Lokalsport | 05.08.2019

Spektakulärer Saisonauftakt in der Fußball-Rheinlandliga

Das Katz-und-Maus-Spiel endet mit einem echten Paukenschlag

SG Eintracht Mendig/Bell landet vor 500 Zuschauern an der Brauerstraße einen 5:0 (0:0)-Kantersieg über den Lokalrivalen TuS Mayen

Auch den überragenden John Rausch (am Ball) bekamen die Spieler des TuS Mayen (links Christopher Hallfell, rechts daneben Raphael Roenspies) nie in den Griff.Fotos: SK

Mendig. Was für ein Paukenschlag zum Auftakt der Saison 2019/2020 in der Fußball-Rheinlandliga: Vor 500 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße behielt die SG Eintracht Mendig/Bell im mit Spannung erwarteten Derby gegen den ewigen Rivalen TuS Mayen mit sage und schreibe 5:0 (0:0) die Oberhand. Die Niederlage für die auf ganzer Linie enttäuschenden Gäste hätte sogar noch höher ausfallen können. Nette Randerscheinung: Die Vulkanstädter grüßen nach dem ersten Spieltag von der Tabellenspitze.

„Hut ab vor der Leistung meiner Mannschaft, ich kann wirklich nur Komplimente an das gesamte Team verteilen“, gab SG-Spielertrainer Kodai Stalph, der sich selbst hinten rechts in die Viererkette beordert hatte, in japanischer Höflichkeit das Lob gleich weiter. „Wir sind von der ersten Minute bis zum Schlusspfiff geduldig geblieben. Nach vorn haben die Wege gepasst, nahezu alle zweiten Bälle gingen an uns. Kurz vor dem Pausenpfiff hat uns allerdings auch einmal das Glück zur Seite gestanden. Da konnten wir froh sein, dass wir nicht mit einem Rückstand in die Kabine gegangen sind.“ In der Nachspielzeit der ersten Hälfte lief TuS-Offensivkraft Lukas Mey allein auf das gegnerische Gehäuse zu, doch SG-Schlussmann Jonas Horn nahm ihm im letzten Moment mit einer Grätsche den Ball vom Fuß.

Zu diesem Zeitpunkt hätten die Gastgeber aber schon klar führen müssen. Marcel Berg fand nach nur sieben Minuten bei einem Schussversuch in TuS-Torhüter Kevin Michel seinen Meister, ebenso eine Viertelstunde später Manuel Oster bei einer Volleyabnahme. Gegen Björn Gilles, neben Berg als zweiter Stürmer aufgeboten, zeigte Michel nach einer halben Stunde erneut seine Klasse. Fünf Minuten später war er geschlagen, doch Abwehrspieler Tim Krechel beförderte einen Schuss von Gilles gerade noch so von der Torlinie. „Es war schon der Wahnsinn und grenzte fast an ein Wunder, dass wir mit einem 0:0 in die Pause gehen“, ließ der neue TuS-Trainer Patrick Baade die ersten 45 Minuten Revue passieren. „Wenn uns die Führung gelungen wäre, hätte ich mich echt schämen müssen.“

Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff erzielte die Eintracht das längst überfällige 1:0. Einen weiten Ball des überragenden John Rausch, in der Mittelfeldraute als Sechser mit viel Übersicht unterwegs, nahm Berg an und vollendete cool gegen Torhüter Michel. Dieser Treffer war so etwas wie der Türöffner. Fortan erstarrten die Gäste in kollektiver Ratlosigkeit wie das Kaninchen vor der Schlange. Nachdem SG-Kapitän Florian Schlich nach einer Ecke per Kopf an der Unterkante der Latte gescheitert war, drückte Mustafa Madanoglu den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (62.). Weitere 360 Sekunden später machte der linke Mittelfeldspieler Niklas Heinemann gegen seinen Ex-Verein den Deckel drauf. Oster (75.) und Gilles (85.) schraubten das Ergebnis in eine Schwindel erregende Höhe.

