Hertha Buschhoven
Buschhoven überrollt Tabellenführer
Erbarmungslose Hertha mit Traumtoren zu Kantersieg
Bonn. In einem denkwürdigen Sonntagsspiel konnte die Hertha aus Buschhoven dank einer ausgezeichneten Leistung einen in der Höhe völlig unerwarteten 6:0-Auswärtssieg beim Tabellenführer Boluspor Bonn einfahren. Dabei zeigten die Gäste eine ihrer stärksten Auftritte der letzten Saisons und spielten sich in einen Rausch, der von sechs, teils außergewöhnlichen Toren gekrönt wurde.
Der Fußballtag begann wegen der früheren Anstoßzeit um 13 Uhr schon am späten Vormittag. Trainer Helmut Meller, der seiner Mannschaft angesichts der guten Bilanz des Gegners sichtlich angespannt gegenübertrat, entschied sich für eine Dreierkette und zwei Stürmer und forderte gegen den robusten Gegner eine kampf- und zweikampforientierte Einstellung von Beginn an.
Selten hat sein Team die Kabinenansprache mehr aufgesogen wie an diesem Sonntag, denn mit dem Anpfiff vom bis auf eine spätere Ausnahme guten Schiedsrichter Simon Stumpf begann die Hertha äußerst engagiert und hellwach das Geschehen auf der Bonner Asche zu kontrollieren.
Auf dem Boden und in der Luft wurde um jeden Zentimeter gekämpft, was die Gastgeber zu beeindrucken schien.
Die erste Gelegenheit für die Swisttaler ergab sich in der achten Minute. Mike Schröder schickte mit einem mustergültigen Zuspiel Timo Meller in die Tiefe, der den Ball einmal aufspringen ließ und anschließend aus halblinker Position unhaltbar in den linken Winkel hämmerte – Traumtor und 1:0 (8.).
Nur zehn Minuten hatte Boluspor Zeit diesen Sonntagsschuss zu verdauen, da kam Marco Meller im Zentrum in Besitz der Kugel, machte noch einige Meter gut und entschied sich aus zwanzig Metern wie sein jüngerer Bruder ebenfalls für einen Sonntagsschuss, der zur Freude der Buschhovener über dem Torwart hinweg im Netz einschlug – Traumtor und 2:0 (19.).
Dieses Mal hatten die Gastgeber nur drei Minuten Zeit sich vom 0:2 zu erholen, da bediente Thomas Schmidt nach langem Sprint den mitgelaufenen Martin Masbach der den Ball clever durchließ zum noch besser positionierten Timo Meller. Dieser ließ sich aus kurzer Distanz nicht zweimal bitten und vollendete eiskalt zum 3:0 nach nur 22 gespielten Minuten.
Bis zur Pause schraubte die Hertha das Ergebnis noch um ein Tor in die Höhe.
In der 34. Minute war der eben noch vorbereitende Thomas Schmidt selber erfolgreich, als er in einer konfusen Situation im Bonner Strafraum am schnellsten schaltete und den Ball ins leere Tor schob. So ging es mit einem 4:0 in die Pause.
Auch die zweite Hälfte war von eiskalter Effektivität geprägt
Die zweite Halbzeit begannen die Hausherren, nach einem letzten möglichen Wechsel, wie erwartet stürmisch. Aufseiten der Herthaner bekam Doppeltorschütze Timo Meller frühzeitig frei und wurde von Marco Weber ersetzt. Doch das Spiel glich weiterhin dem der ersten Halbzeit, denn nennenswerte Torabschlüsse konnten sich die Gastgeber trotz technisch und kämpferisch guter Aktionen nicht herausspielen. Torwart Klaus Pfeifer trug darüber hinaus in vielen Szenen zur souveränen Abwehrleistung bei, als er besonders nach Standards jeden Ball sicher aus der Gefahrenzone fausten konnte.
Aufseiten der Buschhovener beseitigte Thomas Schmidt kurz nach Wiederanpfiff schließlich die letzten Zweifel am zweiten Sieg im zweiten Auswärtsspiel, als er eine tolle Vorarbeit von Mike Schröder kaltschnäuzig zum 5:0 verarbeitete.
Damit war auch der Wille der Bonner gebrochen und das Spiel nahm seinen zunächst unspektakulären Lauf.
Auf dem Platz ging es später allerdings weiter kurios zur Sache, Abwehrchef Thomas Arenz tankte sich in unnachahmlicher Art und Weise mit einem Doppelpass bis in die gegnerische Hälfte und wurde von Thomas Schmidt perfekt bedient.
Arenz fackelte nicht lange und haute das Leder aus eigentlich ungünstiger Position volley über den verdutzen Torwart ins lange Eck – nächstes Traumtor: 6:0.
Letztlich blieb es beim 6:0, da die Mannen noch einige Einschussmöglichkeiten ausließen.
Den Herthanern wird es egal sein, denn nach der 1:5-Schmach gegen Oedekoven scheint das Team endgültig in der Saison angekommen zu sein und ist bereits auf Rang drei vorgerückt.
Das nächste Spitzenspiel steigt bereits am nächsten Sonntag um 15 Uhr in Buschhoven. Dann empfängt die Hertha die Zweitvertretung von Merl, die momentan mit zehn Punkten und 15 Toren aus vier Spielen den zweiten Tabellenplatz belegt.
Es spielte: Feifer – B. Meller, Arenz, Beese – Schmitz (70. Schuster), Mark. Masbach – T. Meller (46. Weber), Schröder (75. Schallenberg), M. Meller – Mart. Masbach, Schmidt.
