SV Rot Weiß Queckenberg verteidigt Tabellenspitze
Claßen’s Goldfinger halten den Sieg fest
SV Rot Weiß Queckenberg II : FC Pech II
Queckenberg. Nach 86 Tagen ohne Kreisligafußball auf dem Mount Queck wartete man hier schon sehnsüchtig auf die schönste Nebensache der Welt. Und genau wie im letzten Punktspiel 2018 hieß der Gegner FC Pech II. Das Herzrasen und Wutschnauben der Gäste konnte man schon lange vor deren Ankunft rund um die Fußballalm wahrnehmen, wurden sie doch im Hinspiel mit 5:1 recht deutlich und jederzeit hochverdient in ihre Schranken verwiesen. Der liebe Herrgott indes meinte es wirklich sehr gut mit allen Fußballjecken, tauchte er doch den Tempelberg in ein warmes Sonnenbad.
Der RWQ rauschte sich gleich nach Anpfiff in Fußballekstase, als wolle er das Ergebnis aus der Hinrunde noch einmal in die Höhe schrauben. Doch drei absolute Hochkaräter schepperten entweder ans Torgestänge oder an die Ballfanggitter. So rieb sich in der zehnten Minute der Queckenberger Fan-Clan verwundert die teilweise noch etwas rotgeränderten Augen. Das lag zum einen an der tags zuvor stattgefundenen 15. Horndesitzung, zum anderen jedoch auch am Führungstreffer der FC-Reserve.
Doch die Döring-Bures-Buben verstanden dies weniger als Nackenschlag, sondern vielmehr als finale Aufforderung zur erfolgeichen Verteidigung der Tabellenspitze.
Einen 40-Meter-Traumpass von Adlerauge Uygur pflückte Ring elegant mit dem Füßchen herab und überlupfte den etwas konfus herausstürzenden Pecher Schlussmann zum Ausgleich (12.). Danach versuchten beide Teams verstärkt, zum Abschluss zu kommen. Dabei entwickelte sich zwar ein wenig hochklassiges, dafür aber reinrassiges Bühnenstück auf roter Erde. Das spielerische Element wurde mehr und mehr vernachlässigt, um stattdessen dem Kampf mit offenem Visier zu frönen. So genügten zwei Geistesblitze von S. Bures für eine beruhigende 3:1 Halbzeitführung. Nach einer halben Stunde drückte Ring einen gefühlvollen Freistoßchip des Queckenberger Chefdirigenten über die Linie, um nur 300 Sekunden später nach abermaliger Bures-Vorarbeit einen lupenreinen Hattrick zu schnüren. Obwohl auch die Gäste zweimal die Pille hauchdünn neben den Claßen-Kasten setzten, registriere man eine verdiente Führung der Einheimischen, aufgrund zahlreicher weiterer Einschussmöglichkeiten.
Bot man schon im ersten Durchgang allenfalls fußballerische Hausmannskost, so würzte man jetzt nochmals kräftig und deftig nach, und zwar auf beiden Seiten. Zwar ergaunerten sich die Queckies abermals ein leichtes Chancenübergewicht, doch weder die Gebrüder Bures, noch Savas, Klemm, Ring oder Wappenschmidt machten den rot-weißen Deckel endlich auf den mächtig brodelnden Topf.
So jubelten schließlich die Gäste (60.), als die rot-weißen Defensivungeheuer einmal nicht ganz auf Ballhöhe agierten. Vorn hatte man stellenweise das Gefühl, dass die Sturmabteilung bereits in der Fastenzeit lebt, so großzügig, wenn nicht sogar grob fahrlässig, wurden beste Chancen ins Nirvana gejagt. In dieser Spielphase schien Dörings Haupthaar quasi im Zeitraffer zu ergrauen. In der 88. Minute hätte sich dieser Bruder Leichtfuß beinah noch bitter gerächt. Doch Mr. Goldfinger Dennis Claßen verlängerte seine Körpermaße um gefühlte 50 Zentimeter, kratzte einen bereits versenkt geglaubten Freistoß aus dem rechten Gambel, war auch beim Nachschuss blitzschnell zur Stelle und rettete so den knappen Vorsprung über die Zeit.
Mit seinem zweiten Hattrick in dieser Saison und mittlerweile 20 Toren läuft Martin Ring weiter heiß, während Uygur abermals fußballgottähnlich den eigenen Strafraum in einen Todesstreifen verwandelte. Zudem durften die Schlachtenbummler mit D. Bures den einzigen Winterneuzugang bestaunen; getreu dem Motto Klasse statt Masse verzichtete Kurek auf weitere Verstärkungen Damit verteidigten die Queckies ihre Tabellenführung und wollen diese auch nach Karneval verteidigen. Allerdings ist man vor dem nächsten Gegner gewarnt. Mit dem Tabellendritten FC Flerzheim II wartet immerhin ein Schwergewicht der Liga, Anstoß ist am 10. März um 12:45 Uhr.
Aufstellung: Claßen – von Sturm, Uygur, Breuer – Wappenschmidt, Declair, Klemm, D. Bures, S. Bures, Savas – Ring. Verstärkung: A. Watty, Cipera. Eiserne Reserve: Jörger, Erol.
Im Vorspiel erkämpften sich die Müllersburschen des SV Rot Weiß Queckenberg II ein mehr als beachtliches 0:0 gegen den FC Südstadt Bonn II. Die nächste Station für die Kerle um Fahl, Winkel, Konieczny und Co liegt in Rheindorf, wenn am 10. März ab 15 Uhr gegen den Ball getreten wird.
