Allgemeine Berichte | 29.04.2013, 16:30 Uhr

„Frühlingserwachen“ im Schefferhof, Bad Bodendorf

Neue Kunst in alten Mauern

Birgit Braun-Buchwaldt und Rudolf Buchwaldt belebten mit Blumenbildern und Pflanzschalen den Schefferhof

Nicht nur Birgit Braun-Buchwaldt und Gottfried Becker fanden die Kunst im Gehöft stimmungsvoll. HG
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Bad Bodendorf. Der Winter war lang und kalt. Und doch arbeitete Birgit Braun-Buchwaldt dem Lenz entgegen, malte „über Monate nur Blumen, Blumen, Blumen“. Denn fürs 3. Aprilwochenende bereitete sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf Buchwaldt, der Betonobjekte kreiert, auf die Ausstellung „Frühlingserwachen“ im Schefferhof vor. Dort, mitten in ein Idyll aus Fachwerk, Ziegel- und Bruchstein „pflanzte“ die Malerin ihre Bilder und der Schalenbauer sein Kunsthandwerk. Zusammen fügten sich Zutaten und Umgebung zu einem ästhetisch-harmonischen Dreiklang.

Bewundernde Betrachtung

So ergingen sich denn auch die Gäste in stillem Staunen und bewundernder Betrachtung. „Das ist ja hier wie für Sie geschaffen“, kommentierte eine Frau, wie einträchtig gemalte und gewachsene Flora, schnörkellose Betonobjekte und die Naturmaterialien des ehemaligen bäuerlichen Anwesens zusammengehen. Vor 1760 gehörte es laut Urkataster Franziskus Scheffer, später Johannes Merten, dann Dieter Valnion, der es renovierte, eine Vinothek betrieb und die Scheune zum Wohnhaus umbaute. Seit 1997 besitzen Sigrid und Gottfried Becker diesen Teil, leben darin und erwarben 2012 die übrigen Baulichkeiten des denkmalgeschützten Hofes. Mit der Ausstellung präsentierten sie gleichzeitig die Ergebnisse ihrer gründlichen Sanierung: zwei heimelige wie funktionelle Ferienwohnungen, die sie ebenso vermieten wie die urig-aparte Schefferstube für private Feiern.

Historische Bausubstanz reizvoll betont

Das „Frühlingserwachen“ des Aussteller-Duos betonte reizvoll die . Große Bilder und zwei Stelen aus Naturmaterial im Innenhof, Schalen auf Mauern und kleinere Bild-Formate in der verwinkelten Schefferstube passten sich so reibungslos ein, dass Gottfried Becker gegenüber den Akteuren scherzte: „Ich erspare Ihnen die Arbeit des Abräumens, das können Sie alles hier lassen“. Ob Obstblüten oder Magnolien, Butterblumen oder Wilde Möhre – Braun-Buchwaldts Pflanzenwelt zeigte sich in voll erblühter Pracht. Flieder und Schneeball, Vergissmeinnicht und Pfingstrosen erobern rosa, zartlila, weiß-grün, blau und rot das Bildformat. Die Malerin isoliert sie aus dem pflanzlichen Umfeld, inszeniert sie auf freigestellten Hintergründen, bündelt sie in Schalen und Töpfen oder lässt die Blüten knapp über den Gefäßrand ragen, wie jene kaum geöffneten weißen Tulpenkelche, die sich scheu aneinander zu kuscheln scheinen.

Dass Beton durchaus nicht „kalt“ wirken muss, beweist Rudolf Buchwaldt. Ihm gelang es nach dem Fachliteratur-Studium und einer Zeit geduldigen Experimentierens, wasserdichte, feine Pflanzgefäße zu kreieren. Aus dem Management kommend und lange als Betriebswirt für die Möbelindustrie tätig, gewann er dabei die beglückende Erkenntnis: „Ich kann auch etwas mit meinen Händen hervorbringen“. Er beobachtete, wie Betonarbeitsplatten und –Tische in den Wohnbereich einzogen, versuchte sich mit Schalen und Pflanzgefäßen, um festzustellen: „Das ist kein Kinderspiel“. Heute nutzt er eigene Betonmischungen, denen er Fließmittel, Glasfaser und Pigmente zusetzt. Seine Formen baut er etwa aus Edelstahl, Kunststoff und Holz. Die Schalen schleift er und behandelt sie mit einer lebensmittelechten Politur. So lassen sie sich nicht nur bepflanzen, sondern taugen auch als Obstschale. Allerdings bedürfen sie keinerlei Füllung um gut auszuschauen. Auch „oben ohne“ sind sie dank klassischer Formen und edler Grautöne schlichtweg eine Augenweide.

Nicht nur Birgit Braun-Buchwaldt und Gottfried Becker fanden die Kunst im Gehöft stimmungsvoll. Foto: HG

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