Lokalsport | 21.07.2014, 12:35 Uhr

„Ironman“-Europameisterschaft in Frankfurt - Drei Athleten vom TriTeam Sinzig im Ziel

Rainer Breuer hat Hawaii-Ticket zur WM gelöst

Ulrike und Wilfried Schneider finishten im Mittelfeld

Rainer Breuer hat Hawaii-Ticket zur WM gelöst
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Sinzig. Fast 3000 Triathleten, so viele wie nie zuvor, stürzten sich ab 6.45 Uhr in die Fluten des Langener Waldsees bei Frankfurt zur Auftaktdisziplin des „Ironman Europe“ zum Schwimmen. Darunter auch Ulrike Schneider, die gut vorbereitet ihren zweiten Ironman in Angriff nahm, zusammen mit ihren Ehemann Wilfried und Vereinskollegen Rainer Breuer.

Das 3,8 km Schwimmen wurde in zwei Wellen gestartet, um das große Teilnehmerfeld zu entzerren. Die Erste Gruppe (650 Starter), mit allen Profiathleten und den schnellsten Schwimmern der Altersklassen, darunter auch Rainer und Wilfried, bot genügend Platz zur Orientierung, um eine freie Bahn um die mit gelben Bojen markierte Strecke zu finden. Mit dem Sieben-Uhr-Start der Altersklassen verwandelte sich der Waldsee dann aber in ein Piranha-Becken und Ulrike Schneider mittendrin. Das Ufer unbeschadet zu erreichen ist eine echte Herausforderung - und davor hat jeder Athlet gehörigen Respekt. Tritte kassieren, untergetaucht werden und Wasser schlucken ist völlig normal. Wilfried kam in seiner stärksten Disziplin nach 1:11 Std. als schnellster Sinziger Starter in die Wechselzone gefolgt von Rainer, der 1:17 Std. brauchte. Ulrike kraulte die Strecke durch und kam nach 1:46 Std. aus dem Wasser.

Der Wechsel auf das Rad klappte problemlos und die 180 km Radfahren durch das Frankfurter Hinterland (Karben, Friedberg, Bad Vilbel) wurden bei kräftezehrendem starken Wind in Angriff genommen. Die hervorragende Streckenabsicherung und die vielen hundert Helfer sorgten für ein faires und sicheres Rennen. Rainer Breuer überholte Wilfried Schneider bei km 30, gab viel Druck auf die Pedale und schaffte seine Paradedisziplin in nur 4:54 Std. und lag gut im Rennen um den Titel. Ulrike und Wilfried Schneider kamen mit einer etwas defensiveren, aber Kräfte sparenden Fahrweise ohne Sturz ebenfalls gut über die Radstrecke.

Der abschließende Marathon über vier Runden à 10,5 km beiderseits des Mains, mussten die Athleten dann bei tropischen Verhältnissen absolvieren. Nach dem regnerischen Wetter in den Tagen vor dem Wettkampf, schien am Raceday gnadenlos die Sonne und heizte die Temperatur auf 31 Grad Celsius hoch. Diese Verhältnisse verlangten den Teilnehmern alles ab. Tausende Zuschauer säumten die Strecke und feuerten die Athleten an, darunter auch einige mitgereiste Vereinskollegen die für Abwechslung für die Läufer sorgten. Bei solchen Wettkampfdistanzen kommt es auf die optimale Versorgung des Körpers mit flüssiger, isotonischer und kalorienreicher aber leicht verdaulicher Nahrung (Gel, Bananen, Cola) an. An diesem Tag jedoch waren auch die gereichten Eiswürfel und Salzsticks eine begehrte Währung. Rainer Breuer gelang dies nach anfänglichen Problemen an diesem Tag am Besten und errichte mit der super Marathonzeit von 3:23 Std. das Ziel. Für den Europameistertitel reichte aber selbst die hervorragende Endzeit von 9:41 Std. nicht aus - aber mit dem fünften Platz hat Rainer Breuer erneut das Ticket zur Weltmeisterschaft auf Hawaii gelöst.

Ulrike Schneider, die einzige Langdistanz-Triathletin aus der Region, erreichte nach 180 km auf dem Rad in guten 6:28 Std. die Wechselzone. Beim abschließenden Marathon bekam sie nach 20 km auf der Laufstrecke Magenprobleme und konnte leider nicht ihre Stärke beim Laufen abrufen. Sie entschloss sich zu einer 20 minütgen regenerativen Pause, konnte den Marathon dann aber fortsetzen. Finishen - das ist bei einem Ironman-Rennen das Ziel jedes Athleten. Trotz mäßiger 5:18 Std. für den Lauf, schaffte Ulrike ihren zweiten Ironman-Zieleinlauf mit Gänsehautfeeling auf dem Römerberg in Frankfurt nach 13:46 Std. und errang den 17. Platz der Europameisterschaft.

Wilfried Schneider hatte gute Beine beim Radfahren (32er Schnitt, 5:41 Std.) dies bedeutete eine gute Ausgangsposition für den Lauf. Aber auch er musste sich den Wetterverhältnissen beugen, verlor bei Gehpausen an den Verpflegungsstellen viele Plätze, sodass auch er mit 4:47 Std. an diesem Tag unter seinen Möglichkeiten blieb. Das einzigartige Finisher-Erlebnis beim Zieleinlauf auf dem Römerberg hatte er sich nach 11:53 Std. (Platz 103) verdient.

Der Gesamt-Sieger und mit 7:55 Std. neuer Streckenrekordler des Rennens, Sebastian Kienle, fasste die Gefühle wie folgt zusammen „Wer sich fragt, warum mach ich den Scheiß eigentlich, der sollte nur einmal hier mitmachen - dann wird er sich die Frage nie wieder stellen müssen, so geil ist das hier - und jetzt geht’s für dreiTage in die Eistonne“. Dem können sich die Athleten vom TriTeam Sinzig nach dem längsten Tag des Jahres nur anschließen.

Ulrike und Wilfried Schneider.

Rainer Breuer Fotos: privat

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