Theatergruppe Westum zeigt Gesundheitsschwank „Gute Besserung“
Gelungene Premiere mit einem riesigen Gagfeuerwerk
Lustspiel in drei Akten von Bernd Gombold
Westum. Das Grundchaos in der Arztpraxis erweist sich als ebenso verwirrend wie die Gesundheitsreform als solche. Mit durchaus aktuellen gesundheitspolitischen Bezug brachte die Theatergruppe Westum ihr neues Stück „Gute Besserung“ auf die Bühnenbretter im Saal Herges. Am Samstag wurde eine überaus gelungene Premiere gefeiert. Denn das Lustspiel in drei Akten von Bernd Gombold erwies sich als richtiges Gag-Feuerwerk.
Die Westumer Theaterfreunde brachten die 32. Produktion in ununterbrochener Reihenfolge heraus. Und einmal mehr gab es etwas mehr als zwei Stunden lang Dauerlachen mit großem Spaß- und Unterhaltungsfaktor. Über die Gesundheitspolitik lassen sich vermutlich unzählige Schwänke schreiben - dieser zieht aber nicht nur über die Ärzte her, sondern auch über Patienten und Pharmavertreter, deren Schamlosigkeit grenzenlos ist.
Die Story:
Dr. Klaus Sommer (Wilfried Schneider) und seine Frau Marlene führen gemeinsam eine ganz gut gehende Arztpraxis, klagen aber ständig über die Auswirkungen der Gesundheitsreform. In Westum glänzt dabei vor allem Gabi Bockshecker als hochwohlgeborene Arztgattin mit starker Affinität zu zahlungskräftigen Privatpatienten. In der Praxis geistern allerhand skurrile Figuren herum, treiben die Handwerker ihr Unwesen und geht es auch sonst drunter und drüber. Dabei macht es Tochter Katrin (Caroline Sommersberg) ihrer Mutter nicht recht. Statt sich mit einem etwas ältlichen Privatpatienten Dr. Wuschnik (ganz stark Roland Jannik) verkuppeln zu lassen, liebt sie den Handwerker Markus (Dirk Hansen) und betreibt weiterhin ihre Massagepraxis. Im Kabinett der Eitelkeiten und Hypochonder-Schübe bleibt einzig Sprechstundenhilfe Sonja (Daniela Dedenbach) so etwas wie ein ruhender Pol. „Echt krass“, die Auftritte von Hausmeister Erkan (Wolfgang Staus). Und plötzlich geht es in der Praxis rund: Die Westumer sind da. Die Familie von Handwerker Karl kommt auf die verrücktesten Ideen, um doch noch eine Behandlung durchzusetzen. Und dann erscheint der kriminelle Pharmavertreter Paul Pille und testet gefährliche neue Medikamente ausgerechnet an der Hypochonderin Eleonore von Himmelsberg (Ulrike Schneider). Daniel Kohzer hinterlässt als Paul Pille bei seinem sehr guten Debüt auf der Bühne fast schon eine Schleimspur. Und obwohl es in der Praxis gefährlich zugeht, gibt es, wie es sich bei einem Schwank gehört, am Ende aber überraschenderweise keine Toten, sondern - oh Wunder - drei glückliche Paare. Nur soviel sei verraten.
Darsteller sorgten für gute Unterhaltung
Der Besuch der Aufführung kann nur wärmstens empfohlen werden. Denn das Lustspieltheater in Westum macht einfach riesen Spaß. Bei „Gute Besserung“ treten auf: Wilfried Schneider als Dr. Klaus Sommer, Gabi Bockshecker als Marlene Sommer, Caroline Sommersberg als Katrin Sommer (die Tochter), Dirk Hansen als Markus (Katrins Freund), Wolfgang Staus als Erkan (Hausmeister), Daniela Dedenbach als Sonja (Arzthelferin), Ulrike Schneider als Eleonore von Himmelsberg, Monika Schneider als Rosa Sommerfeld, Johannes Brohl als Karl Sommerfeld (ihr Mann), Hans-Hubert Decker als Fritz Sommerfeld (Vater von Karl), Irmgard Kohzer als Lena (Patientin) und Daniel Kohzer als Paul Pille (Vertreter). Regie führt Elke Evers-Höpfner. Weiter im Einsatz sind: Monika Schneider (Regieassistenz), Maria Briel und Christine Alfter (Souffleusen), Toni Alfter und Clemens Milbradt (Bühnenbau und -bild), Rene Zerwas (Tontechnik), Klaus Nonn (Beleuchtung und Elektrik), Mira Schneider und Doris Effelsberg (Maske), Herbert Schneider (Abendkasse) und Karlheinz Mink (Homepage)
Weitere Aufführungen:
Freitag, 31 Oktober: 20 Uhr. Samstag, 1. November: 20 Uhr Sonntag, 2. November: 15 Uhr und 19 Uhr.
Theaterkarten sind in Westum eine ganz harte Währung. Einige Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Sein Glück sollte man jeweils täglich von 18 bis 20 Uhr unter Tel. (01 57) 37 81 68 12 versuchen.
Daniela Dedenbach, Caroline Sommersberg und Dirk Hansen in Aktion.
