HSG Rheinbach/Wormersdorf
Aufstiegsverzicht wird in Erwägung gezogen
Rheinbach. Bereits nach dem 4. Spieltag der aktuellen Saison titelte die deutsche Handballwoche im Bezug auf den verlustpunktfreien Regionalliga-Aufstieg aus dem Jahre 2010: „ Die HSG schreibt mit jungen Talenten die alte Erfolgsstory weiter“. Mit einem Durchschnittsalter von nur 21 Jahren verfügen die Rheinbacher über den jüngsten Kader der gesamten Oberliga. Hierbei handelt es sich um Spieler, die fast ausschließlich Rheinbacher Eigengewächse sind.
Trainer Dietmar Schwolow gab daraufhin zu Beginn als Saisonziel den sechsten bis achten Tabellenplatz aus.
Ein halbes Jahr später steht Schwolows „Fohlentruppe“ mit lediglich zwei Niederlagen in zwanzig Saisonspielen und fünf Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten TV Weiden seit Wochen auf Platz eins der Oberliga Mittelrhein. Mit einem möglichen Aufstieg in die 3. Liga West befasst sich der Vorstand der HSG Rheinbach/Wormersdorf bereits seit Wochen. Ob der Verein einen möglichen Aufstieg wahrnehmen würde, ist jedoch äußerst ungewiss.
Die heutige 3. Liga, unter der Federführung des DHB, ist nicht mehr mit der Regionalliga von vor drei Jahren vergleichbar. Kosten für den reinen Spielbetrieb (Schiedsrichter, Kampfgericht, Gebühren und Fahrtkosten) betragen mittlerweile für eine Drittligamannschaft etwa 30.000 Euro, annähernd die Summe, die momentan für den gesamten Spielbetrieb der vierten Senioren- und zehnten Jugendmannschaften aufgebracht werden muss. Entfernungen bis 400 km (z.B. Wilhelmshaven) sind bei Auswärtsspielen zu bewältigen. Hinzu kommt noch ein erheblicher organisatorischer Mehraufwand, bedingt durch die strengen Richtlinien des DHB.
Eine gestandene Drittligamannschaft benötigt einen Etat von mindestens 100.000 Euro. Ohne Unterstützung durch regionale Wirtschafts- bzw. Industriebetriebe ist für die HSG das Unternehmen 3. Liga kaum zu stemmen.
Entsprechende Signale fehlen leider bislang. Erschwerend kommt hinzu, dass ein stärkeres finanzielles Engagement des Stammvereins, dem Rheinbacher Turnverein, aufgrund verschiedener Rahmenbedingungen nicht möglich und leider auch nicht erwünscht ist.
Eine über mehr als zehn Jahre erfolgreiche Jugendarbeit wird somit in der Verwirklichung höherer sportlicher Ziele im Seniorenbereich aufgrund externer Einflüsse ausgebremst.
