Allgemeine Berichte | 11.11.2013, 15:50 Uhr

Von den Martinszügen im Stadtgebiet Sinzig

Sankt Martin war wieder hoch zu Ross unterwegs

Auf dem Kirchplatz in Sinzig präsentierten die Kinder vor dem Zug ihre bunten Laternen. RÜ
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Sinzig. Hoch zu Ross war Sankt Martin bereits in der vergangenen Woche überall im Sinziger Stadtgebiet unterwegs - sowohl in der Kernstadt als auch bei den Kindergärten, die mittlerweile ihre eigenen Martinszüge auf die Beine stellen. Sankt Martin wurde überall in der Stadt von den „Pänz“ und ihren Laternen und Fackeln begleitet. Und es gab kein Stadtteil, in dem nicht anschließend das Martinsfeuer abgebrannt, Lieder gesungen und die süßen Weckmänner verteilt wurden.

Bereits in den Tagen zuvor waren überall die Kinder ausgeschwärmt, um die Martinslose zu verkaufen. Und Insider wissen natürlich längst, wo die Siegerlisten mit den Martinsgänsen und Hähnchen in den vergangenen Jahren hingen, die für so manchen Festschmaus sorgten. Ansonsten ist nach den Martinszügen im Rheinland aber eine andere kräftige Tradition zum „Auftauen und satt essen“ angesagt: „Döppcheskoche“, „Döppeklotz“ oder wie das Kartoffelgericht im großen Bräter in seiner fast unendlichen Rezeptvielfalt auch immer genannt wird. Gar nicht mehr ganz so einfach ist es für die Veranstalter übrigens, einen Sankt Martin auf ein staatliches Pferd zu bekommen oder ausreichend Begleitmusik zu organisieren. Dies gelingt aber noch bei fast jedem Martinszug.

Der erste Martinszug war am Donnerstag, 7. November in der Kernstadt Sinzig unterwegs. Und dies war in diesem Jahr der „große“ Martinszug mit dem großen prasselnden Martinsfeuer auf der Jahnwiese.

Die Kindertagesstätten „Liliput“ und „Spatzennest“ machten sich mit ihren Fackeln und Liedern auf dem eigenen Gelände bereits am Dienstag, 5. November auf den Weg. Auch der Westum Kindergarten veranstaltete am Mittwoch, 6. November seinen eigenen Martinszug.

Sankt Martin in den umliegenden Stadtteilen

In den Stadtteilen ging das Martinsbrauchtum in diesem Jahr am Samstag, 9. November über die Bühne. In Bad Bodendorf begann am Samstag alles mit der großen Fackelprämierung in der Grundschule. Beim vom Jahr zu Jahr wachsenden Martinszug sind hier Polizei und Feuerwehr besonders gefordert. Denn Sankt Martin und die Kinder müssen auf ihrem Weg vom alten Ortskern zum Feuer an der Ahr die viel befahrene B 266 überqueren.

Und auch in Franken wurde das Martinsbrauchtum gepflegt - mit dem mittlerweile bestens angenommen „Apfelfest“ samt Wahl der Apfelkönigin. Der Martinszug in Franken startete allerdings erst um 18.15 Uhr.

In Koisdorf wurden ebenfalls am Samstag, 9. November Martinslieder gesungen.

Auch in Löhndorf wurde gesungen und das abbrennende Feuer bereits am Samstag bewundert. Denn dort wurde ein alter Brauch nach der Wiederbelebung in den Vorjahren gepflegt: Das „Schleppen“.

Und dies ist durchaus im Wortsinne zu verstehen: Der Nachwuchs des Dorfes - die kleineren Kinder in Begleitung ihrer Eltern - schleppten allerhand Reisigbündel zur Feuerstelle am Landgraben. Nach dem Fackelzug wartete in Löhndorf auf dem Platz hinter dem Gemeindehaus „Alte Schule“ noch eine Besonderheit. Denn neben dem obligatorischen Süßbrötchen gibt es in Löhndorf aus alter Tradition heraus auch ein Siedewürstchen für die Kleinen.

Am klassischen Termin, Sonntag, 10. November ging der Martinszug in Westum. Das Martinskomitee mit Daniel Kohzer an der Spitzen kann sich beim Aufbauen des Feuers stets auf die Mithilfe von Junggesellen und Feuerwehr verlassen.

Die Aktivitäten rund um den heiligen Sankt Martin sind im Stadtgebiet dabei vielfältig. Auf eins haben die Martinskomitees und Feuerwehren dabei ein besonderes Auge: In den Feuern wird kein belastetes Brennmaterial aufgeschichtet.

Auch in Bad Bodendorf herrschte eine bunte Vielfalt hinsichtlich der Laternen.

Auch in Bad Bodendorf herrschte eine bunte Vielfalt hinsichtlich der Laternen.

Auf dem Kirchplatz in Sinzig präsentierten die Kinder vor dem Zug ihre bunten Laternen. Fotos: RÜ

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