„Es hätte in der Höhe noch viel schlimmer kommen können. Wir haben heute nicht stattgefunden, weder gegen den Ball noch mit dem Ball. Auch wenn wir verletzungstechnisch dezimiert waren, darf uns so etwas niemals passieren“, redete TuS-Übungsleiter Baade nach der für ihn deprimierenden Partie Tacheles. „Es war von der ersten bis zur 90. Minute keine gute Vorstellung von uns. Der Gegner hat teilweise Katz und Maus mit uns gespielt. Für uns war es ein Tag zum Vergessen. Ich hatte nie das Gefühl, dass es sich hier um ein Derby handelt. Wir sind nur hinterhergelaufen und kamen nie in die Zweikämpfe. Wenn wir einmal in einen Zweikampf kamen, waren wir drei Minuten zu spät dran.“

Zu spät dran war zu Beginn der zweiten Halbzeit auch TuS-Stürmer Mey, der wegen Foulspiels vom souveränen Zweitliga-Schiedsrichter Benedikt Kempkes (Kruft) die Gelbe Karte sah. Zwei Minuten vor dem Abpfiff erwies Mey seiner Mannschaft einen Bärendienst. Wegen unsportlichen Verhaltens musste er mit Gelb-Rot vom Platz. Mit leichter Verzögerung, da der Unparteiische die erste Gelbe Karte zunächst nicht mehr auf dem Schirm hatte. Mey wird dem TuS Mayen nun im wichtigen Heimspiel gegen Aufsteiger SG Schneifel Stadtkyll fehlen. Das passte so richtig zu diesem (aus Sicht der Gäste) gebrauchten Tag.

SG Eintracht Mendig/Bell: Jonas Horn, Kodai Stalph, Florian Schlich, Florian Wirths, Takahiro Hidaka, John Rausch, Manuel Oster, Niklas Heinemann (81. Philipp Franzen), Mustafa Madanoglu (73. Milan Rawert), Björn Gilles, Marcel Berg (78. Alexander Huber).

TuS Mayen: Kevin Michel, Tim Schneider, Tim Gilles, Dennis Penk (57. Marcel Löhr), Raphael Roenspies, Niklas Weis (73. Nico Anheier), Lukas Mey, Christophe Bokumabi, Tim Krechel, Markus Thönnes (57. Nico Marx), Christopher Hallfell.

Schiedsrichter: Benedikt Kempkes (Kruft). Zuschauer: 500. Tore: 1:0 Marcel Berg (47.), 2:0 Mustafa Madanoglu (62.), 3:0 Niklas Heinemann (68.), 4:0 Manuel Oster (75.), 5:0 Björn Gilles (85.). Besonderheit: Gelb-Rote Karte gegen Lukas Mey (88., TuS Mayen) wegen Foulspiels und unsportlichen Verhaltens.

Nächste Aufgaben für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Mittwoch, 7. August, um 20 Uhr in der ersten Runde des Rheinlandpokals beim FC Alemannia Plaidt und am Sonntag, 11. August, um 15.30 Uhr in der Meisterschaftsrunde beim SV Windhagen. Nächste Aufgabe für den TuS Mayen: am Samstag, 10. August, um 17.30 Uhr gegen die SG Schneifel Stadtkyll.

Ein gelungenes Debüt: Spielertrainer Kodai Stalph (rechts) ließ Dennis Penk nicht nur in dieser Szene alt aussehen.

Ein gelungenes Debüt: Spielertrainer Kodai Stalph (rechts) ließ Dennis Penk nicht nur in dieser Szene alt aussehen.

Auch den überragenden John Rausch (am Ball) bekamen die Spieler des TuS Mayen (links Christopher Hallfell, rechts daneben Raphael Roenspies) nie in den Griff.Fotos: SK

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