SV Swisttal demonstriert für Spielbetrieb
Berechtigte Sorgen oder viel Lärm um nichts?
Widersprüchliche Signale aus dem Gemeinderat schüren Ängste bei den Sportlern
Swisttal-Morenhoven. War die Demonstration von rund 100 Vereinsmitgliedern des SV Swisttal die letzte Veranstaltung auf dem Sportplatz am Wehrbusch? In wenigen Tagen darf der Investor, der das gesamte Sportgelände von der Gemeinde erworben hat, mit den Abrissarbeiten am Vereinsheim beginnen und das Gelände für eine Bebauung mit bis zu 26 Häusern vorbereiten. Unter dem Aufruf „Reißen Sie ihr altes Haus ab, bevor Ihr neues steht …?“ wollten Vorstand, Mitglieder und Freunde des Vereins ihrer Sorge Ausdruck verleihen, dass ihr Verein heimatlos werden könnte. Zwar ist mit dem benachbarten SV Hertha in Buschhoven vereinbart worden, dass mit den drei Jugend- und drei Erwachsenenmannschaften dort trainiert und gespielt werden kann, bis im kommenden Jahr die neue Multifunktionsanlage spielbereit ist, aber genau hier beginnen die Sorgen der Verantwortlichen.
Aus Sicht des SV Swisttal kommen aus der Politik widersprüchliche Signale, ob wirklich mit einem rechtzeitigen Baubeginn an den neuen Spielstätten und dementsprechend mit einer Inbetriebnahme im Frühjahr 2015 zu rechnen ist. Andernfalls würde, so das Motto der Demonstration, aus dem „SV Swisttal ein SV Heimatlos“ werden. Die Befürchtungen der Sportler brachte der erste Vorsitzende Luigi Belgiovine auf den Punkt: „Es gibt keinen Projektplan, aus dem verbindlich hervorgeht, ab wann auf der neuen Anlage gespielt werden kann. Die Verwaltung hat die notwendigen Genehmigungen noch nicht erreicht, und die Politik möchte das laufende Projekt Multisportanlage ohne Not stoppen und schickt stattdessen die Abrissbirne.“ Der Verein fordert daher ein weiteres Nutzungsrecht auf dem bisherigen Sportplatz Morenhoven sowie eine verbindliche Zusage für den ersten Spatenstich für die neuen Sportstätten. Außerdem wird mehr Transparenz in den Planungen gefordert.
Uneinigkeit im Swisttaler Gemeinderat
Die Notwendigkeit einer neuen Sportanlage zwischen Buschhoven und Morenhoven war von Beginn der Planungen an umstritten. Schließlich hat Buschhoven eine ausreichende Spielstätte am Wiedring. Der Gemeinde geht es um die Vermarktung der Sportplätze in Morenhoven und Buschhoven, um dort neues Bauland zu schaffen, in das ein rund 5.000 Quadratmeter großes Grundstück am Wiedring mit einbezogen werden kann. Mit der Schaffung der Gemeinschaftssportanlage für Hertha Buschhoven und den SV Swisttal würde zudem ein Sportplatz wegfallen und die Vereine bekämen die gewünschten Kunstrasenplätze. Die Opposition hatte bereits in der vergangenen Ratsperiode bezweifelt, ob der Bedarf für die neue Anlage gegeben sei. Außerdem regte sich Widerstand vieler Buschhovener, insbesondere aus den angrenzenden Wohnbereichen. Die Ergebnisse der Kommunalwahl vor wenigen Wochen belegen dies sehr eindringlich. So war es nicht verwunderlich, dass insbesondere aus der CDU zahlreiche Kommunalpolitiker zu der Demo gekommen waren. Am 20. August steht im Bau- und Vergabeausschuss die Gemeinschaftssportanlage auf der Tagesordnung. Zwischenzeitlich versucht die Gemeindeverwaltung, die Gemüter zu beruhigen. Mit den Baugenehmigungen sei in Kürze zu rechnen und der erste Spatenstich sei für den Herbst 2014 vorgesehen.
