Jugendarbeit fördern
Verlässliche Unterstützung für Kinder- und Jugendarbeit in Sinzig sichern
aus Sinzig
Sinzig. Wasserschlacht, Kinderlachen und ein klarer Auftrag: Jugendarbeit braucht verlässliche Unterstützung
Schon beim Betreten des Geländes des Hauses der Offenen Tür (HOT) wurde deutlich, wie lebendig die Einrichtung ist. Während die Sommersonne brannte, spielten zahlreiche Kinder auf dem Außengelände und lieferten sich lachend eine Wasserschlacht. Die unbeschwerte Atmosphäre machte sichtbar, was das HOT jeden Tag ermöglicht: einen Ort, an dem Kinder Gemeinschaft erleben und einfach Kind sein können.
Um sich ein Bild von der wertvollen Arbeit der Einrichtung und ihren aktuellen Herausforderungen zu machen, besuchte die Landtagsabgeordnete Susanne Müller (SPD) das HOT in Sinzig. Im Austausch mit den Mitarbeitenden des HOT stand deshalb die Frage im Mittelpunkt, wie die Offene Kinder- und Jugendarbeit langfristig verlässlich unterstützt werden kann.
Im Gespräch wurde deutlich, dass hinter der lebendigen Atmosphäre große Herausforderungen stehen. Das HOT leistet seit mehr als 40 Jahren wertvolle Kinder- und Jugendarbeit und bietet mittlerweile sieben Wochen Ferienbetreuung an. Rund 50 Kinder nehmen regelmäßig an den Angeboten teil. Die Nachfrage ist hoch – und der Bedarf wächst weiter. Ein zentrales Thema war die personelle Kontinuität. Befristete Stellen erschweren den Aufbau langfristiger Beziehungen, obwohl gerade verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche von großer Bedeutung sind. Insbesondere die Unterstützung und Spenden im Nachgang an die Flutkatastrophe haben hier Perspektiven und Möglichkeiten eröffnet, die aber auch deutlich gemacht haben, wie groß eigentlich der Bedarf vor Ort ist.
Ulrike Michelt vom Leitungsteam machte zudem auf weitere Herausforderungen aufmerksam: Der Bedarf an Schulsozialarbeit steigt kontinuierlich. Gleichzeitig fehlen vielerorts niedrigschwellige Hilfsangebote, etwa für wohnungslose Menschen oder für Menschen mit psychischen Belastungen. Auch der Wunsch nach einer noch engeren Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe, Schulen und den zuständigen Ministerien wurde mehrfach betont. In diesem Zusammenhang weist Susanne Müller auf die Jugendstrategie „Jung – eigenständig – stark“ (JES) ein, die fortgeschrieben und gestärkt werden soll. Kommunen sollen bei der Jugendarbeit sowie der aufsuchenden Jugendsozialarbeit, den Projekten zur Jugendberufshilfe und den Häusern der Offenen Tür unterstützt werden. Dies ist gerade wichtig, denn ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Bedeutung von Gemeinschaft. Kinder und Jugendliche brauchen Orte, an denen sie soziale Kontakte knüpfen, Konflikte lösen und Selbstvertrauen entwickeln können. Einrichtungen wie das HOT leisten hierzu einen unverzichtbaren Beitrag – weit über die reine Freizeitgestaltung hinaus.
„Kinder- und Jugendarbeit ist keine freiwillige Zugabe, sondern eine Investition in unsere Gesellschaft. Einrichtungen wie das HOT geben jungen Menschen Halt, schaffen Gemeinschaft und bieten Chancen. Damit sie diese wichtige Aufgabe auch in Zukunft erfüllen können, brauchen sie verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen und langfristige Perspektiven“, diese möchten wir mit unserer Jugendstrategie aber auch beispielsweise durch Pat*innenprojekte stärken.
Der Besuch machte deutlich: Die Kinder und Jugendlichen sind da, der Bedarf wächst und das Engagement der Mitarbeitenden ist enorm. Dafür danke Susanne Müller dem Team des HOTs ausdrücklich. Denn jedes Kind verdient die Chance auf einen Ort, an dem es Unterstützung, Gemeinschaft und Zukunftsperspektiven findet.
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v.l. Ulrike Michelt, Susanne Müller Foto: Hannah Uhrmacher