Fundsachen-Versteigerung in Sinzig
Wenn Drahtesel zu Schnäppchenpreisen weggehen
Handys wurden zum Ladenhüter
Sinzig. In der Lindenstraße, im Lager der Stadt Sinzig für gefundene Fahrräder, die von ihren Besitzern nicht abgeholt wurden, herrschte knisternde Spannung und Biet-Fieber. Mehrere Fahrräder und erstmals auch eine Reihe von Mobiltelefonen werden von Bernhard Ockenfels von der Stadtverwaltung unter den Hammer gebracht. Der Mann aus dem Rathaus hat mittlerweile Routine und auch Spaß an der Sache. Als Aktionspult, auf das der Hammer fällt, dient übrigens ganz salopp eine gelbe Tonne. „Wir geben keine Garantie, es heißt gekauft wie gesehen“, hatte Ockenfels die Regeln erklärt. Rund 30 Interessenten waren zur Auktion gekommen. Schnäppchenjäger und Leute, die einfach nur Spaß an einer Aktion haben. Doch in diesem Jahr waren die Fahrräder zwar teilweise in gutem technischen Zustand doch es gab bis auf Ausnahmen keine großen Bieterschlachten mit Höchstpreisen. Es gibt eine hochoffizielle Quittung, die gleichermaßen als Kaufbeleg und Eigentumsnachweis gilt. Die Schnäppchenjäger sind meist unterwegs, um ein preiswertes Rad zu ergattern. Um etwa damit zum Bahnhof zu fahren. Bei der jüngsten Versteigerung waren die Schrauber und Bastler etwas unterrepräsentiert. Die sehen nicht das Fahrrad, sondern mögliche Ersatzteile und treiben oft die Preise hoch. Erstmals kamen in diesem Jahr auch Mobiltelefone unter den Hammer. Doch die oft etwas älteren Teile bleiben Ladenhüter. Hintergrund: Die Stadt ist verpflichtet, die Daten auf den Geräten professionell löschen zu lassen. Dafür wird dann eine Schutzgebühr von 50 Euro fällig. Lediglich bei einem etwas moderneren iPhone IV gab es ein Gebot von bis zu 29 Euro (plus Schutzgebühr). Aber über 50 Euro für eine alte Gurke wollte eigentlich niemand ausgeben. „Das mit den Mobiltelefonen ist nicht gut gelaufen“, so Bernhard Ockenfels nach der Auktion. Aber immerhin fanden fast alle Fahrräder neue Besitzer.
