Allgemeine Berichte | 13.12.2013, 13:19 Uhr

Verein zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums Sinzig

Zu Besuch auf Burg Lantershofen

Subregens Dr. Manuel Schögl führte die Sinziger Denkmalfreunde im Seminar Studienhaus St. Lambert

Der Sinziger Denkmalverein gewann interessante Einblicke im Priesterseminar.
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Sinzig/Lantershofen. „Ein Priesterseminar ist ja eine Welt für sich – ich freue mich, dass Sie hinter die Kulissen schauen möchten“, begrüßte Dr. Manuel Schögl, Subregens des Studienhauses St. Lambert, den Verein zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums Sinzig in Lantershofen.

Die „Welt für sich“ bilden in gepflegtem Grün Gebäude aus unterschiedlicher Zeit. Vermutlich stand dort schon eine römische Bastion. Sicher ist, dass 1708 anstelle der zerstörten Burg, welche die Grafen von Blankart 1376 auf einem Vorgängerbau errichteten, Freiherr von Stickeneil die heutige Burg, das Haupthaus von St. Lambert, bauen ließ. Der noch vorhandene Burgturm, einst waren es vier, so Dr. Schögl bei seiner Führung, ist besonderen Gästen, wie Bischöfen, vorbehalten. Monsignore Michael Bollig, Regens (Leiter) der in Deutschland einmaligen Einrichtung, lebt im Fachwerkhaus „Eulenburg“, während die Seminaristen vier moderne Häuser bewohnen, die 2001 im Rahmen der Umstrukturierung des Studienhauses entstanden. Aus ihr gingen ebenfalls neue Hörsäle, Sporthallen, Küche, Speisesaal und Kapelle hervor.

1939 übernahm das „Apostolat für Priester- und Ordensberufe“ das Anwesen. Gründer Pfarrer August Doerner richtete nach dem Krieg eine Schule ein, die Jungen den Weg zum Abitur ebnete. Im erweiterten Komplex eröffnete Bischof Bernhard Stein 1972 das von den Pfarrern Paul Solbach, Eugen Gros und August Burger gegründete Studienhaus für Spätberufene. Sie können auch ohne Abitur, dafür mit Lebens- und Berufserfahrung, einen theologischen Abschluss erwerben, den alle deutschen Bischöfe anerkennen. Seit Gründung haben 34 Diözesen und 36 Ordensgemeinschaften mehr als 750 Studenten in St. Lambert ausbilden lassen, von denen 467 zum Priester geweiht wurden. „Wir versuchen, dasselbe Niveau zu haben, wie die Universitäten“, erklärte Dr. Schögl. Gemeinschaft und Unterstützung gehen weit darüber hinaus. Derzeit studieren 42 Priesteranwärter zwischen 25 und 50 Jahren in Lantershofen. Voraussetzung für das straff in Trimester untersteilte, vierjährige Studium, dem ein zwei- bis dreijähriger Pastoralkurs in der Gemeinde folgt, ist eine abgeschlossene Berufsausbildung. Auch dürfen bei ehemals standesamtlich Verheirateten keine Verpflichtungen mehr gegenüber ihren Kindern bestehen.

Der Subregens führte die Besucher auch ins „Herzstück“ von St. Lambert. Die bewusst schlicht gehaltene, architektonisch durchdachte Hauskapelle vermittelt Geborgenheit. Nichts lenkt vom Wesentlichen, der Hinwendung zu Gott, ab. Einzige „Bilder“ im abgesenkten ovalen Altarraum mit dem Halbrund der Bänke: ein Kruzifix und ein goldener Strahl. Drei Stufen geht es hinab, „eine Einladung, dass wir von unserem hohen Ross steigen“. Im „Magen“, dem hellen freundlichen Speiseraum, war den Besuchern der Kaffeetisch bereitet. Ihren zahlreichen Fragen begegnete Dr. Schögl mit großer Offenheit, Informationen und persönlichen Aussagen. Vereinsvorsitzender Karl-Friedrich Amendt sagt ihm dafür Dank und übereichte als traditionelles Vereinspräsent zwei Flaschen Ahrwein.

Dr. Manuel Schögl, Subregens des Studienhauses St. Lambert (Mitte), mit den Denkmalfreunden vor der Hauskapelle. -HG-

Dr. Manuel Schögl, Subregens des Studienhauses St. Lambert (Mitte), mit den Denkmalfreunden vor der Hauskapelle. Fotos: -HG-

Der Sinziger Denkmalverein gewann interessante Einblicke im Priesterseminar.

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