Allgemeine Berichte | 02.02.2015, 14:23 Uhr

Mundartkreis hatte zur Sitzung in den Sinziger „Gürzenich“ geladen

„Mundart ist Heimat und Lebensfreude“

Das Racing-Team: die Jugendgruppe „Magic“ der Magic Dancers aus Remagen.verbreitete Rennatmosphäre.
102

Sinzig. „Mundart ist Heimat und Lebensfreude“, so die Aufschrift auf dem Orden und das Motto der diesjährigen Karnevalsveranstaltung des Sinziger Mundartkreises im Pfarrheim der Pfarrei St. Peter. Viele waren der Aufforderung „Sei dabei“ gefolgt und so konnte Gerd Schultes als Leiter des Mundartkreises viele bunt gekleideten Karnevalsfreunde im Sinziger „Gürzenich“, so seine Formulierung, begrüßen. Er wünschte allen für die kommenden Stunden viel Freude und Vergnügen, bevor er die erste Tanzgruppe ankündigte. Es waren die „Tanzhühner“des Turnvereins Bad Breisig. Bei seiner Fastnachtsveranstaltung ist eine Devise des Mundartkreises „Eine Chance für die Jugend“. Deshalb war diese Jugendtanzgruppe schon zum sechsten Mal zu Gast bei der Fastnachtsveranstaltung des Mundartkreises in Sinzig und wurde schon als „alte Bekannte“ mit Beifall empfangen. Wieder konnten die sechs Damen, die erstmals in Sinzig als Kinder auftraten, mit ihrem abwechslungsreichen Tanz begeistern. Bei dem reichen Beifall wurde eine Zugabe gern gegeben. Ein Orden für die Trainerin Kerstin Kübler mit Beigabe und für die Jugendlichen je einen Orden mit einer süßen Beigabe waren neben reichem Beifall die Anerkennung für die gezeigten Leistungen.

Eine weitere Nachwuchstanzgruppe war die Jugendgruppe „Magic“ der Magic Dancers aus Remagen. Sie verbreitete mit ihren 13 Mädchen schon beim Einmarsch mit ihrer einheitlichen gelb/schwarzen Kleidung als Rennfahrer Rennatmosphäre wie auf dem Nürburgring. Auch ihr Tanz mit dem Titel „Ring Race“ war ganz auf das übliche Renngeschehen abgestellt. Erstaunlich bei dieser reinen Mädchentanzgruppe die zahlreichen Hebefiguren, die immer mit Beifall bedacht wurden. Lobend auch zu erwähnen, dass in jedem Jahr ein neues Motte gefunden wird, auf das Tanz und Kleidung bestens abgestimmt sind. Mit diesem Nachwuchs brauchen sich die Magic Dancers keine Sorgen um ihre Zukunft zu machen Bei den Mundartfreunden gab es nach einer Zugabe als Belohnung für die jungen Tänzerinnen den Orden und eine süße Beigabe.

Schon kurz nach Beginn der Sitzung konnte Gerd Schultes das Prinzenpaar Prinz Johannes I. und Prinzessin Heike I. unter dem Beifall des närrischen Publikums mit seinem Hofstaat und einer Abordnung der närrischen Buben begrüßen. Sehr zur Freude aller blieb das Prinzenpaar dann bis zum Ende der Sitzung.

Verdienten Beifall erntete wieder Ulrike Overrath, die als „En schrille Oma“ als erste in der Bütt erschien. Schon ihre Kostümierung deutete keinesfalls auf eine biedere Oma hin. Und ihre Ansichten zu den verschiedensten Lebenssituationen lösten schallendes Lachen bei den Zuhörern aus.

