Fußball-Rheinlandliga, erster Spieltag
Dama Kanoute kam, sah und traf doppelt
Aufsteiger SV Eintracht Mendig setzte sich gegen die SG Schneifel 2006 mit 3:1 (1:1) durch
Mendig. Einen besseren Start hätte sich der Aufsteiger nicht wünschen können: Zum Auftakt der Saison 2025/2026 in der Fußball-Rheinlandliga behielt der SV Eintracht Mendig nach einer überzeugenden Vorstellung gegen die SG Schneifel 2006 mit 3:1 (1:1) die Oberhand. Die Begegnung hatte sicherlich mehr als die 130 Zuschauer verdient, die sich auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße im Junglas-Baumaschinen-Stadion eingefunden hatten.
„Vom Charakter eher war das gar nichts von uns, wir waren ganz einfach nicht bereit. Wenn du am ersten Spieltag einer Saison eine solche Leistung abrufst, dann stimmt etwas nicht“, ging SG-Trainer Stephan Simon mit seiner Mannschaft hart ins Gericht. „Mendig hat uns mit simplen Mitteln überrascht, beispielsweise mit Chipbällen über die Flügel. Wir konnten froh sein, dass uns die Eintracht in der ersten Halbzeit am Leben gelassen hat.“
Bereits nach fünf Minuten lagen die Hausherren in Führung, Tim Montermann schloss einen Angriff über Niklas Heinemann und Brice Braquin aus kurzer Distanz zum 1:0 ab. 180 Sekunden später hatte Braquin schon den zweiten Treffer auf dem Fuß, doch er traf den Ball nicht richtig. Der bis dahin überraschende Ausgleich war SG-Torjäger Jan Pidde vorbehalten: Er vollendete zum 1:1 mit einem Volley-Aufsetzer ins lange Eck, Heinemann hatte den brandgefährlichen Stürmer nicht entscheidend attackiert. Anschließend liefen Montermann (17.) und Braquin (28.) allein auf das Gehäuse der Gäste zu, doch SG-Torhüter Dennis Kociol blieb bei beiden Eins-gegen-eins-Duellen siegreich. Auch bei einem abgefälschten Schuss von Leonard Zerwas hatte Kociol seine Finger im Spiel (30.).
„Grundsätzlich ist mir der 1:1-Ausgleich zu schnell gefallen, da waren wir zu hektisch“, monierte SV-Übungsleiter Damir Mrkalj. „Wir haben bei unseren vielen Möglichkeiten wieder mal Chancenwucher betrieben. „Bis zur Pause hätten wir 2:1, 3:1 oder sogar 4:1 führen müssen.“
Zu Beginn des zweiten Abschnitts verflachte die Partie ein wenig. Die Gelb-Rote Karte gegen Davis Spruds wegen Meckerns und Foulspiels (61.) spielte eher den Gästen in die Karten, sie konnten die Begegnung ausgeglichen gestalten. „Das ist in solchen Fällen fast immer so, es hat mich nicht überrascht. Wir waren läuferisch besser und konnten körperlich mithalten. Vor allem ging uns im Gegensatz zum Gegner nicht die nötige Puste zu“, so Mrkalj, der eine Viertelstunde vor Schluss ein glückliches Händchen bewies. Der Trainer wechselte den vom FC Cosmos Koblenz gekommenen Dama Kanoute ein, der sieben Minuten später mit einer herrlichen Einzelaktion die 2:1-Führung und schließlich 60 Sekunden vor dem regulären Abpfiff den 3:1-Endstand besorgte. In der Woche zuvor gab es Diskussionen über die Einsatzzeit des 24-Jährigen, der die Staatsbürgerschaft von Mali und die der Elfenbeinküste besitzt. „Ich möchte von Anfang an ran, weil ich Spiele entscheiden kann“, erklärte Kanoute gegenüber Mrkalj. Der meinte nur: „Dann bleibst du erst mal draußen und ich sage dir, wann du die Spiele entscheidest.“ Gesagt, getan.
SV Eintracht Mendig: Robin Rohr, Michael Koch, Pascal Zimmer, Alexej Eberhardt, Nikolas Groß (90. + 2 Adrian Medic)), Matthias Wengenroth, Leonard Zerwas (87. Meris Ramic), Teodor Slavov (75. Dama Kanoute), Niklas Heinemann, Tim Montermann (90. + 3 Joel Maas), Brice Braquin.
SG Schneifel 2006: Dennis Koziol, Philipp Bauer, Yannik Moitzheim (55. Nicolas Görres), Jan Pidde, Khaen Fuchs, Davis Spruds, Simon Reetz, Dans Darians Sprüds, Michael Zeimmes, Alexander Zapp (83. Ben Kerner), Philipp Bück (68. Christian Babendererde).
Schiedsrichter: Jan-Hagen Hengel (Gonzerath).
Zuschauer: 130.
Torfolge: 1:0 Tim Montermann (5.), 1:1 Jan Pidde (10.), 2:1, 3:1 Dama Kanoute (82., 89.).
Besonderheit: Gelb-Rote Karte gegen Davis Spruds (SG Schneifel 2006) wegen Meckerns und Foulspiels (61.).
Nächste Aufgabe für den SV Eintracht Mendig: am Freitag, 15. August, um 20 Uhr bei der Spvgg Wirges.
Nächste Aufgabe für die SG Schneifel 2006: am Samstag, 16. August, um 18 Uhr gegen den TuS Immendorf.
