Oldies der Ü-60 Ahr
Auf Bergtour in Berchtesgaden
Berchtesgaden. Nach einer einjährigen Pause wollten die Bergwanderer der Ü-60 Ahr in der letzten Augustwoche noch einmal hoch hinaus.
Erklärter Höhepunkt sollte der Watzmann sein, immerhin zweithöchster Berg Deutschlands. Zunächst führte die Eingehtour vom Ortsteil Schönau zum Königssee und zurück. Am nächsten Tag wurden mit einer gemütlichen Wanderung von Ramsau zum Hintersee die ersten Höhenmeter in Angriff genommen. Der sogenannte Ramsauer Malerweg entlang der Ramsauer Ache bietet nicht nur eine imposante Flusslandschaft, er führt auch zu den Entstehungsorten von Werken vieler bekannter Maler zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Am Ende des Tages blieb noch Zeit für einen Besuch des bekannten Berchtesgadener Salzbergwerks.
Der zweite Tag sollte es dann in sich haben. Ab Marktschellenberg führte der erste Teil der Wanderung in etwa vier Stunden zur Toni Lenz-Hütte. Nach der verdienten Stärkung ging es weiter, vorbei an einer zu besichtigenden Eishöhle, zum Salzburger Hochthron (1.852m). Unzählige leiterartige Stufen führten dabei teils am Fels entlang und durch den Berg. Nach einem sich lang erstreckenden Latschenkieferbereich mit viel Auf und Ab zeigte sich der Steig zum Gipfel des Geierecks (1.805m), bevor endlich die auf österreichischer Seite gelegene Untersbergbahn ins Blickfeld kam.
Allen fiel ein Stein vom Herzen, als nach rund 1.400 Höhenmetern und gut acht Stunden Wanderung die letzte Talfahrt gerade noch erreicht werden konnte.
Obwohl der berühmte dritte Tag eigentlich ruhiger gestaltet werden sollte, beschloss die Gruppe, nach einer erholsamen Wanderung entlang der Königsseer Ache ab der Dokumentationsstation Obersalzberg den Fußweg zum Kehlsteinhaus zu nehmen. Bei schwül-warmen Wetter erwartete die Gruppe nach der Bergankunft eine weniger erfreuliche Überraschung, da sie sich im Pulk von zahlreichen Touristen und langen Warteschlangen wiederfand. Ziel der nächsten Wanderung war dann - bei wesentlich weniger Tourismus - die Kallbrunnalm mit der Kallbrunn-Käserei. Auch wenn nur rund 600 Höhenmeter zu bewältigen waren, zog sich der Weg schier endlos. Nach mehreren Stunden endlich angekommen, konnten die in der Käserei vor Ort erzeugten Käsesorten genossen werden.
Das angestrebte I-Tüpfelchen der Wanderwoche war dann die Wanderung zum Watzmannhaus.
Da vorsorglich eine Übernachtung eingeplant war, konnten die mehr als 1.200 Höhenmeter bei schönstem Wetter in aller Gemütlichkeit bewältigt werden. Tolle Aussichten auf die umliegenden Berge und Täler sowie auf das Watzmannmassiv in verschiedenen Facetten belohnten die Mühen des Aufstiegs. Ein besonderes Naturschauspiel bot das Wetter am Abend, als bei einem mehr als eine Stunde dauernden Gewitter die Berge immer wieder durch grelles Blitzlicht erhellt wurden. Der Abstieg am nächsten Tag erfolgte wieder in herrlichem Sonnenschein.
Insgesamt konnte eine schöne Bergwanderwoche bilanziert werden, die mit mehr als 4.000 Höhenmetern in fünf Tagen und über 70 Streckenkilometern von den ungeübten Flachländern viel Kraft und Energie forderte.
