Allgemeine Berichte | 06.10.2014, 16:01 Uhr

Bilanz des Thermalfreibades in Bad Bodendorf

Ohne ehrenamtlichen Helfer geht es nicht

Ein Fünftel weniger Schwimmer wegen des Wetters

Bilanz zogen im Bad Bodendorfer Thermalfreibad Frank und Eva Riffel sowie Hans Diedenhofen. Foto WM
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Bad Bodendorf. Es ist kein Phänomen von Bad Bodendorf. Ganz im Gegenteil, die meisten Freibäder klagen über noch stärkere Rückgänge der Besucherzahlen. Im Thermalfreibad Bad Bodendorf sank die Zahl der Gäste in dieser Saison von etwa 16.000 im vergangenen Jahr auf nun etwa 13.000. „Diesen starken Einbruch konnte das Bad nur verkraften, weil die Stadt Sinzig jährlich ungefähr 60.000 Euro zuschießt und die Mitglieder des Fördervereins seit der Gründung vor zwei Jahren so viel ehrenamtliche Arbeit verrichtet haben“, erklärte Vereinsvorsitzender Hans Diedenhofen bei der Bilanzpressekonferenz des Bades. Bilanz deshalb, weil das Bad am Wochenende schließt, um dann am Gründonnerstag wieder seine Pforten zu öffnen. Übrigens so früh wie kaum ein anderes Freibad im Land, auch die späte Schließung am ersten Wochenende im Oktober ist ungewöhnlich.

Während die Besucherzahlen rückläufig waren, meldete Hans Diedenhofen nur positive Zahlen. Der Förderverein vergrößerte sich auf inzwischen gut 420 Mitglieder, die aus allen Ecken der Erde kommen. „Wir haben Mitglieder unter anderen aus den USA und aus England. Das sind meist Leute, die früher hier gewohnt oder einfach nur bei einem Besuch in Deutschland das tolle Thermalfreibad kennengelernt haben. Natürlich gibt es auch viele Schwimmer aus der Umgebung, die unser Bad schätzen“, freute sich der Vorsitzende. 2013 hatten die Mitglieder noch 1.000 Stunden kostenlos im Bad gearbeitet, in dieser Saison waren es schon 500 mehr. Dass viel Arbeit anfällt, liegt auch daran, dass das Bad bereits 77 Jahre auf dem Buckel hat. Ob Holztüren oder Kacheln, überall fällt Arbeit an. Das besondere Ambiente des Thermalfreibades soll erhalten werden. Jetzt steht eine umfassende Sanierung des Beckens an, der Duschbereich soll neu gestaltet werden. Ein wichtiger Punkt ist die Schaffung von Barrierefreiheit, diese Maßnahme wird noch so manchen Euro verschlingen, erläuterte der Vereinsvorsitzende.

Wie beliebt das Bad ist, zeigte sich bei bedecktem Himmel und Temperaturen unter 20 Grad, also nicht unbedingt Freibadwetter. „Wir haben viele Stammgäste, die kommen bei jedem Wetter“, freute sich das Pächterehepaar Frank und Eva Riffel. Und war da schon beim Thema dieser Saison, dem Wetter. „Wer ins Freibad gehen will, schaut oft vorher auf die Wetter-App. Ist da Regen angesagt, bleiben die Leute zu Hause. Gab es eine Schlecht-Wetter-Periode, brauchen die Interessenten ein paar Tage Sonnenschein, um wieder zu kommen. Zieht ein Gewitter auf, müssen wir die Schwimmer aus dem Wasser holen. Das verstehen viele nicht. Dabei ist es doch zu ihrer Sicherheit. Das größte Problem war das Wetter während der Sommerferien. Im vergangenen Jahr konnten die Kinder in den Ferien schwimmen gehen, in diesem Jahr war der Frühsommer schön, in den Ferien gab es Wolken und Regen“, meinte Frank Riffel, im Bad „Mädchen für Alles“, wie er sagte: Hausmeister, Techniker, Gärtner, und, und, und. Apropos Technik. Auch da ändert sich viel im Bad. Energie wird gespart durch modernste Elektrik und bessere Isolationen.

Um diese Maßnahmen „stemmen“ zu können, wird auch am Konzept des historischen Freizeitangebotes gearbeitet. Schließlich sei das Bad auch ein bedeutender Motor für den Tourismus und ein wichtiges Angebot für die Bewohner der Region. Eine Kooperation mit dem Arp-Museum ist angelaufen mit gegenseitigen Besuchen, der Schulsport wurde in Bad Bodendorf von der Grundschule Sinzig aufgenommen, es soll zusätzliche Zeiten für die Sportschwimmer geben. Es wird auf jeden Fall nicht am Charme des Bades gerüttelt: „Wir werden das Ambiente halten, mit extrem sauberem Wasser bei weniger Chlor-Beeinträchtigung, wir werden die weiträumigen Liegewiesen behalten und pflegen, Die Besucher wollen keine Rutschen und keinen Lärm, sie wollen hier ausruhen und sich erholen. Das macht unser Bad aus. Und natürlich das Mineralwasser, das der Bad Bodendorfer Apotheker Bernhard Knorr zertifizieren ließ“, freuten sich Hans und Eva Riffel schon auf die neue Saison. Doch bis dahin werden noch viele Arbeitsstunden im Bad Bodendorfer Kurpark anfallen.

Bilanz zogen im Bad Bodendorfer Thermalfreibad Frank und Eva Riffel sowie Hans Diedenhofen. Foto WM

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