Prinz Michael II. (Kappl) regiert die Sinziger Jecken
Tollität mit Gardemaß und bayerischen Wurzeln
Furioser Sessionsauftakt im Helenensaal mit karnevalistischem Spitzenprogramm
Sinzig. Die Sinziger Jecken haben eine neue Tollität und was für eine. Denn Prinz Michael II. (Kappl), Freiherr von Kappl zu Ochsford aus dem Land der Bajuwaren, Stadtsoldat aus Löhndorf, verfügt über ein Gardemaß weit jenseits der Zweimetermarke und bayerische Wurzeln.
Beim triumphalen Einzug in die Narrhalla Hellenensaal wirkte die weithin sichtbare prinzliche Erscheinung dann auch bestens gelaunt und enterte begeistert mit einem Freudensprung die Bühne. „Als Prinz einzumarschieren toppt alles, was ich bisher im Karneval erlebt habe“, so die neue Tollität, die von den Sinziger Jecken begeistert gefeiert wurde.
Im Saal hatten die Jecken zuvor ein Sitzungsprogramm geboten bekommen, das keine Wünsche offen ließ. Volker Thormann, Chef der Närrischen Buben, stand angesichts der bestens besuchten Veranstaltung ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht geschrieben. Die Buben hatten an der neuen Anfangszeit von 17.11 Uhr festgehalten und im Saal das gastronomische Angebot deutlich erweitert. Es gab nicht nur etwas gegen den kleinen Hunger, sondern auch für den großen Appetit der Gäste.
Ein wenig Wehmut und hier und da ein verstecktes Tränchen spielten dann bei der Verabschiedung der scheidenden Tollitäten eine ganz große Rolle. Prinz Häns III. und Prinzessin Melanie I. (Ehepaar Salscheider) hatten eine bemerkenswerte Session hingelegt und nahmen auch sichtlich bewegt Abschied. „Ihr habt die Stadt Sinzig in jeder Hinsicht bestens vertreten“, gab es nicht nur ein dickes Kompliment von Bürgermeister Wolfgang Kroeger.
„Lot m´r Freud os maache, schunkele, senge on laache“, das diesjährige Sessionsmotto passte dann auch bestens auf die Stimmung im Saal. Den Eisbrecher in der Bütt machten als zwei Tratschweiber die beiden Sinziger Urgesteine Gertrud Herter und Ellen Krämer, die Unterstützung beim „Fibbes“ alias Peter Schulte aus Köln fanden.
Ein Familien-Unternehmen in der Bütt sorgte dann im Saal für spontanen Beifall und Standing Ovations. Die Familie Gerharz, also Papa Kurt und die beiden Töchter Wera und Pia brannten als Josef, Jupp on Jüppchen ein Gagfeuerwerk ab. Das reichte vom „griechischen Grillen - ohne Kohle“ bis hinein in alle Lebensbereiche. Vor allem die kleine Pia als Jüpchen wurde mit ihren frechen Schlusspointen zum kleinen Star im Saal. „Ojö, ojö, wat wart ihr joot“, so sah es Sitzungspräsident Hans-Peter Floter ob des grandiosen Auftritts. In ähnlicher Qualität und ebenfalls frenetisch gefeiert legte Andreas Marquart als „Et Funkenmariechen“ nach. Der Vollblut-Karnevalist aus Heimersheim räumte ebenfalls Standing Ovations ab.
Farbenprächtig und abwechslungsreich kam die Abteilung Tanz daher. Die Tanzmäuse aus Rheinbrohl, die Westumer Meninas oder die KG „Schwarz-Weiß-Gold“ aus Neuwied mit ihren Sensationen aus dem Land der Majas und Azteken überzeugten ebenso wie die Showtanzgruppe der Närrischen Buben mit ihrem Feuerwehrtanz aus dem Vorjahr.
Für Stimmung per „Dicke-Backen-Musik“ sorgte eine „Busladung hoch“ der Musikzug „Blau-Weiß Altlunke“ aus Köln.
Das ein Prinz mit Gardemaß gar nicht so einfach zu proklamieren ist erfuhr dann Sinzig Bürgermeister Wolfgang Kroeger. Da musste schon ein Trittleiterchen her. Und für das Umhängen der Prinzenkette waren dann zwei ebenfalls „staatse“ Kerls notwendig. Die Jecken in Sinzig können sich auf eine Session freuen, in der die neue Tollität immer „joot drop“ sein wird und in jedem Fall den Überblick behält. BL
Jubelten mit dem neuen Prinzen (vorne, v. l.): Sitzungspräsident Hans-Peter Floter und Bürgermeister Wolfgang Kroeger.
Die Showtanzgruppe der Närrischen Buben zeigte wieder mitreißende Darbietungen.
Andreas Marquart als „Et Funkenmariechen“ brachte den Saal zum Toben.
