Der SV Swisttal feiert ein doppeltes Jubiläum: 60 bzw. 90 Jahre
Der Nachwuchs stand bei den Jubiläumsfeierlichkeiten im Mittelpunkt
Swisttal-Morenhoven. „Wir wollten kein aufgeblasenes Jubiläum feiern, sondern wir wollen unserem Nachwuchs, den Kindern und Jugendlichen hier im Bürgerhaus einen schönen Nachmittag bereiten“, erklärte Luigi Belgiovine, der erste Vorsitzende des SV Swisttal, das Ausbleiben der sonst bei einem solchen Termin üblichen Festtagsreden. Und Regina Belgiovine und Andrea Ohrem hatten sich da so einiges ausgedacht. Es gab eine elektrische Torwand, das stets beliebte Dosenwerfen, ein Kastenrennen, Eierlaufen und Sackhüpfen. Die Turngruppe unter der Leitung von Iris Kuchem und die Mini-Dance-Gruppe von Regina Belgiovine zeigten ihr Können und erhielten viel Applaus für ihre Vorträge.
Eine wechselvolle Historie in Miel und Morenhoven
Natürlich kam auch die Historie des SV Swisttal nicht zu kurz. Schon das „Doppeljubiläum“ 60 bzw. 90 Jahre verlangt nach Aufklärung. In einer Slide-Show dokumentiert das älteste Foto der Fußballmannschaft von 1926 bereits die lange sportliche Tradition. Aber die Anfänge reichen bis in den Vorgängerverein, einem Turnverein, zurück. Die Vereinschronik würdigt die unvergessliche „Menschenpyramide“, die 15 Turner aufbauten. Aber den Turnern blieb bald der Nachwuchs weg, 1922 wurde das letzte große Turnfest veranstaltet.
Englische Besatzungssoldaten hatten den Fußball auch in das Rheinland bis nach Morenhoven gebracht, die jungen Männer wollten nun lieber dem Ball hinterherjagen. Am 11. Januar 1923 setzten sich laut der mündlichen Überlieferungen die Fußballer in der Gastwirtschaft Quadt zusammen und gründeten einen richtigen Fußballverein mit dem beziehungsvollen Namen „Sportfreunde Morenhoven“. Einen Sportplatz gab es noch nicht, für die Heimspiele mussten nahe Wiesen und Weiden oder auch schon mal ein Stoppelacker herhalten. Aber auch die Leichtathletik hatte einen hohen Stellenwert, auf der 5.000-Meter-Strecke stellte der Verein 1925 und 1926 die Rheinlandmeister. Einen ersten Fußballplatz gab es dann im Bereich der heutigen Siedlung Königsberger Straße.
Wie fast überall in Deutschland musste der Spielbetrieb mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges eingestellt werden, viele Spieler mussten in den Krieg ziehen. Aber noch 1945 rollte auf Betreiben von Josef Adler der Ball wieder. 1950 löste der Spielverein den Sportverein ab, und 1954 wurde das heutige Sportgelände bezogen. Der SV Miel hatte sich 1954 gegründet, daher wird nun das „Doppeljubiläum“ gefeiert.
1974 folgte die Vereinigung zum SV Swisttal
Den 31. März 1974 bezeichnet die Vereinschronik als „Paukenschlag“. Der SV Morenhoven wurde aufgelöst, aber nur, um sich mit dem SV Miel zum SV Swisttal zu vereinigen. Aus den reinen Fußballvereinen wurde in den vergangenen Jahrzehnten ein Sportverein, der sehr darauf bedacht ist, den Bewohnern der beiden Ortsteile eine Vielfalt an sportlichen Aktivitäten zu ermöglichen. So können die derzeit rund 400 Mitglieder, darunter circa 120 Kinder und Jugendliche, neben dem Fußball Volleyball oder Badminton spielen oder in der Turngruppe oder der Mini-Dance-Gruppe mitmachen. Der Fußball ist aber weiterhin der „Kernbereich“ des SV Swisttal. Es gibt allein sechs Jugendmannschaften von den Bambini bis zur D-Jugend, dazu eine erste und zweite Herrenmannschaft sowie die Alten Herren.
Umzug auf die Gemeinschaftssportanlage ist für 2015 geplant
Da die Gemeinde Swisttal eine neue Gemeinschaftssportanlage zwischen Buschhoven und Morenhoven plant, musste der Spielbetrieb in Morenhoven zum 1. Juni eingestellt werden. Trainiert und gespielt wird nun in Buschhoven am Wiedring auf der Anlage von Hertha Buschhoven. „Wir hoffen, dass wir mit Beginn der nächsten Sommersaison auf der neuen Anlage spielen können“, ist Beisitzer Hartmut Kircher zuversichtlich.
Vivian und Virginia zeigten, wie es mit dem Reifen geht.
Der Sportplatz des SV Swisttal – hier soll bald gebaut werden.
