Interview mit Harald Heinemann, dem Vorsitzenden des Fußball-Rheinlandligisten SG Eintracht Mendig/Bell
„Die Entwicklung ist noch nicht beendet“
Der Verein will in der neuen Saison 2018/2019 vor allem die Zuschauer zurück an die Brauerstraße holen
Mendig. Fünf Spieler haben den Verein verlassen, vier Neuzugänge sind gekommen: Der große Umbruch ist beim Fußball-Rheinlandligisten SG Eintracht Mendig/Bell in diesem Jahr (endlich einmal) ausgeblieben. „Unsere Entwicklung ist noch nicht beendet“, verdeutlicht SG-Vorsitzender Harald Heinemann in einem Interview vor der sechsten Saison hintereinander in der höchsten Klasse des Fußballverbands Rheinland. „Wir glauben, dass wir auf einem guten Weg sind.“
Die Ränge 15, 14, 13 und 15 mit teilweise dramatischem Abstiegskampf: Die ersten vier Jahre in der Rheinlandliga haben viel Nerven gekostet. Nach Platz sieben in der Vorsaison liegt die Messlatte sicherlich hoch…
Harald Heinemann: Hunderte von Telefonaten wurden in den Spielzeiten geführt, als unser Nichtabstieg erst spät feststand. In dieser Sommerpause ging es vergleichsweise ruhig zu, weil wir erstmals frühzeitig planen konnten. Die Höhe der Messlatte hat sich aber nicht verändert. Wir wollen auch 2019/2020 in der Rheinlandliga vertreten sein. Wir haben uns meiner Meinung nach in der Klasse etabliert, aber ob es wieder einstellig wird, bleibt abzuwarten. Der Kader gibt das auf jeden Fall her. Wir müssen aber von Anfang an für Spannung sorgen und sollten nicht mit ein paar Niederlagen starten.
Außer Tobias Schmitz haben die Mannschaft und der Verein mit Damir Mrkalj, Sebastian Mintgen, Florian Wirths und zuletzt Jörg Jenke vor allem routinierte Kräfte verloren. Kommt die neue SG Eintracht Mendig/Bell nicht ein wenig grün daher?
Harald Heinemann: Die Erfahrung von 700 bis 800 Spielen in der Rheinlandliga ist weg, keine Frage. Trainer Cornel Hirt leistet aber sehr, sehr gute Arbeit. Ihm wird es gelingen, die jungen Spieler an die Rheinlandliga heranzuführen. Auf sieben oder acht Positionen werden die gleichen Akteure auflaufen, das Team an sich funktioniert bestens. Marcel Berg und Kodai Stalph, den wir als Co-Trainer an den Verein binden konnten, haben schon in der vergangenen Saison Verantwortung übernommen. Jetzt sind auch Spieler wie Niklas Heinemann, Matthias Strahl oder auch Malte Wedemeyer, der sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren bei uns prächtig entwickelt hat, in einer solchen Rolle gefragt.
Gibt es noch Positionen, auf denen personeller Handlungsbedarf besteht?
Harald Heinemann: Eigentlich nicht. Wenn sich ein neuer Spieler anbieten sollte, muss unser Trainer entscheiden, ob es passt oder nicht. Ich mache mir da keine Sorgen, er hat fast immer ein glückliches Händchen bewiesen.
Treiben den Verantwortlichen denn die rückläufigen Zuschauerzahlen Sorgenfalten auf die Stirn?
Harald Heinemann: Wir sind dahingehend schon ein wenig verwundert. Obwohl wir die Saison auf dem siebten Platz abgeschlossen und zwölf unserer 14 Siege an der Brauerstraße geholt haben, hatten wir weniger Besucher als in den Jahren zuvor. Ich will es mal ironisch sagen: Vielleicht hat ihnen der Abstiegskampf gefehlt. In der Saison 2014/2015 haben wir noch 101 Gegentore kassiert, in der abgelaufenen Spielzeit waren es gerade mal 55. Wir haben die Abwehr stabilisiert, nun wollen wir mit attraktivem Fußball die Zuschauer zurückgewinnen. Unsere Entwicklung ist noch nicht beendet.“
Beim ersten Training am Montag der vergangenen Woche stand für die Spieler eine lockere Laufeinheit an der Brauerstraße auf dem Programm.
Harald Heinemann, der Vorsitzende der SG Eintracht Mendig/Bell, freut sich auf die neue Saison.