Wieder das örtliche kommunale Geschehen auf seine Art kommentierte Hans Josef Moeren. So waren es für ihn Märchen die Ankündigung der Errichtung eines Edeka-Suppermarktes und eines Feuerwehrgerätehauses auf der Jahnwiese und die Wahlversprechungen der Parteien bei der letzten Stadtratswahl. Dabei erwähnte er aber auch in Bezug zu früheren Wahlversprechungen die noch ausstehende Fertigstellung des Bahnhofs und die jetzige Unmöglichkeit der Benutzung der Bahnsteige durch Körperbehinderte, Rollstuhlfahrer und Rollatorbenutzer sowie Frauen mit Kinderwagen. Melanie Salscheider und Nadine Schmickler präsentierten ein lustiges Frauen-Zwiegespräch über ein Wellnessprogramm für Frauen. Dabei kam zum Ausdruck, dass über die Wirksamkeit der einzelnen Anwendungen unterschiedliche Auffassungen bestanden. Er durfte auch bei dieser Sitzung nicht fehlen, der Tanz von Heinz Degen mit seiner Partnerin, einer Puppe. Urkomisch sahen die Tanzfiguren der beiden aus, die immer wieder Lachen und Beifallklatschen auslöste.

Einen Beweis ihrer schon jetzt vorhandenen Fahrkünste mit einem Rollator lieferten auf der Bühne Kätchen Hochstätter und Kätschen Gasper ab.

Zum Stammpersonal der Mundartsitzung gehört auch Andrea Klapperich, die in diesem Jahr mit einer „Männerschelte“ in die Bütt trat, um ihre „Pfeile“ auf die „bösen“ Männer abzuschießen.

Heimersheimer Fastnachter in Sinzig

Mit drei Auftritten waren Heimersheimer Fastnachter am Programm der Fastnachtsitzung des Mundartkreises beteiligt und konnten dabei einen Eindruck von den breiten Aktivitäten des Heimersheimer Karnevals vermitteln.

Schon die beiden Brüder Bastian (11 Jahre) und Tobias Gäb (13 Jahre) zeigten auf der Bühne bei ihrem Vortrag eine erstaunliche Routine. Hier machte sich bemerkbar, dass Tobias im vergangenen Jahr Kinderprinz in Heimersheim war und der Bruder Bastian sein Adjudant. So waren dann auch ihre Künstlernamen „de Schwaad“ on „de Schnüss“ genau passend auf das, was sie dann als Erlebnisse aus ihrem Leben vortrugen, immer wieder unterbrochen durch Tobias mit der Frage an seinen Bruder: „Bin ich nicht gut?“ Doch gut waren die beiden jungen Karnevalisten ohne Zweifel, die mit Beifall während und nach dem Vortrag bedacht wurden. Ein Orden und eine süße Beigabe waren auch für sie der weitere verdiente Lohn.

Weitere Vertreterinnen aus Heimersheim war die Showtanzgruppe „One Dream“ der Karnevalsgesellschaft „Närrische Landskron Heimersheim“, die schon bei ihrem Einmarsch wegen ihren aufwendigen Kostümen Beifall erhielt. Ihrem Motto „Samba pu Brasil“ in Erinnerung an die vergangene Fußballweltmeisterschaft in Brasilien, waren Kostüme mit Kopfschmuck und die Tänze angepasst. Für ihren Tanz wurde viel Beifall gespendet und eine Zugabe gefordert, die gerne mit einem weiteren Tanz gegeben wurde. Und als dritter Repräsentant der Heimersheimer Fastnacht Rainer Groß, der Heimersheimer Sitzungspräsident, der wohl einer der besten und bekanntesten Büttenredner des heimischen Karnevals ist. Seine Popularität begründet sich hauptsächlich als einer des Büttenrednerduos „Die Ahrtal-Blömche“. Dass Rainer Groß aber auch als Solist die Menschen in einem Saal zu Lachsalven hinreißen kann, hat er in Sinzig zum wiederholten Mal bewiesen. Was er da als „Ene arme Mann“ in seiner ihm eigenen trockenen freien Rede vortrug war wieder Spitze. Da merkte man seine Routine, da saß jede Poente. Beispiel: Die Ehefrau braucht ein neues Nachthemd. Er kauft dafür 50 Meter Tüll. Erstaunte Frage der Ehefrau: „Wieso denn 50 Meter Tüll für mein Nachthemd.?“ Antwort von ihm: „Weil bei dir das Suchen mehr Spaß macht als das Finden.“ Nach reichem Beifall für seine Leistung wurde eine Zugabe gerne noch gegeben.

Bei der offenen Bütt bewies der Sinziger Robert Krämer sein karnevalistisches Talent und erhielt für seinen Vortrag am Ende der Sitzung verdienten Beifall.

