Sinziger Stadtrat tagte
Schöner Wald und die Wege zu einer noch schöneren Stadt
Sinzig. Der schöne Stadtwald und seine Zukunft sowie die Wege zu einer noch schöneren Stadt waren die zentralen Beratungspunkte der jüngsten Sitzung des Sinziger Stadtparlaments. Forsteinrichtungswerk, förmlich festgesetztes Sanierungsgebiet und aktive Stadtzentren hießen im Sitzungsaal des Rathauses die etwas sperrigen Fachbegriffe.
Einstimmig verabschiedete der Rat das neue Forsteinrichtungswerk, das für den Zeitraum von 2016 bis 2025 festlegt, wie der 836 Hektar große Sinziger Stadtwald bewirtschaftet wird. In den Sinziger Forsten sind Buchen (48 Prozent) und Eichen (24 Prozent) die dominierenden Baumarten. Die Nadelhölzer sind nur mit 17 Prozent vertreten. Für den Sinziger Stadtwald gab es dabei vom beauftragten Forsteinrichter Dirk Ueckermann ein großes Lob: „Sie haben einen wunderbar strukturierten Wald mit hohen Wertholzanteilen und einem sehr guten Bild in den ökologischen Bereichen“, so der Forsteinrichter in Richtung des Sinziger Rates. Gelobt wurde auch die gelungene Naturverjüngung in den Sinziger Forstbereichen. Im Masterplan für die nächsten zehn Jahre ist zwar vorgesehen, dass der Holzeinschlag zurückgehen wird, dennoch kann Sinzig mit festen Einnahmen aus seinem Stadtwald rechnen. Die sollen sich für die nächste Dekade jährlich auf etwa 35.000 Euro belaufen. Nach dem Wald ging es in fast schon historische Dimensionen in die Stadt selbst. Es ging um die Stadtsanierung, die vor rund 30 Jahren im Jahr 1985 unter der Regie des damaligen Bürgermeisters Norbert Hesch angelaufen war. Mit der Aufhebung des förmlich festgesetzten Sanierungsgebietes „Stadtkern Sinzig“ wurde die Sanierung nun auch formell abgeschlossen. Ein solcher Aufhebungsbeschluss war zwingend notwendig, um bei der städtebaulichen Erneuerung in neue Förderprogramme wie etwa „Aktive Stadtzentren“ zu kommen. Sinzigs amtierender Bürgermeister Wolfgang Kroeger verwies darauf, dass seit 1985 rund zehn Millionen Euro in die Sanierung von Straßen und Plätzen geflossen seien, die Stadt eine vollkommen neue Verkehrsführung erhalten habe und auch private Projekte gefördert werden konnten. FWG-Fraktionschef Friedhelm Münch bezeichnete die nun zu Ende gehende Sanierung als Glücksfall.
Münch wies aber auch auf die schnellen Entwicklungen und neuen Trends hin. „Als wir vor 30 Jahren das Pflaster für die Plätze aussuchten, gab es noch keinerlei Rollatoren, heute richten wir mit Blick auf die Barrierefreiheit der Stadt Laufwege mit glattem Pflaster ein“, so Münch. Einen kleinen Wermutstropfen fand Grünen-Sprecher Klaus Hahn: „Bei allen Anstrengungen ist es uns nicht gelungen eine Fußgängerzone einzurichten.“
Aufnahme in das Programm „Aktive Stadtzentren“
Der nächste Schritt für die Stadt wird nun der Antrag für eine Aufnahme in das Programm „Aktive Stadtzentren“ sein. Einstimmig erteilte der Rat den Auftrag für die Erstellung dieses Antrages an das Büro BB+P Kaiserslautern. Stadtplaner Frank Böhme, der die Stadt Sinzig durch drei Jahrzehnte hinweg bei der Sanierung begleitete, erläuterte erste Vorstellungen für die neue Förderung, die in den Jahren 2015 bis 2030 laufen soll. Dabei sollen 38,1 Hektar in das Untersuchungsgebiet kommen. Das Schloss, die Jahnwiese oder auch das Bahnhofsumfeld liegen dabei im Untersuchungsgebiet. In der Vorstellung der Planer soll auch eine neue fußläufige Verbindung vom Bahnhof hin in die Innenstadt entstehen. Arbeitstitel: Barbarossaweg.
Wichtig für den Sinziger Rat, beim neuen Förderprogramm sollen keine Kosten für die Anlieger entstehen. „Wir können ja nicht alle 25 Jahre für die Stadtsanierung die Menschen zur Kasse bitten“, formulierte es Friedhelm Münch ganz klar. „Wir haben heute die Ampel für eine weitere positive städtebauliche Entwicklung auf Grün gestellt“, fasste Bürgermeister Wolfgang Kroeger das einstimmige Geschehen im Ratssaal zusammen.
