Allgemeine Berichte | 10.02.2014

„Schlag die Möhre“:

Sicherheitsbedenken aus dem Möhrenbergwerk

Die Vorbereitungen für den Wettstreit „Schlag‘ die Möhre“ laufen auf Hochtouren. privat

Westum. Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für den karnevalistischen Wettstreit „Schlag‘ die Möhre“, der am Samstag, 15. Februar, um 14.11 Uhr im Festzelt in der Galters beginnt. Einlass ist ab 13 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Mittlerweile hat sich auch ein Team aus Bad Bodendorf angemeldet, in Franken wird noch überlegt, ob man teilnimmt. Allerdings sahen sich die Verantwortlichen Jecken im Murreland zu einer Sondermeldung veranlasst.

Denn die Sinziger Ortsvorsteherin Silvia Mühl informierte über ein besorgniserregendes Schreiben, dass sie kürzlich erhalten hat. Absender ist der Bergwerksdirektor der MÖHREN AG & Co. KG, Jack Gemein. Der Chef des Möhrenbergwerks in Westum ist ein weltweit geschätzter Experte und Gemein gilt auch als anerkannter Möhrenhistoriker und sein Wort wiegt schwer.

Für den geneigten Leser nun der „Brandbrief“ im Wortlaut:

„Sehr geehrte Frau Mühl,

wie ich aus einer Pressemitteilung erfahren habe, beteiligen Sie sich maßgeblich an dem barbarischen Wettspiel „Schlag die Möhre“. Gerade von Ihnen als Ortsvorsteherin der Stadt Sinzig hätte ich mehr Sensibilität und Verantwortungsbewusstsein erwartet. Ihnen und Ihren Mitstreitern scheint nicht bewusst zu sein, dass eine Möhre sehr empfindsam, schreckbar und verletzlich ist.

Darum schlage ich Ihnen folgende Änderung Ihres Konzepts vor:

Anstatt „Schlag die Möhre“ das Spiel „Streichel die Möhre“ zu nennen. Erfahrungsgemäß freut sich eine Möhre, wenn sie gestreichelt wird, wächst, gedeiht und wird stark. Schlägt man sie jedoch, bleibt sie klein, saft- und kraftlos und ist von Druckstellen überhäuft. Die wird dann zu keinem Wachstum mehr bereit sein.

Deshalb meine Bitte an Sie: denken Sie und Ihre Mitstreiter noch einmal darüber nach, ob Sie die Möhre am 15. Februar in Westum wirklich schlagen oder streicheln wollen.

Bei meinem letzten Rundgang im Möhrenbergwerk am Samstag, den 1. Februar 2014 habe ich an den Möhren starke Veränderungen wahrgenommen. Das betrifft vornehmlich die Stollensektionen 4 A Sternstraße, In der Galters. Hier sind vornehmend junge und pubertierende Möhren im Wachstum.

Vermutlich durch Möhrenhörnchen, die über der Erde alles wahrnehmen, ist man unter der Erde informiert und rüstet zum Kampf. Das bereitet mir große Sorgen. Aber um das zu verstehen, müsste Ihnen die Entstehung des Möhrenbergwerks bekannt sein. Da es aber zu lange dauern würde, nenne ich aus der Geschichte nur ein Beispiel:

Schon im Jahre 1111 versuchte die Stadt Sinzig, sich der Möhre zu bemächtigen, mit der Käselegion aus Koisdorf und der Ochsenkavallerie aus Löhndorf als Verbündete. Im Morgengrauen des 11.11.1111 griffen die Barbaren an, um die Möhren zu rauben und zu schänden. Die stolzen Möhrianer (Westumer) wehrten sich tapfer und erfolgreich und standen (so ist es überliefert) die Hände zum Himmel gestreckt, die Möhre in der Hand und feierten ihren Sieg. In den Geschichtsbüchern wurde dies als Erster Möhrenkrieg vermerkt. Es sollten noch zwei weitere folgen, mit katastrophalen Konsequenzen.

Liebe Frau Mühl, soll sich das Ganze in einem spielerischen Moment wiederholen? Aus Spaß kann sehr schnell Ernst werden. Wie bereits erwähnt, mache ich mir besonders große Sorgen um den Stollen 4A. In der Wachstumsphase der jungen, pubertierenden Möhren ist ein Schwingungsgrad von 1-4 MÖHR normal. Doch ich habe bereits 10 und mehr gemessen. Tendenz steigend. Das macht mir Angst.

Sollte sich dieses Schwingungsverhalten auf andere Sektionen übertragen, besteht die Gefahr eines Möhrenbebens. Das letzte bekannte Möhrenbeben ereignete sich am 16. August 1764. Wodurch es ausgelöst wurde, ist bis heute nicht bekannt. Nur wenige Insider wissen, dass auch zwischen September 1968 und Ende März 1969 starke Möhrenschwingungen gemessen wurden. Das war während der heißen Phase der Zwangseingemeindung des Ortes Westum nach Sinzig.

