Fußball-Rheinlandliga, 18. Spieltag
450 Zuschauer kamen auf ihre Kosten
SG Eintracht Mendig/Bell – TuS Mayen 3:3 (1:1)
Mendig. Was für ein Derby am 18. Spieltag der Fußball-Rheinlandliga: Nach einer hochklassigen und gegen Ende sogar dramatischen Partie trennten sich die SG Eintracht Mendig/Bell und der TuS Mayen vor 450 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße mit einem 3:3 (1:1). Das Ergebnis war über die gesamten 90 Minuten sicherlich gerecht, allerdings kam der Treffer der Gäste zum 3:3 zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit durch einen umstrittenen Foulelfmeter zustande.
„Für den neutralen Beobachter war es natürlich eine spektakuläre Begegnung. Wir hatten Phasen im Spiel, die mir nicht so gefallen haben, vor allem die ersten zehn Minuten jeder Halbzeit, in denen wir viele falsche Entscheidungen getroffen haben“, äußerte sich Mayens Trainer Sebastian Thielen während der obligatorischen Pressekonferenz. Eine Hereingabe von Marcel Berg konnte Joachim Akwapay nach fünf Minuten allerdings nicht zum 1:0 für die Eintracht über die Linie drücken.
Erstes Tor fiel aus dem Nichts
Das erste Tor fiel so auf der anderen Seite, „fast wie aus dem Nichts“, wie Thielen später zugab. Lukas Mey, der die Abwehr der Gastgeber zusammen mit Niklas Weis immer wieder vor Probleme stellte, nahm aus 20 Metern mit seinem starken rechten Fuß Maß und traf zum 0:1 (14.).
Nur 120 Sekunden später verhinderte SG-Torwart Jan Heinemann in einer Eins-gegen-eins-Situation gegen Weis mit einer glänzenden Fußabwehr das durchaus mögliche 0:2. „Das 1:0 hatte uns schon in die Karten gespielt. Wenn wir bei der zweiten Szene kaltschnäuziger sind, nehmen wir noch mehr Druck aus dem Derby“, so Thielen.
Bestraft wurden die Mayener bereits sechs Minuten später, als Berg ein Missverständnis zwischen Tim Schneider und Torhüter Kevin Michel mit einem gefühlvollen Heber zum 1:1 ausnutzte.
Duplizität der Ereignisse im zweiten Abschnitt: Nach einem Traumpass von John Rausch scheiterte Milan Rawert zunächst aus kurzer Distanz an Schlussmann Michel (49.), auf der Gegenseite schoss Sebastian Fischer den Ball mit dem linken Fuß in den linken Winkel zur zweiten Mayener Führung (52.). Wenn Philipp Ries sieben Minuten später das leere Tor getroffen und auf 1:3 gestellt hätte, wäre das Derby vielleicht sogar entschieden gewesen.
Führung hielt nur sechs Minuten
So aber blieben die Mendiger im Spiel und kamen zum zweiten Mal zum Ausgleich: Nach einem herrlichen Flügelwechsel von Niklas Heinemann spitzelte Berg die Hereingabe von Rawert mit der Fußspitze über die Linie. In der Schlussphase nahm die Partie noch einmal so richtig Fahrt auf. Analog zum 2:2 bugsierte diesmal Lars Bohm eine Flanke von Rawert zum 3:2 ins Netz, Michel hatte beim Herauslaufen vielleicht etwas zu lange gezögert (82.). Die erste Mendiger Führung an diesem Nachmittag sollte aber auch nur sechs Minuten halten. Nach einem Foul von Kodai Stalph an Weis zeigte der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt. Den Strafstoß verwandelte Marcel Löhr sicher zum 3:3. „Es war ein intensives Spiel, wobei wir bei den ersten beiden Gegentoren schlichtweg gepennt haben“, meinte Stalph, Innenverteidiger und Co-Trainer in Personalunion. „Wenn ich die Entstehung des 3:3 sehe, dann ist das Ergebnis für uns im Endeffekt allerdings sehr enttäuschend.“
SG Eintracht Mendig/Bell: Jan Heinemann, Milan Rawert, Kodai Stalph, Florian Schlich, Björn Gilles, John Rausch, Manuel Oster, Marcel Berg, Lars Bohm, Niklas Heinemann, Joachim Akwapay (62. Mustafa Madanoglu).
TuS Mayen: Kevin Michel, Sebastian Fischer, Michael Daub, Marcel Löhr, Tim Schneider, Philipp Ries, Eike Mund, Tobias Uhrmacher (90. + 5 Jörg Jenke), Tim Krechel, Lukas Mey (74. Christopher Hallfell), Niklas Weis.
Schiedsrichter: Fabian Schneider (Grafschaft).
Zuschauer: 450.
Torfolge: 0:1 Lukas Mey (14.), 1:1 Marcel Berg (22.), 1:2 Sebastian Fischer (52.), 2:2 Marcel Berg (64.), 3:2 Lars Bohm (82.), 3:3 Marcel Löhr (88., Foulelfmeter).
Vorschau
Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Samstag, 24. November, um 14.30 Uhr bei den Sportfreunden Eisbachtal.
Nächste Aufgabe für den TuS Mayen: am Freitag, 23. November, um 19 Uhr gegen den FSV Salmrohr.
450 Zuschauer verfolgten das Derby an der Brauerstraße und bekamen dabei auch spannende Zweikämpfe zwischen Lukas Mey (am Ball) und Milan Rawert zu sehen. Meys Mannschaftskollege Tim Schneider (hinten links) kann nicht mehr eingreifen.
Im letzten Moment kann Tim Krechel vor dem zweifachen Mendiger Torschützen Marcel Berg klären, Schlussmann Kevin Michel muss nicht eingreifen.
