SV Rot Weiß Queckenberg
An der Sensation geschnuppert
SV Rot Weiß Queckenberg - SC Muffendorf II 3:1
Queckenberg. Der Anpfiff des in Ehren ergrauten, und fast immer auf Ballhöhe agierenden Meyer war gleichbedeutend mit einem Signal zur Attacke zwischen dem SV Rot Weiß Queckenberg und dem Spitzenreiter SC Muffendorf II. Die Queckies wollten unbedingt ihren Sensationssieg aus der Vorrunde wiederholen und den abermals zahlreich erschienenen Anhang für dessen Treue reich beschenken.
Die rot-weißen spielten sich zunächst in einen wahren Angriffsrausch. Als nach fünf Minuten Bures nur per Foul im Sechzehner zu stoppen war, schnappte sich Cipera die Kugel und krönte mit einem krachenden Vollspanngeschoss in die Maschen den fulminanten Auftakt. Damit warf nun auch der Favorit seine zunächst abwartende Haltung über Bord, und es entlud sich ein packendes, kampfbetontes aber auch sehenswertes Gefecht, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten. Während die Gäste einmal das Spielgerät quasi an P. Wattys Querbalken schweißten, musste der SC sogar zweimal tief durchatmen. Zunächst wurde von Sturms Schädeltreffer wegen vermeintlichen Abseits die Anerkennung verwehrt (22.). Nur wenige Umdrehungen des Minutenzeigers später rettete ein Abwehrspieler für seinen geschlagenen Schlussmann auf der Linie. Nach ungefähr 30 Minuten hatten die Bures-Buben alle Pfeile aus ihrem Köcher verschossen und mussten fortan dem Höllentempo merklich Tribut zollen. Muffendorf seinerseits wollte nun unbedingt den Ausgleich. Doch das Winterschnäppchen Döring brillierte in seiner RWQ-Premierenpartie als Libero und schmiedete mit seinen Mannen einen eisernen, uneinnehmbaren Verteidigungsring. So überstand man die letzte Viertelstunde schadlos und japste mit der knappen Führung in die Pause.
Zweite Halbzeit
Die zweite Hälfte sah die Gäste weiter im Angriffsmodus, doch der Watty-Kasten war weiterhin verriegelt und verrammelt. Leider griff in der 55. Minute der Schiedsrichter womöglich spielentscheidend ins Geschehen ein: als P. Watty einen Ball aufnahm, der zuvor einem SC-Stürmer von der Picke gespitzelt wurde, ahndete der schwarze Mann dies als unerlaubten Rückpass.
Der darauf folgende indirekte Freistoß aus sieben Metern wurde unhaltbar zum Ausgleich versenkt, und man sah nun über so manchem Kopf der Einheimischen wütende Fragezeichen aufsteigen. Jetzt zog sich der Tabellenführer etwas in sein Schneckenhaus zurück und lauerte dort auf Konter. Die Queckies nutzten die sich bietenden Räume und schwärmten aus, um ihren Torhunger zu befriedigen. Leider spielte man dabei zu sehr die offensive Karte aus. Die taktisch clever agierenden Gäste mussten nur in die immer öfter aufreisenden Lücken hineinstoßen. So fiel das 1:2 direkt nach einer missglückten Flanke, neun Minuten vor Ultimo. Obwohl Leifer mit einem Usain Bolt-verdächtigen 80-Meter-Sprint den Gegner am eigenen Sechzehner beinah noch hatte stellen können, blieb am Ende der SC-Stürmer Sieger. Dass der kleine Wühler hier die Blutgrätsche nicht auspackte, verdient ein Extralob! Nun löste der Gastgeber seine Abwehr vollständig auf, bis auf Rotbart P. Watty tummelte sich alles in der gegnerischen Hälfte. Doch die eigenen Aktionen wurden auch aufgrund des vorher extrem leidenschaftlichen und aufopferungsvollen Kampfes immer fahriger und unsauberer zu Ende gespielt. So kam denn schließlich doch, was kommen musste – in der 86. Minute erhöhte Muffendorf auf 3:1, abermals nach einem schnellen Umschaltspiel. Trotz dieser Niederlage war Rittmeister Bures hoch zufrieden mit der Leistung seiner rot-weißen Husare. Die nächste Aufgabe führt den RWQ am 29. April nach Bonn, wo ab 15 Uhr das Flüchtlingsprojekt Jawanan II wartet. Bereits am 1. Mai gastiert mit dem SV Siwsttal ein weiteres Schwergewicht der Liga auf dem Mount Queck zur gewohnten Zeit um 15 Uhr. Aufstellung: P. Watty – Savas, Döring, von Sturm – Klimaszewski, Klemm, Kaya, Uygur, Bures, Cipera, – A. Watty. Verstärkung: Leifer, Münch. Eiserne Reserve: Jörger, Fahrenbruch, Claßen, Keshikashvili, Declair.
