Fußball-Rheinlandliga, elfter Spieltag
„Auf dem Platz standen Krieger“
SG Eintracht Mendig/Bell - TuS Oberwinter 4:0 (2:0)
Mendig. Am elften Spieltag der Fußball-Rheinlandliga hat die SG Eintracht Mendig/Bell am vergangenen Mittwoch im Derby nichts anbrennen lassen. Vor 240 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße behielt die Mannschaft von Trainer Cornel Hirt gegen einen stark ersatzgeschwächten TuS Oberwinter mit 4:0 (2:0) die Oberhand. Der Sieg hätte noch deutlich höher ausfallen können. Furkan Kalin hätte die Gäste nach sieben Minuten allerdings in Führung bringen können oder vielleicht sogar müssen. Nach einem Stellungsfehler von Jörg Jenke stand der Neuzugang vom Ahrweiler BC allein vor SG-Schlussmann Niklas Nett, doch sein Heber ging um Zentimeter am linken Pfosten vorbei. „Ich habe den Ball unterschätzt und auch ein wenig ins Flutlicht geguckt“, räumte Routinier Jenke ein.
Sein Fehler sollte allerdings keine Folgen haben, ab der 20. Minute übernahmen die Gastgeber nach einigen Anlaufschwierigkeiten das Kommando. Zunächst setzte Abwehrspieler Florian Wirths den Ball in aussichtsreicher Situation knapp über das Tor (21.). „Ich hätte da schon das 1:0 machen müssen, diesen Anspruch habe ich an mich. Früher in der Jugend war ich schließlich Stürmer. Aber diesmal wollte er halt nicht rein“, meinte Wirths. Vier Minuten später fiel allerdings die verdiente Führung für die Eintracht. Nach einer herrlichen Kombination über Damir Mrkalj und Marcel Berg musste Milan Rawert nach der Hereingabe von rechts aus kurzer Distanz nur noch den Fuß hinhalten. 180 Sekunden darauf bewiesen die Mendiger, dass sie es auch über die linke Seite können. Nach einer glänzenden Einzelaktion bediente Sebastian Mintgen am langen Pfosten Mrkalj, der keine andere Wahl hatte, als den Ball zum 2:0 über die Linie zu drücken. „In fast allen bisherigen Spielen hat Oberwinter früh gepresst und ein hohes Tempo angeschlagen. Wir waren also gewarnt und sind nicht unruhig geworden“, erklärte Hirt nach der Partie. Nach Wiederanpfiff erhöhte Mintgen mit einem gefühlvollen Schlenzer auf 3:0 (58.), wiederum Mrkalj sorgte nach einem Fehler von TuS-Torhüter Benjamin Kauert für den 4:0-Endstand (76.). Selbst der Ehrentreffer war den Gästen nicht vergönnt: Sebastian Sonntag scheiterte in der 84. Minute am Pfosten.
Wegen Verletzungspech viel Erfahrung auf der Bank
„Wir sind personell arg gebeutelt. Am Sonntag haben uns neun, heute sogar zehn Spieler gefehlt. Wir hatten einen 49-Jährigen und einen 45-Jährigen auf der Bank“, wollte Oberwinters Trainer Tomas Lopez seiner Mannschaft keine allzu großen Vorwürfe machen. „Dennoch haben wir vor den Gegentoren zu einfache Fehler gemacht. Wenn du in der Pause mit 0:2 zurückliegst, ist es völlig klar, dass die Spieler in der zweiten Halbzeit nicht vor Selbstvertrauen strotzen. Wir werden uns durchbeißen, die Saison ist noch lang.“
Zufriedene Gesichter hingegen auf Mendiger Seite. „Wir mussten heute nicht unbedingt ein Mittelfeldspiel haben. Die fußballerischen Elemente haben gefehlt, aber es haben Krieger auf dem Platz gestanden. Ich war trotzdem froh, dass das 3:0 gefallen ist. Wenn wir den Anschlusstreffer kassieren, spuken die Spiele in Müden und gegen Linz wieder wie Gespenster im Kopf herum“, verdeutlichte Trainer Hirt. „Wir haben uns in dieser Saison von Spiel zu Spiel gesteigert und hätten heute noch mit zwei oder drei Toren höher gewinnen können. Ich bin mit unserer Entwicklung und dem Verlauf der Spielzeit sehr zufrieden“, erzählte Jenke. Rawert fügte vielsagend hinzu: „Bernd Brück hat bei der Kaderplanung das richtige Händchen gehabt. Wir sind keine Einzeldarsteller, sondern wir präsentieren uns als Mannschaft, und zwar auf und neben dem Platz.“
SG Eintracht Mendig/Bell: Niklas Nett, Florian Wirths, Matthias Strahl, Marcel Berg, Jeset Akwapay, Jörg Jenke (81. Cem Celik), Sebastian Mintgen (72. Tom Tiede), Daniel Bianco, Damir Mrkalj (82. Tobis Schmitz), Florian Schlich, Milan Rawert.
TuS Oberwinter: Benjamin Kauert, Muhammed Dogan, Tim Palm, Mario Brötz, Dane Irmgartz, Julian Merken, Fabian Gilles, Tobias Nuhn, Jonas Jaber (46. Yanik Saess), Sebastian Sonntag, Furkan Kalin.
Schiedsrichter: Athanasios Fasoulas (Ahrbrück).
Zuschauer: 240.
Tore: 1:0 Milan Rawert (25.), 2:0 Damir Mrkalj (28.), 3:0 Sebastian Mintgen (58.), 4:0 Damir Mrkalj (76.).
Auf der Sechser-Position ist Jeset Akwapay momentan nicht wegzudenken.
