Stephan Pauly verzichtet auf Stadtratsmandat
Unvereinbarkeit beruflicher und politischer Tätigkeit
Sinzig. Der Sinziger Sozialdemokrat Stephan Pauly, bei der Kommunalwahl mit 1516 Stimmen von Listenplatz 28 direkt in den Sinziger Stadtrat gewählt, verzichtet auf sein Mandat. In einer persönlichen Erklärung erläutert der Familienvater, Geschäftsführer des kommunal getragenen Verkehrsverbundes Rhein-Mosel und vielfach ehrenamtlich Engagierte die Beweggründe seiner Entscheidung. Zum Hintergrund: Stephan Pauly ist im Ehrenamt Vorsitzender des Kirchbauvereins St. Peter Sinzig, musikalischer Leiter der Sinziger Turmbläser sowie zweiter Vorsitzender der Interessengemeinschaft Brohltal-Eisenbahn. Zugleich hat er für die Schmalspurbahn den Vorsitz im Aufsichtsrat der Betriebsgesellschaft.
„Das Wahlergebnis hat mich persönlich sehr überrascht und ich hatte keineswegs damit gerechnet, ein solch enormes Vertrauen durch so viele Bürgerinnen und Bürger der Gesamtstadt Sinzig zu erfahren. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken. Zu keinem Zeitpunkt bin ich davon ausgegangen, mit einem derart hohen Einzelstimmenanteil direkt in den Rat gewählt zu werden. Zweifelsfrei hat mein umfänglich öffentliches Engagement im Bereich der Musik, der Kultur und in anderen Bereichen des Ehrenamtes zu diesem Erfolg beigetragen,“, heißt es in der Erklärung. Pauly erläuterte seine Gründe wie folgt: „In meiner Funktion als Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel berate und unterstütze ich beruflich acht Landkreise und die kreisfreie Stadt Koblenz in sämtlichen fachlichen Fragen des öffentlichen Personennahverkehrs. Daraus ergeben sich in Summe Beratungstätigkeiten in insgesamt 27 kommunalen Entscheider-Gremien, die sich durch zahlreiche Abendveranstaltungen alleine terminlich nicht mit den Sitzungsterminen des Stadtrats oder seiner Ausschüsse überein bringen lassen.“
Weiter heißt es: „Dazu kommen abendliche Sitzungstermine der zahlreichen ehrenamtlichen Verpflichtungen, die ebenfalls abgedeckt werden müssen“. „Obgleich mir bewusst ist, dass ich mit dieser Entscheidung sicher den einen oder anderen Wähler enttäusche, möchte ich meiner Linie treu bleiben: Wer mich kennt, weiß, dass ich auch alle mir übertragenen Aufgaben und Arbeiten im Ehrenamt mit großem Engagement und Leidenschaft zu 100 Prozent erfüllen möchte. Das wäre in dieser für mich überraschend neuen Situation jedoch nicht mehr möglich gewesen“, so Pauly. „Vor diesem Hintergrund habe ich mich nach reiflicher und sehr gründlicher Überlegung zu diesem Schritt entschlossen. Dies ist mir schwergefallen und den Mandatsverzicht bedauere ich außerordentlich. Ich bedanke mich an dieser Stelle herzlich für das Vertrauen und auch für das Verständnis für diese Entscheidung.“ Nach dem Mandatsverzicht von Stephan Pauly ist für die SPD-Fraktion Silke Martin mit 1.273 Stimmen nächste Nachrückerin.
