Allgemeine Berichte | 05.09.2014, 14:41 Uhr

Der Eifelverein Sinzig wanderte im Hunsrück

Wanderspaß mit dem „Murscher Eselsche“

An der Mariensäule sammelte sich die Gruppe, um noch ein gemeinsames Foto und Rast zu machen. Privat
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Sinzig. Wie kann ein Wanderweg „Murscher Eselsche“ heißen? Ganz einfach: Die Traumschleife beginnt in Morshausen bei Emmelshausen. „Mursche“ nennen die Hunsrücker im Dialekt den Ort Morshausen, und „Eselsche“ ist ein Fels an diesem Weg, dessen Form an einen Esel erinnert. Zusammengesetzt: „Murscher Eselsche“. Auch wenn das Eselchen ein paar Regenschauer nicht verhindern konnte, so war doch die Stimmung bei den 23 Wanderinnen und Wanderern ganz hervorragend. Zusammen mit den Wanderführern Wilfried Arenz und Alfred Pohl fuhren die Eifelfreunde am Sonntagmorgen in Fahrgemeinschaften nach Morshausen im Hunsrück, dem Startpunkt der Tour. Gleich zu Beginn durchwanderte die Gruppe Wiesen und Raine. Am Wegesrand blühten die Flockenblume, würzig duftender Feldthymian, Wilde Möhre und die blaue Wegwarte. Auf dem historischen Zechenweg ging es voran, und bald wurde ein Aussichtspunkt mit einem weiten Blick über Hunsrück und Eifel erreicht. Nicht weit von hier erfreuten originell geschnitzte Holzfiguren, die Grubengeister darstellen, die Wanderer. Die Morshausener Bürger benutzten den Zechenweg bereits vor 150 Jahren, um zu den Stollen der Erzgrube Theresia zu gelangen, die heute längst stillgelegt ist.

Auch die lebensgroße Skulptur eines Bergmanns mit Laterne war zu bewundern. Spuren des früheren Bergbaus sind noch zu erkennen: die Wanderer passierten einen verlassenen Stollen und eine Abraumhalde. Im Tal erreichten sie den Baybach, der sehr viel Wasser führte und gluckerte und rauschte; in den Auen am Bach blühten schon die ersten Herbstzeitlosen. Sehenswert war nun eine Forellenzucht und, am Fuß des Grubenhanges, das alte Zechenhaus. Ein Wegstück hinter der Franzenmühle legten die Eifelfreunde am Perdskimbel eine Mittagsrast ein. Nahebei machten stabile Bänke und Tische den Aufenthalt angenehm. Früher wurden an dieser Stelle die Pferde getränkt. Bald führte der Pfad wieder bergauf bis zu einer großen Figur, die „Hampit, den Jäger“ mit Flinte und Rucksack darstellt. Von hier bot sich ein Blick in eine Schlucht mit weitläufigen Wäldern. Noch weiter aufwärts war auf einem Felsenkamm Vorsicht angebracht, fest montierte Stahlseile halfen bei der Sicherung. Nun fing es langsam an zu regnen, was sich zu einem prasselnden Regenschauer steigerte. Aber die Wanderfreunde hatten Regenjacken und Schirme dabei. Steil ging es hoch zum „Murscher Eselsche“, auch hier wieder ein Aussichtspunkt. Von dort blickte man im strömenden Regen ins weite regennasse Land. Der guten Laune konnte dieser Wolkenbruch aber nichts anhaben. Kurz vor Ende der Tour hörte der Regen wieder auf. Bei einer Marienstatue, die am Fuß einer uralten, mächtigen Eiche steht, wurde noch einmal kurz gerastet. Dann war die Gruppe wieder am Zielpunkt der Tour angelangt. Es folgte noch eine gemütliche Einkehr in Brodenbach an der Mosel. Eine interessante, abwechslungsreiche Wanderung mit vielen Naturschönheiten und Ausblicken, Skulpturen und gepflegten Rastplätzen und einem kräftigen Guss von oben, wird lange in Erinnerung bleiben.

An der Mariensäule sammelte sich die Gruppe, um noch ein gemeinsames Foto und Rast zu machen. Foto: Privat

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