Lokalsport | 21.02.2018

SV Rot-Weiß Queckenberg

Bures schwingt den Taktstock

Rheinbach-Queckenberg. Mit mächtig Schaum vor dem Mund reiste der SV Rot Weiß Queckenberg zum Rückrundenauftakt nach Odendorf. Zu frisch wahren noch die Wunden und zu tief die grausigen Erinnerungen an die desolate Vorstellung im Hinspiel, als man daheim mit 0:7 von TuS Odendorf II gehörig Dresche bezogen hatte. Als unmittelbar nach Anpfiff die Gastgeber loslegten, als gäbe es kein morgen und es bereits nach fünf Minuten im Watty-Kasten schepperte, schwante einem zunächst nichts Gutes. Doch die Queckies ließen sich nicht zermürben, verfielen nicht in Angst und Panik. Ganz im Gegenteil spielten sie einen ruhigen Ball, nahmen die gegnerischen Angriffswogen auf wie ein Schwamm und zogen zunächst noch etwas unbemerkt aber schließlich immer energischer ihren eigenen Spielrhythmus auf. Nur 120 Sekunden nach dem Rückstand chippte Declair die Kirsche kurz vor der Mittellinie in den Lauf des durchstartenden Bures, und dieser ließ im eins-gegen-eins dem TuS-Schlussmann nicht den Hauch einer Chance. Von diesem Erfolgserlebnis beflügelt, legte der RWQ noch mal nach: weitere zwei Minuten später drehte A. Watty noch genialer Vorarbeit von Bures im zweiten Anlauf das Ergebnis vollständig. Nun brachen beinah alle rot-weißen Dämme. Bis zur 35. Minute gab es Chancen am Fließband. Klimaszewski, Declair, Bures, A. Watty, Klemm und von Sturm schnupperten allesamt am nächsten Treffer, belohnten sich und ihre Farben jedoch nicht für das Offensivfeuerwerk. Einmal schmatzte die Pille sogar vom Innenpfosten zurück ins Feld. Nach dieser regelrechten Sintflut beruhigte sich die Szenerie etwas und man wollte wohl bei herrlichem Kaiserwetter in die Kabinen spazieren. Dadurch überließ man den Einheimischen nun wieder mehr Raum und auch Ballbesitz, wodurch unmittelbar vor dem Habzeitpfiff der zu diesem Zeitpunkt nicht unverdiente Ausgleich begünstigt wurde (45). War schon der erste Durchgang ein wahres Appetithäppchen, so durfte man Hälfte zwei gern als Meisterwerk bezeichnen. Der an diesem Tage überragende Bures dirigierte seine Buben wie ein Orchestermeister, und man hatte teilweise das Gefühl, dass die Berliner Philharmoniker die Fußballschuhe angezogen hätten. Man tänzelte über das künstliche Grün, man streichelte das Bällchen oder aber man haute auch immer wieder gehörig auf die Pauke. Als nach 60 Minuten die völlig ausgepumpten Leifer und A. Watty Platz machten für Münch und Mücklich, wurde noch mal zum Finale furioso aufgespielt. Bis zur 63. Minute mussten sich die RWQ-Anhänger allerdings noch gedulden. Dann jagte Münch einem aussichtslos erscheinenden Zuspiel nach, trieb das Leder auf der linken Außenbahn bis zur Grundlinie, tunnelte sich dort quasi durch die gesamte TuS-Defensive bis in den Sechzehner und servierte prächtig für den am Fünfmeterraum lauernden Mücklich. Dieser schob gemütlich ein. Jetzt giftete zwar Odendorf, blieb jedoch meist zu hektisch und unkonzentriert. Falls dann doch mal der Abschluss gesucht wurde, war es einmal mehr P. Watty, der hinten dicht machte. Aber die Gäste wollten noch immer mehr. Den schönsten Treffer in diesem Spiel leitete einmal mehr der Maestro höchstpersönlich ein. Bures‘ butterweiche Flanke aus dem linken Halbfeld erwartete der bereits seit Sekunden in der Luft stehende Klimaszewski und schädelte unnachahmlich ein zum 2:4 (80.). Zwei Minuten später krönte sich Bures schließlich selbst für seinen Galaauftritt, indem er ein mustergültiges Mücklich-Zuspiel über die Linie drückte. Danach beteiligte sich der Gastgeber nicht mehr am Spielgeschehen. Dieser stumme Protest war nicht ganz unbegründet ob der ab und zu recht fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen. Da der Unparteiische mit seinen Entscheidungen jedoch beiden Seiten mehrmals das eine oder andere Rätsel aufgab, hatte seine Leistung definitiv keinen Einfluss auf den auch in dieser Höhe hochverdienten Sieg der Kerle von der Madbach. Nach dem perfekten Rückrundenauftakt werden die Queckies das Spiel analysieren und die zweifelsohne erkannten Fehler ansprechen. Denn will man zum Heimspielauftakt den nächsten Dreier einfahren, muss auf jeden Fall noch ein Zahn zugelegt werden. Schließlich erwartet man am 25. Februar ab 15 Uhr mit dem SV Swisttal die Torfabrik der Liga.

Aufstellung: P. Watty – Declair – Jentsch, von Sturm, Breuer – Klimaszewski, Klemm, Rücker, Bures, Leifer – A. Watty

Verstärkung: Wappenschmidt, Münch, Mücklich

Eiserne Reserve: Erol, Fahrenbruch

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