Lokalsport | 17.03.2022

Volleyball-Bundesliga: VC Neuwied77

Deichstadtvolleys: Mutlos in Wiesbaden

VC Neuwied77 – VC Wiesbaden: 1:3

Haile Watson setzt sich gegen einen Wiesbadener Einerblock durch. Foto: Detlev Gottwald

Neuwied/Wiesbaden. Mit 1:3 Sätzen (25:19, 20:25, 15:25, 11:25) unterlagen die Deichstadtvolleys in ihrem nominellen Heimspiel beim VC Wiesbaden. „Neuwied hat sich im Laufe der Saison stark verbessert und sehr gut aufgeschlagen“, gab Wiesbadens Trainer Benedikt Frank nach Spielende höflich zu Protokoll. „Wir sind deshalb nicht gut gestartet und mussten erst den Widerstand brechen…“ In der Tat überraschten zunächst die Gäste, die ihr Team umkrempeln mussten. Alexis Conaway fehlte, für sie rückte Haile Watson in den Mittelblock, Die rekonvaleszenten Maddy Halteman und Anna Church wurden nur sporadisch eingesetzt, Maike Henning half als Libera aus, was sie schon einmal in der letzten Saison, auch in Wiesbaden, getan hatte, dies allerdings noch in der 2. Liga. Sie bot dabei wieder eine überzeugende Leistung, die Grundlage für den überraschend deutlichen Gewinn des ersten Satzes war: Die Deichstadtvolleys konnten sich so auf eine solide Abwehr und Ballannahme stützen. Die von Benedikt Frank gelobten frechen Aufschläge setzten die als Spätstarter bekannten Hessinnen gehörig unter Druck. Neuwied konnte sich nach einer Abtastphase einen deutlichen Punktvorsprung erarbeiten und mit 25:19 einen in dieser Deutlichkeit nicht erwarteten Satzgewinn verbuchen, der dem Dutzend mitgereister Neuwieder, wenn auch äußerlich kaum erkennbar, Lust auf mehr machte.

Zweiter Durchgang: Gleich zu Satzbeginn brachte eine Serie an Nachlässigkeiten - doofen Fehlern - den Deichstadtvolleys einen Punktrückstand ein, der zwar noch zum 8:8 und 11:11 egalisiert werden konnte, besonders durch Einzelleistungen von Rachel Anderson, die später zur besten Neuwieder Spielerin gewählt werden sollte. Andererseits kamen Wiesbadens Angreiferinnen dank der eingewechselten Stellerin Jaimeson Lee immer besser in Fahrt, so dass sich ein deutlicher Satzverlust abzeichnete. Eine Aufschlagserie von Maddy Halteman führte noch einmal zu einer Ergebniskosmetik von 20:25. Wiesbaden glich nach Sätzen aus, die Partie schien, ein Comeback der Gäste vorausgesetzt, weiter offen.

Dazu sollte es nicht mehr kommen. Benedikt Franks Schützlinge hatten den Widerstand der Deichstadtvolleys bereits gebrochen. Wiesbaden war ab sofort in allen Belangen überlegen, Neuwieds zaghafte Angriffsversuche wurden Beute von Block und Abwehr, Wiesbadens Angreiferinnen demonstrierten ihre schlagtechnischen Möglichkeiten, die Neuwieder Punktausbeute blieb mit 12 bzw. 11 Punkten pro Satz mehr als überschaubar.

Neuwied hatte resigniert, was ihrem Trainer Dirk Groß besonders zusetzte: „Die heutige Niederlage haben wir durch unsere mentalen Aussetzer selbst verschuldet. Nach dem guten ersten Satz haben wir nicht durchgezogen und das Spiel im 2. Satz mental abgegeben. Unsere Stärke ist das Team als Ganzes und unsere Kampfkraft. Deshalb sind wir mit viel Emotionen ins Spiel gestartet, haben das Überraschungsmoment genutzt. Dann sind wir im 2. Satz einfach abgebrochen und haben nicht mehr das Beste gegeben, das fängt im Kopf an! Ich bin heute richtig unzufrieden, denn die Mannschaft ist inzwischen lange genug dabei, dass so etwas nicht passieren darf“, zeigte er seinen Ärger, nimmt aber gleichzeitig die Partie am Samstag ins Visier.

