Badminton-Europameisterschaften 35+ bis 70+ in Slowenien
5.Platz im Damendoppel für Brigitte Prax
Grippaler Infekt und Zerrung stoppte weitere Ambitionen der Unkeler
Unkel. Die beiden Urgesteine des Badmintonsports, Brigitte und Dieter Prax (SV Unkel) ließen es sich nicht nehmen, nach ihrer Qualifikation bei den deutschen Meisterschaften auch dieses Jahr den sportlichen Höhepunkt mit der Teilnahme an den Europameisterschaften zu erleben. Im mehr als 1000 Kilometer entfernten Podcetrtek/Slowenien trafen sie auf über 1000 andere Teilnehmer sowie knapp 40 Schieds- und Linienrichter aus insgesamt 36 Nationen. Sie erlebten schöne Begegnungen auf und neben dem Spielfeld in einem Sport- und Wellnesszentrum, wo sich freundliche und aufgeschlossene Menschen um das Wohl der Sportler kümmerten. Einziger Minuspunkt war, dass die Halle zwar mindestens 12 Meter hoch war, es aber nur rund 100 Sitzplätze für die 1000 Spieler gab, sodass man in den ersten Tagen kaum die Spiele der anderen verfolgen konnte. Stattdessen widmete man sich zwangläufig dem Erkunden der wunderschönen Natur und der Kultur rund um den nur 3500 Einwohner zählenden Austragungsort. Auffallend war, dass die Dominanz der Engländer und Schweden gebrochen wurde und unter anderem Nationen wie Frankreich und die Niederlande wie Phönix aus der Asche plötzlich in vielen Altersklassen erfolgreich mit um die Medaillen kämpften. Noch nie kämpften in den einzelnen Disziplinen so viele Mitkonkurrenten!
Guter Start
Einen guten Start erwischten in den ersten Tagen die beiden Erpeler in den deutschen Farben und bewies ihre Daseinsberechtigung bei den Besten Europas: Brigitte Prax und Claus-Peter-Lienig legten am Eröffnungstag im Mixed O 65 einen Dreisatzsieg gegen zwei aus Asien stammende Franzosen vor. Am nächsten Tag hatte sie an der Seite von Monika Regineri im Damendoppel O 65 mit ihren englischen Gegnerinnen, darunter die amtierende Europameisterin im Mixed, weniger Probleme als erwartet, denn sie gewannen glatt in zwei Sätzen und erreichten das Viertelfinale und somit den 5. Platz. Ihre beiden Ehemänner versuchten es erstmalig auch zusammen im Doppel und waren erfolgreich, denn sie besiegten in zwei Sätzen ein Doppel aus Tschechien.
Siegeszug wurde jäh beendet
Doch dann beendete ein grippaler Infekt jäh den Siegeszug von Brigitte Prax und auch Dieter vermeldete eine schmerzhafte Zerrung im eigentlich gesunden Bein. „Mit Kopf- und Halsschmerzen und einer laufenden Nase kann man leider keine Höchstleistungen zeigen“, resümierte Brigitte nach ihren knappen Dreisatz-Niederlagen bei wenigen fehlenden Punkten für Siege in allen drei Disziplinen an den nächsten drei Wettkampftagen. Von Herzen freut sie sich über den Titelgewinn ihrer beiden deutschen Sportfreundinnen Zeiß und Krüll im Damendoppel O 65. Wie groß demnach auch ihre Chancen in diesem Jahr waren, zeigt sich darin, dass sie die neuen Titelträgerinnen bei der DM noch im Halbfinale geschlagen haben! Dieter stellte sich auch noch seinen Gegnern und war vor allem im Doppel mit 19:21 nur knapp im dritten Satz dem späteren Europameister im Mixed aus England unterlegen. Slowenien war eine Reise wert, so lautet das Fazit der beiden SV´ler, die nach ihrem Ausscheiden noch die packenden Halbfinal- und Endspiele mitverfolgen und Freundschaften auf internationaler Ebene knüpfen konnten. Nicht vergessen darf man die Höchstleistungen der Schieds- und Linienrichter, die rund um die Uhr mit einem Lächeln, aber auch mit großer Strenge die Spiele leiteten und dabei Schwerstarbeit mit Ausdauer verrichteten. Sie alle halfen gemeinsam mit den vielen anderen Turnierverantwortlichen und Helfern mit, auch diese Europameisterschaft für alle zu einem rundum schönen Erlebnis werden zu lassen.
Brigitte und Dieter Prax beim Maskottchen der EM.