Zum Schlusder Sitzung galt der Dank Gerd Schultes allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung des Abends geholfen und mitgewirkt haben. Dazu zählte er auch Edmund Holler, der wieder für die richtige Musik gesorgt hatte. Dabei betonte er ausdrücklich, dass alle Mitwirkenden ohne Honorar aufgetreten sind. Dieser Abend hat aber auch wieder einmal gezeigt, dass noch immer der urige rheinische Vereinskarneval mit vorrangig Wortvorträgen, wie ihn der Mundartkreis pflegt, seine närrischen Liebhaber findet.

Das Racing-Team: die Jugendgruppe „Magic“ der Magic Dancers aus Remagen.verbreitete Rennatmosphäre.
Melanie Salscheider und Nadine Schmickler beim lustigen Frauen-Zwiegespräch.
Gerd Schultes konnte viele bunt gekleidete Karnevalsfreunde im Sinziger „Gürzenich“ begrüßen, unter Anderen das Prinzenpaar Prinz Johannes I. und Prinzessin Heike I. privat

Gerd Schultes konnte viele bunt gekleidete Karnevalsfreunde im Sinziger „Gürzenich“ begrüßen, unter Anderen das Prinzenpaar Prinz Johannes I. und Prinzessin Heike I. Fotos: privat

Das Racing-Team: die Jugendgruppe „Magic“ der Magic Dancers aus Remagen.verbreitete Rennatmosphäre.

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag
Kirmes Miesenheim
Betriebsferien Oktober 2026
Stellenanzeige Reinigungskräfte/Gärtner
Empfohlene Artikel
Wie üblich wird Neumann das Vorlesen der Texte und seiner Anmerkungen mit musikalischer Begleitung verbinden.  Foto: privat
42

Walporzheim. Fünf Jahre sind vergangen seit der Nacht, die das Ahrtal für immer verändert hat. Fünf Jahre seit einer Katastrophe, deren Bilder sich eingebrannt haben – und deren Aufarbeitung bis heute unvollständig ist. Aber auch fünf Jahre, seit „der irrste Film in meinem Leben“ begann, wie Andy Neumann es rückblickend darstellt: „Ein Buch, in vier Wochen geschrieben, nachts und müde, aus einer Weinlaune...

Weiterlesen

Die Strecke ab der Ortslage Poltersdorf in Richtung KVP Senhals im Verlauf der B 49. Foto: LBM
197

Senhals/Poltersdorf. Ab dem 9. November 2026 wird die B 49 zwischen dem Kreisverkehrsplatz (KVP) Senhals und der Ortslage Poltersdorf auf einer Länge von rd. 5,3 km umfassend saniert. Die Arbeiten dienen insbesondere dem dauerhaften Substanzerhalt dieser wichtigen Verkehrsverbindung entlang der Mosel.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Erika Meyer zu Drewer.
1034

CDU trauert um Erika Meyer zu Drewer

Ein schwerer Abschied

Meckenheim. Meckenheim hat seine Ehrenbürgerin und einen ungewöhnlich engagierten, warmherzigen und im öffentlichen Leben sehr präsenten Menschen verloren. Für die CDU und auch die Frauen Union und die Senioren Union bedeutet der Tod Erika Meyer zu Drewers zugleich den Verlust eines loyalen, zugewandten und immer unterstützenden Mitglieds.

Von Ariane Stech aus Meckenheim

Weiterlesen

Ausblick vom Heinrich-Raulwing-Platz.
570

Mayen. Rund 40 Wanderer des Eifelvereins Mayen machten sich mit dem Bus auf den Weg nach Beuren. Ausgangspunkt der Wanderung war Beuren Hohe Loy. Zunächst ging es am großen Solarpark Eifel entlang, bevor die Wandergruppe in einen ganz besonderen Wald eintauchte: den Feenwald. Ein von Bäumen gesäumter Pfad vermittelte hier eine beinahe märchenhafte Atmosphäre. Zwischen dichtem Grün und knorrigen Baumstämmen verstecken sich an sieben Stationen Figuren von Feen und Kobolden.

Von Heinke Fuchs aus Mayen

Weiterlesen