Allgemeine Berichte | 17.11.2013, 09:00 Uhr

„Wir Helfen“ und „Rentner mit Herz“ im Einsatz - Symbolische Schlüsselübergabe am Sinziger Obdachlosenheim

"Heinzelmännchen" am Exmitiertenhaus

Symbolische Schlüsselübergabe: Bürgermeister Wolfgang Kroeger und die Vertreter von „Wir helfen“ vor dem Exmitiertenhaus. privat
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Sinzig. Das Obdachlosenheim in der Sinziger Harbachstraße heißt im Sprachgebrauch Exmitiertenhaus. Der bauliche Zustand des Hauses für Menschen ganz am Rande der Gesellschaft war schlicht marode. Doch dann kamen die "Heinzelmännchen" zum Exmitiertenhaus. Der Verein „Wir helfen“ und die ehrenamtliche Truppe der „Rentner mit Herz“ um Uwa (Franz-Josef) Degen halfen. Mit 25.000 Euro vonseiten des Vereins und Hunderten ehrenamtlicher Arbeitsstunden der Rentner. Jetzt sind vier der acht Räume in dem Heim bezugsfertig. Derzeit bewohnen vier Obdachlose das Haus am Ortsausgang von Sinzig in Richtung Schloss Ahrental.

Symbolische Schlüsselübergabe

Bürgermeister Wolfgang Kroeger war jüngst mit Stefan Spiller als Leiter des Ordnungsamtes zur symbolischen Schlüsselübergabe durch die Vereinsvertreter Thomas und Hannelore Overath, Inge und Jürgen Fleischmann mit Tochter Sarah sowie Beate Lanz vor Ort. Der Stadtchef weiß um die enge Haushaltslage und hatte natürlich ein großes Lob im Gepäck. „Was sie hier leisten ist für mich das beste Beispiel einer Gemeinschaftsaktion. Ihr Engagement ist absolut vorbildlich und einzigartig hier in der Stadt“, so Kroeger. Was der Verein „Wir helfen“ und engagierte Helfer hier seit rund zwei Jahren an Arbeitskraft und Investitionen geleistet haben, kann sich sehen lassen: Zunächst wurde in einer bislang einzigartigen Solidaritätsaktion der vier Dachdeckerbetriebe von Peter Herter, Dirk Meyer, Frank und Bernd Horak und Sascha Nelles das undichte Dach durch ein neues inklusive Wärmedämmung ersetzt. Einen Tag lang ackerten sechzehn Handwerker bei der Dachsanierung. Eine solche im Kreis wohl einmalige Aktion ist nur den guten Beziehungen von Uwa Degen zur „Dachdeckerszene“ zu verdanken.

Zimmer entrümpelt und Boden gefliest

Das von der Remagener Firma Euwa kostenlos zur Verfügung gestellte Gerüst hatte Uwa Degen mit seinem Trupp, der aus Werner Schäfer, Franz Jonas, Hubert Schlagwein, Herbert Suckow und Klaus Mombauer besteht, aufgebaut. Anschließend entrümpelten sie die Zimmer, ein neuer Bodenbelag mit Estrich und Fliesen folgte. Die Maurerarbeiten übernahmen kostenlos Klaus und Erwin Hahn, Heribert Hillger und Werner Degen. Die Fliesen, die von den rüstigen Rentnern verlegt wurden, steuerte die Deutsche Steinzeug „für lau“ bei. Und die Arbeiten zur Sanierung des Exmitiertenhaus fast ohne Steuergelder sollen weiter gehen. Als Erstes steht die Umrüstung der Heizungsanlage an. Sie soll mit einem Außentemperaturfühler versehen werden. Damit lassen sich die jährlichen Heizkosten von 10.000 Euro auf wenigstens 6.000 drosseln“, stellte Thomas Overath als Vorsitzender des Vereins in Aussicht. Vordringlich sei auch die Verlegung der Regenrohre für die Dachentwässerung. Das Regenwasser wird derzeit im rückwärtigen Teil des Gebäudes einfach auf den Boden geleitet, sodass die Feuchtigkeit vom Erdreich in die gerade sanierten Zimmer drängt. Und den "Heinzelmännchen" gelang es, Sponsoren, Geldgeber und Sachspender mit ins Boot zu holen.

Spenden

Mit 5000 Euro beteiligte sich die Stadt Sinzig, 2000 Euro steuerte das RWE hinzu. Die Gelder - nicht nur für die Hilfe am Obdachlosenheim in Sinzig - stammen aus Spenden, zum großen Teil aber auch aus der Durchführung des mittelalterlichen Barbarossamarktes im Sinziger Schlosspark. „Unser Verein steht für Geben und Nehmen, wir veranstalten gerne den Barbarossamarkt hier, ich denke, es gibt kaum eine bessere Art, um vor Ort etwas zu bewirken“, so Overath. Weitere Infos zum Verein gibt es im Internet auf der Seite www.wir-helfen-ev.de

Symbolische Schlüsselübergabe: Bürgermeister Wolfgang Kroeger und die Vertreter von „Wir helfen“ vor dem Exmitiertenhaus. Foto: privat

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