Lokalsport | 20.11.2018

Kunstturnvereinigung Koblenz schafft den Klassenerhalt

32:30-Sieg im Abstiegskrimi

Schall-Team turnt mit hochklassigem Wettkampf gegen das KTT Oberhausen auf Platz fünf

Jubel bei der KTV Koblenz: Mit dem 32:30-Sieg über das KTT Oberhausen schaffte das Team den Klassenhalt in der zweiten Kunstturn-Bundesliga und erreichte den fünften Platz in der Abschlusstabelle.

Oberhausen/Koblenz. Von der Papierform her war es ein Entscheidungswettkampf um den Abstieg aus der zweiten in die dritte Kunstturn-Bundesliga. Was die Zuschauer in der vollbesetzten Sporthalle der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Oberhausen allerdings zu sehen bekamen, war ein hervorragender Wettkampf auf allerhöchstem Zweitliganiveau. Dies belegen die erreichten Punktzahlen nach der herkömmlichen Wertung, bei denen die Mittelrheiner mit 296,10:295,30 ebenfalls die Nase vorn hatten. Nur der schon als Meister feststehende TuS Vinnhorst erzielte einen höheren Wert. Dass das Kunstturnteam (KTT) Oberhausen trotz der dritthöchsten Gesamtpunktzahl des letzten Wettkampftages den bitteren Weg in die dritte Bundesliga gehen muss, während die KTV Koblenz den fünften Platz der Abschlusstabelle belegt, zeigt die unglaubliche Leistungsdichte in der zweiten Kunstturn-Bundesliga in der Saison 2018.

Zwei Teams in Bestbesetzung

Obwohl neben der KTV Koblenz und dem KTT Oberhausen noch die TSG Grünstadt zum Kreis der potenziellen Absteiger gehörte, war für die Experten klar, dass der Verlierer des Wettkampfs in Oberhausen der künftige Drittligist sein würde. Entsprechend motiviert gingen die beiden in Bestbesetzung antretenden Kontrahenten zu Werke. Dabei erwischte das Team von KTT-Coach Sydnee Ingendorn den besseren Start. Angelo Schall verlor als Startturner am Boden lediglich einen Scorepunkt. Im zweiten Duell berührte Vladimir Klimenko nach dem Doppelsalto vorwärts mit einer Hand den Boden und gab weitere drei Scores an Oberhausen ab. Ivo Hofmann war gegen den Niederländer Bram Verhofstad chancenlos, sodass die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet bereits mit 9:0 führte, ehe Glenn Smink mit einer hervorragenden Darbietung den Verlust des ersten Geräts mit 4:9 noch einigermaßen erträglich gestalten konnte.

Auch das hart umkämpfte Turnen am Seitpferd entschied das KTT mit 5:4 für sich, da Alexander Heinrich seine ansonsten hervorragende Übung einmal unterbrechen musste. An den Ringen konnten die Rhein-Moselstädter den Spieß mit 9:4 umdrehen, wobei sie von einem Sturz des Oberhauseners Timo Balk profitierten. Zur Pause führte die Heimmannschaft also mit 18:17.

Sprung bringt ersten Vorsprung

Vladimir Klimenko und Glenn Smink brachten die KTV mit jeweils drei Scorepunkten am Sprung erstmals in Front, bevor Moses Guthke und Bram Verhofstad den alten Abstand wiederherstellten.

Gleich im ersten Duell am Barren geriet die KTV mit fünf Punkten in Rückstand, nachdem Alexander Heinrich nach einer exzellenten Barrenübung den Doppelsalto-Abgang nicht in den Stand bringen konnte. Stefan Salzmann trotzte seinem Gegner Andre Sauerborn mit einer fehlerfreien Übung ein Remis ab, ehe Vladimir Klimenko gegen Junioren-Kaderturner Michael Donsbach drei Punkte auf das Konto der Mannschaft von KTV-Trainer Ralf Schall buchen konnte. Nachdem der im KTV-Trikot turnende Niederländer Loran de Munck einen Scorepunkt gegen seinen Landsmann Rick Jacobs abgab, ging Oberhausen mit einem 29:26-Vorsprung in das abschließende Reckturnen.

Kosyanov mit Dreifachsalto

Gleich in der ersten Paarung konterte KTV-Turner Alexey Kosyanov seinen Gegner Andre Sauerborn mit einer sehr guten Übung, die er mit dem sehr selten gezeigten Dreifachsalto in den sicheren Stand beendete. Damit brachte er die Mittelrheiner mit 30:29 in Führung. Ivo Hofmann konnte mit einer fehlerfreien Darbietung den knappen Vorsprung durch ein Unentschieden gegen den KTT-Routinier Matthias Bramkamp verteidigen. Als Vladimir Klimenko trotz seiner mit vier Flugteilen gespickten Vorstellung einen Punkt gegen seinen niederländischen Gegner Rick Jacobs zum 30:30-Gleichstand abgeben musste, war die Spannung in der Halle förmlich mit Händen zu greifen. Inzwischen war bekannt, dass Grünstadt uneinholbar gegen Großen-Linden führte, sodass das letzte Duell am Reck über Abstieg und Klassenerhalt entscheiden musste.

In dieser Situation bewies der 22-jährige Angelo Schall Nerven wie Drahtseile, als er seine anspruchsvolle Reckübung fehlerfrei präsentierte und mit dem Doppelsalto vorwärts in den sicheren Stand beendete. Sein 20-jähriger Gegner vom KTT, Moses Guthke, zeigte ebenfalls keine Schwäche, musste sich aber aufgrund seines etwas geringeren Ausgangswertes mit zwei Scorepunkten geschlagen geben.

Natürlich kannte der Jubel im Koblenzer „Team vom (R)Eck“ nach Bekanntgabe des Ergebnisses keine Grenzen. Gleichwohl mochte sich Angelo Schall nicht als „Matchwinner“ feiern lassen: „Ich war nur der letzte Turner in einem tollen Team“, zeigte sich der Koblenzer Lehramtsstudent als Meister der Untertreibung.

KTT Oberhausen - KTV Koblenz: 30:32 Scorepunkte; 7:5 Gerätepunkte; 295,30:296,10 nach herkömmlicher Wertung; Boden 9:4; Seitpferd 5:4; Ringe 4:9; Sprung 6:6; Barren 5:3; Reck 1:6.

KTV Koblenz: Stefan Salzmann (3 Scorepunkte), Vladimir Klimenko (6), Loran de Munck, Alexander Heinrich, Ivo Hofmann, Angelo Schall (5), Raphael Alt, Glenn Smink (7), Alexey Kosyanov (11).

Jubel bei der KTV Koblenz: Mit dem 32:30-Sieg über das KTT Oberhausen schaffte das Team den Klassenhalt in der zweiten Kunstturn-Bundesliga und erreichte den fünften Platz in der Abschlusstabelle.

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