LVR-Freilichtmuseum Kommern
Schul- und Backhaus aus Löhndorf feiert Jubiläum
Fest am Donnerstag, 29. August - Freier Eintritt für alle Löhndorfer
Mechernich/Sinzig. Löhndorfer haben Vorteile. Zumindest beim Back- und Schulfest im LVR-Freilichtmuseum Kommern am Donnerstag, 29. August.
Alle Einwohner Löhndorfs, die ihre Personalausweise zücken, haben an diesem Tag freien Eintritt. Denn dort wird ab 11 Uhr aus besonderem Grund gefeiert: Anlass ist der 250. Geburtstag des Schul- und Backhauses aus Löhndorf, heute Stadtteil von Sinzig, das 1763 gebaut wurde. Auf dem Jubiläumsfest bietet das Freilichtmuseum ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein. So können Kinder beim „Dorfschullehrer“ am Schulunterricht der Kaiserzeit teilnehmen, aber auch Erwachsene können sich in den alten Schriften üben. Der Löhndorfer „Amtmann“ aus dem 18. Jahrhundert wird die Glück- und Segenswünsche des Kurfürsten zur Einweihung der Schule überbringen, und der „Agrarökonom Johann Nepomuk von Schwerz“, Akteur der „Gespielten Geschichte“ im Freilichtmuseum, wird über die Schulverhältnisse in der Eifel zu Beginn des 19. Jahrhunderts berichten.
Auch der Gemeindebackraum im Kellergeschoss des Löhndorfer Hauses wird in Betrieb sein. Morgens backt der Museumsbäcker Brot und Kuchen, ab Mittag zeigen die „Museumsbäuerinnen“, wie früher dort die Löhndorfer Familien nach festgelegtem Stundenplan ihre Backvorräte für die nächsten zwei Wochen buken. Dabei erklären sie auch, welche Rolle dabei die sogenannten „Mannsäckchen“ spielten.
Das Haus aus Löhndorf, das 1971 seinen Weg ins Freilichtmuseum fand, vereint zwei Funktionen unter einem Dach: Es ist Schule und Gemeindebackhaus zugleich.
Diese Besonderheit gab es nur in wenigen Orten an der unteren Ahr, im Neuwied-Koblenzer Raum und auf dem Hunsrück. Die Vorteile: Mit zwei gemeinschaftlichen Funktionen unter einem Dach konnten Bau- und Unterhaltskosten gespart werden.
Das Löhndorfer Backhaus im Freilichtmuseum Kommern. Foto: HG
