Lokalsport | 22.05.2023

Fußball-Rheinlandliga, 33. Spieltag

Das große Zittern geht noch weiter

Nach dem 2:0 (0:0) im Derby gegen die SG Eintracht Mendig/Bell wurde der TuS Mayen vom Ergebnis der SG HWW Niederroßbach bis ins Mark erschüttert

So sehen tatsächlich Sieger aus: Der TuS Mayen (von links Tim Oliver Gilles, Bastian Decker und Torhüter Tim Scherrer) bezwang die SG Eintracht Mendig/Bell im Derby zwar mit 2:0 (0:0), muss nach dem überraschenden Auswärtssieg der SG HWW Niederroßbach aber weiter um den Klassenverbleib bangen.  Fotos: SK

Mayen. Wer steigt als fünfte Mannschaft aus der Fußball-Rheinlandliga ab? Diese Entscheidung wurde auf den 34. und letzten Spieltag vertagt, der am kommenden Samstag, 27. Mai, zeitgleich ab 17.30 Uhr ausgetragen wird. Der TuS Mayen erledigte mit dem 2:0 (0:0) im Derby gegen die bereits abgestiegene SG Eintracht Mendig/Bell zwar seine Hausaufgaben, wurde aber praktisch mit dem Abpfiff im Nettetal vom 2:1 (1:1)-Siegtreffer der SG HWW Niederroßbach beim favorisierten FSV Trier-Tarforst durch einen Treffer von Keigo Matsuda in der 90. Minute bis ins Mark erschüttert. Ein Unentschieden im Trierer Höhenstadtteil hätte den sicheren Klassenverbleib des TuS Mayen bedeutet.

So geht das große Zittern weiter, noch immer sind drei Klubs in der Verlosung. Der TuS Mayen (41 Punkte) ist beim sicheren Tabellenzweiten FC Cosmos Koblenz (und damit Teilnehmer an der Aufstiegsrunde zur Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar) zu Gast, die Partie wird auf dem Kunstrasenplatz an der Grundschule in Weißenthurm ausgetragen. Die SG Malberg (40 Punkte), am vergangenen Samstag dem FC Cosmos Koblenz deutlich mit 1:4 (0:2) unterlegen, muss die Reise zur SG Schneifel Stadtkyll antreten. Gespielt wird auf dem Rasenplatz in Ormont. Die SG Hoher Westerwald (39 Punkte) erwartet auf dem heimischen Kunstrasenplatz in Niederroßbach den FC Germania Metternich, die ebenso wie die SG Schneifel längst gesichert ist. Es gibt mehrere verschiedene Konstellationen. Ausgeschlossen ist, dass drei Vereine punktgleich sein werden. Landen zwei Teams punktgleich auf dem 14. Platz (Mayen/Niederroßbach, Mayen/Malberg oder Niederroßbach/Malberg), kommt es auf jeden Fall zu einem Entscheidungsspiel auf neutralem Gelände.

Der Sieg im Derby vor 315 Zuschauern auf dem Rasenplatz im Nettetalstadion war über die 90 Minuten gesehen verdient. Im ersten Abschnitt vergaben Niklas Weis (12,), Kevin Dreidoppel (27.) und der scheidende Spielertrainer Tobias Uhrmacher (35.) klare Möglichkeiten zur Mayener Führung. „In der ersten Hälfte war das gar nichts von uns, wir haben praktisch nicht stattgefunden“, ärgerte sich Eintracht-Trainer Vincenzo di Maio, der den Verein nach der Saison ebenfalls verlassen wird. „Wir sind erst viel zu spät wach geworden, das müssen wir uns auf jeden Fall ankreiden lassen.“

Früh wach waren gleich nach Wiederanpfiff die Gastgeber, Weis erzielte nach gerade einmal 50 Sekunden auf Vorlage von Dreidoppel das erlösende 1:0 (46.). Nach dem 2:0 durch Weis, der einen abgeblockten Schuss von Dreidoppel aufnahm und verwertete, schien die Messe gelesen (75.). Überraschenderweise bäumten sich die Gäste nach dem klaren Rückstand auf, der TuS schaltete in den Verwaltungsmodus: Ein Schuss von SG-Akteur Majdi Mahmud klatschte nur vier Minuten später an den Pfosten, ein Kopfball des eingewechselten Mats Weiler landete 120 Sekunden vor Schluss ebenfalls am Aluminium. Es hätte im Derby noch einmal spannend werden können. Dramatisch wurde es wenige Augenblicke später, als der Siegtreffer für Niederroßbach durchsickerte.

Egal, ob der TuS Mayen in der nächsten Saison in der Rheinlandliga oder in der Bezirksliga antreten wird, der Aderlass dürfte riesig sein. Nach dem Derby wurden neben den Spielertrainern Uhrmacher und Matthias Tutas auch Michael Daub, Steffen Schmitt, Tobias Loosen (er wechselt zur SG 2000 Mülheim-Kärlich), Uwe Unterbörsch, Michael Berg sowie Torjäger Weis offiziell verabschiedet.

TuS Mayen: Tim Scherrer, Steffen Schmitt, Tim Oliver Gilles, Michael Daub (22. Bastian Decker), Tim Schneider, Uwe Unterbörsch (90. + 2 André Groß), Tobias Uhrmacher (66. Leon Kohlhaas), Tim Krechel, Kevin Dreidoppel (90. Grace Lwakasi Balegamire), Niklas Weis, Matthias Tutas.

SG Eintracht Mendig/Bell: Robin Rohr, Nikolas Groß, Milan Rawert, Jacob Groß, Ali Mirzaie (68. Mats Weiler), Majdi Mahmud (78. Dennis Schuck), Niklas Heinemann, Tobias Emmerichs. Tim Montermann, Brice Braquin, Joachim Akwapay.

Schiedsrichter: Julian Jung (Eichelhardt).

Zuschauer: 315.

Tore: 1:0, 2:0 Niklas Weis (46., 75.).

Letzte Aufgabe für den TuS Mayen: am Samstag, 27. Mai, um 17.30 Uhr beim FC Cosmos Koblenz.

Letzte Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Samstag, 27. Mai, um 17.30 Uhr gegen den FSV Salmrohr.

Weder Ali Mirzaie (links) noch Tim Montermann (rechts) konnten den Mayener Torjäger Niklas Weis in dieser Situation stoppen.

Weder Ali Mirzaie (links) noch Tim Montermann (rechts) konnten den Mayener Torjäger Niklas Weis in dieser Situation stoppen.

So sehen tatsächlich Sieger aus: Der TuS Mayen (von links Tim Oliver Gilles, Bastian Decker und Torhüter Tim Scherrer) bezwang die SG Eintracht Mendig/Bell im Derby zwar mit 2:0 (0:0), muss nach dem überraschenden Auswärtssieg der SG HWW Niederroßbach aber weiter um den Klassenverbleib bangen. Fotos: SK

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