Zum Saisonausklang soll seine Mannschaft noch einmal zeigen, dass sie im Laufe der Zeit auch große mentale Fortschritte gemacht hat. Es stehen vor der Sommerpause noch vier Spiele in 10 Tagen an: Zuerst das letzte Heimspiel gegen SW Erfurt, dann geht es zweimal nach Dresden, einmal nach Vilsbiburg: Auf die Nordosttournee im Februar folgt jetzt eine Südosttournee…

Die Neuwieder Volleyballfreunde, die nicht in Wiesbaden dabei sein konnten, dürfen nach einer zerfledderten Saison jetzt noch einmal Neuwieds erste Bundesligamannschaft im Rhein-Wied-Gymnasium beklatschen: Auf jeden Fall gilt es, Aufstiegstrainer Dirk Groß seinen Dank für drei Jahre erfolgreiche Tätigkeit in der Deichstadt abzustatten und aus dem Bundesligadienst zu verabschieden. Dazu haben sich neben den Unterstützern der Deichstadtvolleys eine Reihe von Ehrengästen aus Politik und Sport angesagt, unter ihnen die Präsidentin des Sportbunds Rheinland, Monika Sauer und Fredi Winter, Sportfan und Landtagsabgeordneter a.D.

Auf sie und die Fans wartet mit Schwarz-Weiß Erfurt am Samstag, 19. März um 19 Uhr in der Sporthalle des Rhein-Wied-Gymnasiums ein Gegner, mit dem sich kampfstarke Deichstadtvolleys durchaus messen könnten. Im hinteren Mittelfeld stehend, darf sich die Truppe von Konstantin Bitter jedoch keinen Punktverlust mehr gönnen, will man noch in die Playoff-Ränge schlüpfen. Die Deichstadtvolleys ihrerseits haben zur Jahreswende im Hinspiel in Thüringen enttäuscht und wollen sich dafür rehabilitieren.

Auch die Mannschaft selbst, die sich oft mit ihrer unerschütterlichen Kampfstärke, auch gegen Spitzenteams, unter Volleyballkennern viele Freunde erworben hat, soll vor heimischem Publikum in den Sommerurlaub entlassen werden. „Immerhin sind die Spielerinnen seit Anfang August in Neuwied, hatten wegen der Pandemiewellen keinen Heimaturlaub und können sich nach der bevorstehenden anstrengenden Abschlusswoche auf ihre Familien und Freunde freuen“, lobt Geschäftsführer Manohar Faupel.

Tickets für den Volleyballabend gibt es im Internet und an der Abendkasse. Es gelten die 2G+-Regeln mit Maskenpflicht. Ungeimpfte können das Spiel auch auf sport1extra verfolgen. (hw)

Die Deichstadtvolleys: Church, Pollard, Marciniak, Henning, Barke, Anderson, Halteman, Watson, Bevan-Matias, Kamarah, Slover; Trainer: Dirk Groß

VC Wiesbaden: Kastrup, Großer, Wong-Orantes, Leweling, Topic, Große-Scharmann, Osterloh, Lee, Künzler, Wruck, Grabovski; Trainer: Benedikt Frank

Vor allem im 1. Satz hatte Rachel Anderson Grund zur Freude.  Foto: Detlev Gottwald

Vor allem im 1. Satz hatte Rachel Anderson Grund zur Freude. Foto: Detlev Gottwald Foto: Foto: Detlef Gottwald

Im Laufe der Partie setzten sich Wiesbadens Angreiferinnen, hier Lilly Topic, immer besser durch.  Foto: Detlev Gottwald

Im Laufe der Partie setzten sich Wiesbadens Angreiferinnen, hier Lilly Topic, immer besser durch. Foto: Detlev Gottwald Foto: Foto: Detlef Gottwald

Haile Watson setzt sich gegen einen Wiesbadener Einerblock durch. Foto: Detlev Gottwald Foto: Foto: Detlef Gottwald

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