SV Rot Weiß Queckenberg
Abelings Freistöße wie purer Goldstaub
Queckenberg. Nach dem Spiel humpelte Declair vom Platz, Mundorf wurde von zwei Mannschaftskameraden gestützt, Schmieder spielte ohnehin die komplette zweite Hälfte mit bandagierter Hand.
Rücker war zu diesem Zeitpunkt bereits mit lädiertem Oberschenkel ausgewechselt und leckte genau wie die ausgepumpten Pesch und Klemm am Spielfeldrand seine Wunden. Um es kurz zu machen, die Queckies krochen auf dem Zahnfleisch von dem Tennenplatz in Rösberg.
Doch trotz aller Schmerzen waren die Queckenberger nach 90 Minuten Schwerstarbeit einfach nur glücklich, hatte sei doch in ihrem Reisegepäck einen ganz wichtigen Auswärtspunkt verstaut. Die ersten 25 Minuten gegen den SSV Rösberg konnte die Mannschaft aus Queckenberger getrost mit schwarzer Kreide in die Esse schreiben. So wähnten sich alle Mitgereisten in der "dritten Halbzeit" des Spieles gegen Azadi Bonn, so sehr ähnelte die schwache Vorstellung des RWQ der Leistung aus der Vorwoche. Daher war es nur eine Frage der Zeit, wann der Gastgeber endlich in Führung gehen würde, und in der 20. Minute war es schließlich soweit. Doch diesmal erweckte der Rückstand die totgeglaubten Fußballgeister aus der Voreifel und es entwickelte sich eine zwar nicht unbedingt hochklassige dafür aber temporeiche, hart umkämpfte und sehr emotionale Begegnung zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Die immer besser ins Spiel findenden Rot Weißen erspielten sich sogar nach einer halben Stunde ein leichtes Übergewicht, und Mundorf konnte nach einem feinen Abeling-Freistoß per Kopf den SSV-Keeper zum ersten Male überwinden (35.). Leider schaltete die Müller/Kurek-Truppe nun einen Gang zurück, und die Heimelf bestrafte das allzu zaghafte Spiel mit dem erneuten Führungstreffer kurz vor dem Halbzeitpfiff (42.).
Zweite Halbzeit
Nach dem Wechsel wurde die Leidensfähigkeit aller Freunde des Queckenberger Fußballs auf eine extrem harte Probe gestellt. Obwohl die Queckies sowohl dem Gastgeber als auch den immer heftiger zürnenden Wettergöttern mit breiter Brust Paroli bot, erhöhte Rösberg nach einer Stunde auf 3:1. Jedoch wollte das Rot Weiße Lager hier keine Niederlage akzeptieren und biss sich regelrecht zurück in die Partie. In der 70. Minute nahm Geimer eine Raffino-Vorlage an der Mittellinie auf, ließ sich von niemandem aufhalten und hämmerte die Kugel vom rechten Strafraumeck unhaltbar zum Anschlusstreffer in den Winkel. Nur sieben Minuten später war es wieder der rechte Läufer der Voreifler, der den Ball von der Grundlinie in den Rösberger Strafraum spitzelte und in Sturmtank Gümüs einen gnadenlosen Vollstrecker fand. Fünf Minuten vor Ultimo versetzte allerdings die erneute Führung der Gastgeber den Rot Weißen einen herben Nackenschlag. Kurz nach dem Rückstand legte sich wieder einmal Abeling die Kugel zum Freistoß zurecht, doch sein Geschoss verfehlte das Ziel um wenige Zentimeter. In der Nachspielzeit durfte der Libero noch einmal ran, und zwang diesmal den Keeper zu einer Glanzparade. Als die Szene bereits geklärt schien, fällte der SSV-Torhüter aus unerklärlichen Gründen den eingewechselten Declair wie einen Baum. Dem aufmerksamen Schiedsrichter blieb daraufhin keine andere Wahl, als diese grobe Unsportlichkeit mit Rot und Elfmeter zu ahnden. Käptn Mundorf höchstpersönlich übernahm jetzt die Verantwortung und belohnte die großartige kämpferische Einstellung aller Queckies mit dem viel umjubelten Ausgleich (91). Feiern konnte die Queckenberger Mannschaft den verdienten Auswärtspunkt leider nicht. Zu sehr hatten die Wetterkapriolen und das hitzige Gefecht den Rot Weißen zugesetzt. Doch sind sich die Verantwortlichen sicher, dass dieser Erfolg zu gegebener Zeit auch noch gebührend gewürdigt wird… Aufstellung: Schmieder – Haas, Abeling, Becker – Klemm, Rücker – Geimer, Mundorf, Raffino, Pesch – Gümüs; Verstärkung: Schorn, Declair, Kurek; Eiserne Reserve: Kolvenbach
