Lokalsport | 18.09.2017

Torhüter Niklas Nett verspürte nach dem Sieg gegen seinen Ex-Verein eine innere Genugtuung

Der Erfolg hat manchmal viele Väter

Neben Matthias Strahl bot auch Jeset Akwapay (re.) im Spiel gegen die SG 99 Andernach (li. Nico Urbatzka) auf der Doppelsechs eine starke Leistung. SK

Mendig. Der 3:2 (1:0)-Erfolg der SG Eintracht Mendig/Bell im Derby der Fußball-Rheinlandliga über die SG 99 Andernach hatte viele Väter.

Jeset Akwapay und Matthias Strahl räumten auf der Doppelsechs richtig ab und erstickten jeglichen Spielfluss der Gäste im Keim. „Sie haben beide sehr clever gespielt“, fand auch Trainer Cornel Hirt lobende Worte.

Für die beiden Innenverteidiger Jörg Jenke und Kapitän Florian Schlich blieb die (offizielle) Anerkennung aus, doch in zahlreichen Luftduellen hatten sie dem gefährlichen und bulligen Andernacher Sturmführer Jan Hawel förmlich den Zahn gezogen. „Wenn ich ehrlich bin, dann brummt mir schon ein wenig der Schädel“, so Mannschaftsführer Schlich, der zahlreiche Freistöße aus dem Halbfeld und unzählige weite Einwürfe des baumlangen Andernacher Abwehrspielers Philipp Schmitz per Kopf aus dem Strafraum befördert hatte.

Für die kreativen Momente waren allerdings andere Spieler verantwortlich. Sebastian Mintgen präsentierte sich in glänzender Verfassung, schoss die Gastgeber mit 1:0 in Führung und legte das 3:1 - wenn auch ein wenig unfreiwillig - für Damir Mrkalj vor. Rückkehrer Mintgen holt seinen Trainingsrückstand mehr und mehr auf und nähert sich weiter seiner Bestform.

Die hatte Offensivkraft Mrkalj an seinem 27. Geburtstag schon parat, mit einem Doppelschlag zum 2:1 und 3:1 leitete er den Erfolg seiner Mannschaft ein. „Wenn du in der Nacht vor deinem Geburtstag von etwas träumst, dann von einer solchen Begebenheit“, ließ der 1,86 Meter lange Deutsch-Bosnier wissen. „Jetzt gibt es auf der Kirmes noch mehr zu feiern. Wichtig sind für uns allerdings die drei Punkte und vor allem die Art und Weise, wie wir den Sieg herausgespielt haben.“

Nicht direkt am Erfolg beteiligt war Torhüter Niklas Nett, doch er verspürte eine innere Genugtuung, schließlich hatte er die SG 99 Andernach in der vergangenen Saison im Streit verlassen und sich nach der Winterpause dem FC Plaidt angeschlossen. Im Sommer erfolgte schließlich der Wechsel zur SG Eintracht Mendig/Bell. Mittlerweile hat der 23-Jährige, der in Brohl-Lützing wohnt und in Bonn Anglistik studiert, seinen Status als neue Nummer eins bestätigt. „Ich bin total happy, das alles fühlt sich für mich schon sehr speziell an“, gab Nett einen Einblick in sein Seelenleben. „Schließlich habe ich in der B-Jugend, in der A-Jugend und vier Jahre bei den Senioren der SG 99 Andernach gespielt.“

In Mendig hat er Jan Heinemann abgelöst, der seine Karriere eigentlich beenden wollte. Nun will der Routinier aus Kottenheim seinen jungen Nachfolger, der bisher in allen acht Meisterschaftsspielen zwischen den Pfosten stand, in Zusammenarbeit mit Torwarttrainer Arno Rothbrust an die neue Aufgabe heranführen. „Wir ergänzen uns gut“, so Nett artig. „Von Jan kann ich im Endeffekt nur profitieren.“ Und somit natürlich auch die gesamte Mannschaft.

Gefangen im Netz: Torwart Niklas Nett will verhindern, dass Max Hilt nach dessen Treffer zum 3:2 den Ball schnell zum Anstoßpunkt bringt.

Gefangen im Netz: Torwart Niklas Nett will verhindern, dass Max Hilt nach dessen Treffer zum 3:2 den Ball schnell zum Anstoßpunkt bringt.

Erleichterung pur bei den Mendigern (v.li.) Niklas Nett, Marcel Berg und Florian Schlich.

Erleichterung pur bei den Mendigern (v.li.) Niklas Nett, Marcel Berg und Florian Schlich.

Neben Matthias Strahl bot auch Jeset Akwapay (re.) im Spiel gegen die SG 99 Andernach (li. Nico Urbatzka) auf der Doppelsechs eine starke Leistung. Fotos: SK

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