Zurück zu den Wurzeln
Zweite Sitzung der Rievkooche im Saal des Bad Bodendorfer Winzervereins
Bad Bodendorf. Volle Hütte und knisternde und erwartungsfrohe Spannung bei der zweiten Rievkooche-Sitzung im Saal des Winzervereins. Denn die junge Karnevalsgesellschaft hatte mit der Ankündigung der Proklamation einer Alternativen Tollität für eine bestens funktionierende Gerüchteküche im Dorf gesorgt.
Und kurz vor Mitternacht wurde es dann aus dem Hut gezaubert: Das ultimative alternative Dreigestirn. Mit „Prinz Martin Federic von Anhalt“ (Martin Unkelbach), „Ohs grazile Lieblichkeit“ Juffer Jürgenia (Jürgen Klapperich) und „sing Deftigkeit Buur Lutz“ (Lutz Baumann). Nach den strengen Regeln des „ernsten Karnevals“ wirkten die drei übrigens gewollt ein wenig unseriös. So wie aus einer frühen Stunksitzung entkommen. Um im Bild der Zeit zu bleiben: ein Prepaid-Dreigestirn für die tollen Tage.
„Bei uns ist das anders, weil die KG anders ist“, erklärte KG-Chef Jürgen Werf, der ja auch als Moderator und nicht als Sitzungspräsident auf der Bühne wirkte. „Der Saal ist ausverkauft“, hieß es bei den Verantwortlichen der Rievkooche. Und die hatten nach langen Manöverkritiken zur Premiere das Konzept der Sitzung noch einmal umgebaut. Sowohl organisatorisch als auch mit einem früheren Sitzungsbeginn um 18.11 Uhr. Ansonsten galt das, was sich viele Jecken in Bad Bodendorf gewünscht hatten. Mehr Bütt, mehr Klatsch und Tratsch aus dem Dorf. Zurück zu den Wurzeln also.
Dies lieferten zu Beginn der Sitzung „Dörte Dummschätzina und Über Andereleut“ alias Susi und René Beyreuther und wie kreativ Bad Bodendorfer bei Langeweile sind, zeigten die KG-Mitlieder bei „Riverdance op Kölsch“.
Dass Bodendorfer, wenn sie sich treffen, gern ins Märchen erzählen geraten, parodierten Ortsvorsteher Alexander Albrecht, Christa Bell, René Beyreuther, Katja Effelsberg-Kohzer, Rebecca Pauly und Norbert Rönn, bei „Rotkäppchen in völlig neuem Glanz.“ Zum festen Inventar des Sitzungsgeschehens zählten natürlich die Tanzgruppen den Blau-Weißen.
Die Blue Berrys, die Blue Stars und natürlich Blue Velvet glänzten mit ihren Show- und Gardetänzen. „Jede KG in Kölle wäre stolz auf Euch“, so Jürgen Werf nach dem süßen Auftritt der Blue Velvets. Samt Gefolge und Stadtsoldaten stattete der Sinziger Prinz Michael II. (Kappl) als „echte Tollität“ einen Besuch ab. Zwei „Büttenknaller“ folgen dann noch zum Abschluss des Programms. Nach einjähriger Pause kam Norbert Rönn wieder als einer aus dem Niemandsland mit einem schönen Gagfeuerwerk mit Bodendorfer Bezügen. Und „Neues aus dem Dorf als musikalischer Rückblick“ war eine Glanzleistung von Birgit Odenwald.
Von den Anfängen in der Theater AG des Rhein-Gymnaisum über die Jahre als Profi auf deutschen Kabarett-Bühnen feiert sie in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum - und war ganz schön bös in der Bütt. Stadtchef Wolfgang Kroeger (Der Betonlächler aus dem Rathaus), der Dorfmetzger und auch die Feuerwehr bekamen im dörflichen Geschehn ihr Fett ab. Da saß einiges direkt und mit der Härte einer Klitschko-Gerade.
Man darf das, wenn man wie Odenthal die Fähigkeit zum sich selber auf die Schippe nehmen mit auf die Bühne bringt. Ein ebenso grandioser, wie ungewöhnlicher Höhepunkt der Sitzung. Dann hieß es aber „Dalli-Dalli“ zum Saalumbau und hinein in die Rievkooche-Party. Und auf eines freuen sich die Jecken in Bad Bodendorf dann ja auch ganz besonders. Auf den Mondscheinumzug am kommenden Freitag, der mit Tausenden Besuchern ja auch zum Triumphzug für das ultimative, alternative Dreigestirn werden soll. BL
Das „ultimative alternative Dreigestirn“. Foto: privat
„Märchenerzähler“ Alexander Albrecht mit dem Vorsitzenden der KG. Foto: RÜ
