Allgemeine Berichte | 26.07.2026, 09:52 Uhr

NABU-Schmetterlingswanderung

Schmetterlingswanderung des NABU Ahrweiler mit Expertenerklärung in Bad Bodendorf

Langhornmotte
170

Bad Bodendorf. In diesem Jahr hatte der Dipl. Biologe Dr. Prange die Lohrsdorfer Wiesen als Exkursionsziel ausgesucht. So trafen sich 17 interessierte Teilnehmer am Sonntag den 19.07. vor der St. Matthias-Kapelle in Bad Bodendorf.

Auf Grund des nicht optimalen Schmetterlingswetters wurden die angestrebten 15 Arten nicht ganz erreicht. Immerhin konnten 14 Tagfalterarten und eine Skabiosen-Langhornmotte vorgestellt werden. Nahe der Kapelle kescherte Dr. Prange den Schornsteinfeger (Aphantopus hyperantus). Ein typischer Vertreter der Augenfalter, der häufig in Übergangszonen zwischen zwei Lebensräumen (Hecken/Offenland od. Offenland Wald) zu finden ist. Raupenfutter sind verschiedene Gras- und Seggenarten. Die Eier werden einzeln in Grasinseln zu Boden fallen gelassen.

Eine weitere spannende Sichtung war ein Gelbling aus dem Coliaskomplex. Auf den Lohrsdorfer Wiesen kommen sowohl der Postillion, der Weißklee-Gelbling als auch der Hufeisenklee-Gelbling vor, welche sich morphologisch nur marginal unterscheiden. Eine Bestimmung der Art ist daher ohne keschern kaum möglich. Die Raupen hingegen lassen sich im Endstadium gut unterscheiden.

Bei den Dickkopffaltern des Thymelicuskomplexes gibt es ein ähnliches Problem. Dank des Keschers konnte Dr. Prange hier auf Artniveau den „Braunkolbigen Braun-Dickkopffalter“ vorstellen. Bei dieser Art sind die Flühlerkolbenspitzen wesentlich zur Unterscheidung vom „Schwarzkolbigen Braun-Dickkopffalter“. Auch bei diesen Arten überschneiden sich Flugzeit und Habitatsansprüche, so dass beide Arten in den Wiesen vorkommen.

Die kleinen Bläulinge sind ebenfalls nur schwer voneinander zu unterscheiden. Es gelang Dr. Prange sowohl den häufigen Hauhechelbläuling als auch den etwas selteneren „Kleinen Sonnenröschenbläuling“ den Teilnehmern vorzustellen. Beim „Kleinen Sonnenröschenbläuling“ ist die Grundfarbe beider Geschlechter dunkelbraun mit orangenen Submarginalflecken. Die Weibchen des Hauhechelbläulings können flügeloberseits fast gleich aussehen. Hier helfen zur Unterscheidung nur die Flügelunterseite. Auch bei diesen zwei Arten überschneiden sich die Lebensraumansprüche, wobei der Hauhechelbläuling in fast allen heimischen Offenlandnaturräumen zu finden ist, während der Sonnenröschenbläuling eher trockene (kalkreiche) Hänge mit Halbtrockenrasen, Streuobstwiesen und offengelassenen Weinbergen bevorzugt. Er ist etwas wärmegebundener als der Hauhechelbläuling.

Dank der reichlichen Ausführungen Dr. Pranges zu äußeren Erscheinungsbildern (Morphologie), den Lebensweisen (Metamorphose/Phänologie) sowie den Lebensräumen (Habitate) und den Erläuterungen zum Schutz der Habitate und Falter, war auch diese Schmetterlingsexkursion des NABU-Ahrweilers nach Meinung der Teilnehmer wieder eine gelungene Veranstaltung.

Pressemitteilung NABU

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Langhornmotte Foto: Stefan Blank

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