Politik | 13.07.2015, 13:46 Uhr

Treffen zur Nahversorgung in Bad Bodendorf

Keine Patentlösungen in Sicht

Nur geringe Beteiligung bei der Veranstaltung „Fahr nicht fort, kauf im Ort“

Die Veranstaltung „Fahr nicht fort, kauf im Ort“ zum Thema Nahversorgung war leider nicht gut besucht.RÜ
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Bad Bodendorf. Die Dorfgemeinschaft „Zukunft Bad Bodendorf“ und die Rhein-Ahr-Akademie gingen das Thema Nahversorgung am vergangenen Mittwoch im Kelterhaus des Winzervereins noch einmal an. Doch das Interesse blieb auch bei der insgesamt dritten Veranstaltung dieser Art gering. Nur rund ein Dutzend Bad Bodendorfer waren zu der Veranstaltung die unter dem Motto „Fahr nicht fort, kauf im Ort“ stand, gekommen. Zum Hintergrund: Seit Ende 2013 gibt es in Bad Bodendorf keinen Lebensmittelladen mehr. Die Nahversorgung im größten Sinziger Stadtteil mit seinen gut 3800 Menschen sollte also eigentlich großes Thema sein. Auch Ortsvorsteher Alexander Albrecht war ob der leeren Ränge etwas ratlos. Aber der hatte immerhin einen sehr positiven Teilerfolg zu vermelden. Am Freitag, 8. Mai, feierte der Bad Bodendorfer Wochenmarkt auf dem Bahnhofsvorplatz seine Premiere und hat sich seitdem gut entwickelt. „Das ist ein Superanfang, danke an alle Beteiligten“, so Albrecht. Josef Decker von der Rhein-Ahr-Akademie ist seit geraumer Zeit auf der Suche nach Lösungen. Gemeinsam listeten die Teilnehmer der Veranstaltung auf einer Pinnwand auf, was es in Bad Bodendorf in Sachen, Handel, Handwerk und Gewerbe gibt. „Wir sind erstaunlich gut sortiert“, so Karl Hanenberg als Vertreter des „Gewerbevereins“, der davon abriet, nur die negative Brille anzuziehen. Bei der Liste „Was brauchen wir?“ wurden aber auch die Schwächen deutlich. „Es gibt keine klassischen Lebensmittel oder Gebrauchsartikel von der Dose Erbsen & Möhrchen bis hin zum Klopapier zu kaufen“, lautete die Feststellung. Und während in Sinzig heftige Diskussionen um die Ansiedlung eines Nahversorgungszentrums auf dem Rickgelände laufen, sähe man solche Planungen in Bad Bodendorf wesentlich entspannter. Ein Edeka oder Rewe auf dem Gelände der ehemaligen MPG-Hallen? Im größten Sinziger Ortsteil würde ob einer solchen Entwicklung wohl gejubelt. Grundproblematik die bleibt aber Erreichbarkeit von der B 266 und eine neue Ausfahrt. „Es sind bereits Gespräche gelaufen und wir haben vom Ortsbeirat schon entsprechende Anregungen für die Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans gegeben“, so Alexander Albrecht. Die Überlegungen Vollsortimenter für Bad Bodendorf werden aber vor allem eines kosten: Zeit. Wenn sie denn je realisiert werden sollten. Josef Decker, der im Internet immer auf der Jagd nach Lösungen für einen Dorfladen ist, präsentierte ein Modell aus der Eifel, wo die Dorfvereine gemeinsam als Trägerverein auftreten. Ein weiteres interessantes Projekt aus Düsseldorf heißt „Emmas Erben“. Ein klassischer Tante-Emma-Laden mit Online-Shop und Lieferdienst. Was für Bad Bodendorf passen könnte, blieb noch offen. Zumal die Grundvoraussetzungen nicht ideal sind: Denn die fußläufige Erreichbarkeit für einen Dorfladen ist im sehr weitläufig bebauten Bad Bodendorf gar nicht mehr gegeben. „Zieht man mit Mittelpunkt Bahnhof einen Kreis mit den üblichen 750 Meter Radius, dann fallen viele Teil des Orts schon heraus“, so Josef Decker. Und ausreichend Parkplätze hat man in der Bad Bodendorfer Hauptstraße, in der bisher die Nahversorgung geregelt wurde, gar nicht. In Bad Bodendorf hat man klar erkannt, dass ein Lebensmittelgeschäft im Ort eine wichtige Komponente für die soziale Kommunikation ist, aber wirtschaftlich nur schwer zu realisieren bleibt. Die erste Baustelle dürfte für Albrecht, Decker und die anderen Interessierten aber sein, die Bad Bodendorfer überhaupt in einen Diskussionsprozess zu bekommen, bei dem das Dorf auch wirklich mitmacht. Im Internet hat Josef Decker unter der Adresse www.Rhein-Ahr-Akademie.org zahlreiche interessante Unterlagen zur Verfügung gestellt.

Die Veranstaltung „Fahr nicht fort, kauf im Ort“ zum Thema Nahversorgung war leider nicht gut besucht.Foto: RÜ

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