollen Stunde angeboten wurden. Ortsvorsteher Friedhelm Münch ließ es sich nicht nehmen, einige diese Führungen persönlich zu übernehmen. Ein flotter Auftritt der der Nierendorfer Dorfmusikanten im Zelt auf dem Platz an der „Alten Schule“ rundete am frühen Abend einen überaus gelungenen Tag im offenen Rosendorf ab.
Das offene Rosendorf soll wohl zu einer festen Einrichtung werden, möglicherweise mit dem jetzt eingerichteten Fünfjahresturnus.
Für musikalische Unterhaltung sorgten unter anderem die „Spielleut‘ Sauenscheucher“.
Die malerischen Fachwerkfassaden bildeten eine traumhafte Kulisse für den Festzug.
Die Ausstellung historischer Traktoren ließ vor allem Männerherzen höher schlagen.
