Polit-Klaaf mit toller Resonanz
Von Wasserbüffeln und angewandter Gerontologie
Mit „Hart ävver fair im Fasteleer“ startete in Sinzig der Kneipenkarneval
Sinzig. Es war erst das zweite Mal, das die KG Närrische Buben dem Karneval in Sinzig wieder eine Prise Politik verpasste. Denn die Veranstaltung „Hart ävver fair“ hatte letztes Jahr ihre Premiere und war da schon ein Erfolg. In der diesjährigen Variante war der Andrang im Café Barbarossas aber etwas größer. „Falls nächstes Jahr noch mehr Gäste kommen, müssen wir an einen größeren Veranstaltungsort wechseln“, sagte Veranstalter und Moderator Martin Thormann.
Das Konzept: Jeder Sinziger kann in die „Bütt“ gehen und der versammelten Politikerschar die Meinung sagen. Wichtig ist nur, dass dies mit Witz und Niveau geschieht. „Wir wollten eben die Themen Karneval und Politik wieder verbinden“, so Thormann. „Das gab es in Sinzig lange Zeit nicht“.
Großer Zuspruch und geniale Redebeiträge
Nicht nur bei Karnevalisten war die Resonanz groß: Auch Bürgermeister Andreas Geron sowie die Vertreter aller Fraktionen im Stadtrat kamen zum Polit-Klaaf.
Insgesamt fünf Teilnehmer fanden sich im karnevalistisch in blau und gelb geschmückten Café ein um auf satirische Art den Finger in die Wunde zu legen. Den Anfang machte das Duo „Kamellica“, also eine Mischung aus Kamelle und der Band Metallica. Verstärker und Schlagzeug gab es keine – dafür aber zwei Akustikgitarren und viel Humor. Denn die beiden Musiker Robert Lohmer und Marcel Sonnenberg dichteten Songs von U2, Louis Armstrong und – natürlich – Metallica um. Hauptdarstellerin der neuen Texte war stets die Stadt Sinzig und die vielen Themen, die in jüngster Zeit die Gespräche beherrschten. Das kam gut an, insbesondere wenn es um das durchweg beliebte Thema Wasserbüffel ging. Die Tiere, die bald in der Ahrmündung grasen könnten, wurden auch von Robert Krämer berücksichtigt. Krämer sorgte sich jedoch mehr um den künftigen fiktiven Wasserbüffel-Aufpasser, der die Rinder im Auge behalten soll, als um die Tiere selbst. Im weitesten Sinne tierisch ging es auch bei Carmen Reuter zu. Reuter befasste sich nämlich mit „Bad Bodendorfs größtem Hundeklo“ und meinte natürlich das Areal, auf dem die neue Sporthalle entstehen soll. Auf spitzfindige Art bemängelte Reuter, seit geraumer Zeit keinen Baufortschritt erkannt zu haben.
Ausflug in die Gerontologie
Ein echtes Zugpferd im Sinziger Karneval durfte nicht fehlen: Manfred Ruch als Gerontologe. Ruch hatte schon auf verschiedenen Karnevalssitzungen manchen politischen Vorgang liebevoll auf die Schippe genommen. Natürlich kamen die Wasserbüffel nicht ohne eine Erwähnung aus. Der Gerontologe machte sich bei den Rindern Gedanken um deren Gesundheit und fürchtete, dass die Tiere bei Hochwasser in arge Not kommen könnten. Ebenfalls war die florierende Nachbarstadt Remagen Thema. Ruch riet hier im besten Dialekt zu einer moderneren Denkweise der Sinziger.
Ein besonderer Ehrengast wurde auch gesichtet, wenn auch außerhalb der „Polit-Bütt“: Selbstverständlich kam auch Sentiaca Dagmar I. samt Gefolge zu „Hart ävver fair“ und somit zur einer Veranstaltung, die sich schon jetzt zum Kultevent eines neuen Sinziger Polit- und Kneipenkarneval etabliert hat. ROB
Kultiger Auftritt: Manfred Ruch als gehört als „Gerontologe“ schon zur Grundausstattung in der Bütt. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann
Ein Besuch von Sentiaca Dagmar I. durfte nicht fehlen. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann
Die spitzfindigen Reden wurden vom Publikum mit einem herzlichen „Senzech Alaaf“ bedacht. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann
Die Karnevalsfans freute sich über die pointierten Beiträge. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann
Robert Krämer nahm sich dem Thema Wasserbüffel an.
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