Ich bitte Sie, Frau Mühl, zu überdenken, ob Sie und Ihre Mitstreiter und alle anderen Teams - um einem Inferno zu entgehen - die Möhre lieber streicheln als schlagen. Sollten Sie alle zu keiner Einsicht kommen, sehe ich mich gezwungen, beim Amtsgericht Sinzig eine einstweilige Verfügung einzureichen, um dieses unmögliche, grausame Event zu stoppen.

Mit freundlichen Grüßen

Jack Gemein, Bergwerksdirektor der MÖHREN AG & Co. KG“

Für den karnevalistischen Wettstreit am Samstag könnten sich also ganz neue Spannungsmomente entwickeln.

Die Vorbereitungen für den Wettstreit „Schlag‘ die Möhre“ laufen auf Hochtouren. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Illegale Müllentsorgung sorgt erneut für Ärger

  • Heuschrecke: Das ist leider nicht nur in Kesselheim es sieht leider überall an den Container so aus
  • Boomerang : Schlimme Zustände. Allerdings wird da anscheinend auch nicht oft genug geleert. Und der Wertstoffhof war zwischen den Jahren komplett zu.

Karriere - und Laufbahnberatung für Frauen

  • Boomerang : Ist schon lustig.In gut bezahlten Führungsberufen ist die Frauenquote Gaaanz wichtig und wird gefördert und gefordert.Was ist mit dieser Quote bei LKW Fahrern , Dachdeckern, Maurern usw? Es geht nicht um Gleichberechtigung es geht um Geld Neid.
  • K. Schmidt: Richtig. Und dann weiter unten im Kreisel, wo der Radweg wenn man Richtung Neuenahr will die Ausfahrt kreuzt, kapieren gefühlte 90% der Radfahrer nicht, dass sie an der Stelle keine eingebaute, automatische...
  • Kiefer: Wenn ich sehe wie viele von Landershofen runter nach Ahrweiler ohne Beleuchtung fahren dann wird es mir schlecht. Jeden Morgen dasselbe Spiel
DA bis auf Widerruf
Image Anzeige
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Wir helfen im Trauerfall
Närrisches Wochenende Linz
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Empfohlene Artikel

Kreis Ahrweiler. Die Grippewelle im Kreis Ahrweiler und in Rheinland-Pfalz nimmt weiter Fahrt auf: „Landesweit ist die Zahl der Meldungen gegenüber der Vorwoche um 46 Prozent gestiegen“, so Carolina Wicher, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kreisverwaltung Ahrweiler.

Weiterlesen

Remagen. Hennes Bender ist AUSHÄUSIG AGAIN. Und einer der dienstältesten deutschsprachigen Standup-Pioniere hat nichts von seiner Form eingebüßt: Der Pottfather of german Comedy kommt im praktischen platzsparenden Vertikal-Format auf die Bühnen zurück. In seinem neunten Soloprogramm schaut er nicht zurück, sondern vehement nach vorne und verarbeitet all das in WIEDERSEHN MACHT FREUDE. Dabei bleiben...

Weiterlesen

Remagen. Bürgermeister Björn Ingendahl lädt zu seiner nächsten Bürgersprechstunde ein für Mittwoch, den 28. Januar 2026, ab 17.30 Uhr, in das Hotel-Restaurant Rhein-Ahr (Schremmer), Quellenstraße 67 – 69, 53424 Remagen-Kripp

Weiterlesen

Weitere Artikel

+++ Aktuelle Verkehrsinfo +++

A48: Stau sorgt für 20 Minuten Zeitverlust

Koblenz. Auf der A48 in Fahrtrichtung Dernbach müssen Verkehrsteilnehmende aktuell mehr Zeit einplanen: Wie der ADAC meldet, sorgt zwischen den Anschlussstellen Koblenz-Nord und Bendorf/Neuwied ein zwei Kilometer langer Stau für rund 20 Minuten Zeitverlust. BA

Weiterlesen

Nastätten. Am späten Freitagnachmittag, 16. Januar, gegen 16.55 Uhr befuhr der 87-jährige Fahrer eines PKW den bisherigen Informationen zufolge die Bahnhofstraße in Nastätten, als dieser vermutlich auf Grund eines medizinischen Notfalls die Kontrolle über seinen PKW verlor und frontal mit einer neben der Fahrbahn befindlichen Straßenlaterne kollidierte.

Weiterlesen

47-Jähriger besaß zudem seit mehreren Jahren keinen Führerschein mehr

Kreis Neuwied: Autofahrer mit über drei Promille gestoppt

Asbach. Im Rahmen einer Verkehrskontrolle in der Ortslage Asbach konnten die Beamten einen Fahrzeugführer ohne gültige Fahrerlaubnis antreffen. Zudem konnte beim Fahrzeugführer ein Atemalkoholwert jenseits der drei Promille festgestellt werden.

Weiterlesen

Gesundheitsexperten Bad Neuenahr-Ahrweiler
Helfende Hände gesucht
Dauerauftrag
Betriebselektriker
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Januar 2026
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Innovatives aus Weißenthurm
Andernach Mitte Card
Unternehmen erfolgreich
Seniorensitzung der Stadtsoldaten
Seniorensitzung der Stadtsoldaten
Gesundheitsexperten in Bad Neuenahr-Ahrweiler
Nachruf Kurth
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag Imageanzeige