Fußball-Rheinlandliga: Mannschaft von Trainer Florian Stein darf weiterhin hoffen
„Die Hausaufgaben sind gemacht“
SG Eintracht Mendig/Bell - FV Engers 2:1 (1:1)
Mendig. Nach dem 2:1 (1:1)-Zittersieg über Oberliga-Aufsteiger FV Engers darf die abstiegsgefährdete SG Eintracht Mendig/Bell bei nunmehr 34 Punkten weiter vom Klassenverbleib in der Fußball-Rheinlandliga träumen. Der Rückstand auf Rang 15, der auf jeden Fall zum Nichtabstieg reicht und den momentan die SG Kyllburg/Badem/Gindorf mit 36 Zählern belegt, beträgt nur noch zwei Punkte. Die Eintracht muss noch in Neitersen und gegen Malberg ran, Kyllburg erwartet Betzdorf und reist nach Wirges. Auch Betzdorf und Windhagen sind noch mit in der Verlosung.
Als Stadionsprecher Hermann Krings das Ergebnis des Spiels zwischen der SG Mülheim-Kärlich und der SG Kyllburg (4:2), das zeitgleich stattgefunden hatte, verkündete, durfte der Mendiger Trainer Florian Stein ein weiteres Mal aufatmen. Zuvor hatte er lange um den knappen, aber verdienten Erfolg gegen den Meister zittern müssen. „Engers hat sicherlich keine Geschenke verteilt, die Mannschaft verfügt über eine brutale Qualität. Wir haben heute 110 Prozent gegeben, Engers nach den ganzen Feierlichkeiten vielleicht 90. Von daher ist der Sieg nicht unverdient.“
Wenige Torchancen zu Anfang
Über 20 Minuten lang sahen die 260 Zuschauer auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße eine zerfahrene Partie ohne nennenswerte Torchancen, die anschließend aber so richtig Fahrt aufnahm. Nach einem Zweikampf zwischen Malte Wedemeyer und dem Ex-Mendiger Alexej Eberhardt schnappte sich der Eintracht-Stürmer den Einwurf und bediente Marcel Berg. Der drang in den Strafraum und wurde von Daniel Fiege gestoppt. Regelwidrig nach Meinung von Schiedsrichter Ralf Volk aus Brey. Daniel Bianco ließ sich diese Chance nicht entgehen und schoss den Foulelfmeter mit seinem starken rechten Fuß ins linke untere Eck (24.).
Nur sechs Minuten später folgte die nächste strittige Situation. Lars Bohm kam nach einem Zweikampf mit Eberhardt im Strafraum zu Fall, doch diesmal blieb die Pfeife des Unparteiischen stumm. SG-Trainer Stein brachte es auf den Punkt: „Wenn er den ersten Elfmeter pfeift, gibt er den zweiten nicht, obwohl der vielleicht klarer war. Wenn er den ersten nicht gibt, pfeift er beim zweiten. So einfach ist das.“ Einfach war es auch in der 37. Minute für David Peifer, aus zehn Metern zum 1:1-Ausgleich zu vollenden. Bei einem riskanten Rettungsversuch zuvor gegen Faisal Aziz hatte SG-Torhüter Jan Heinemann dem Engerser Peifer den Ball unabsichtlich genau vor die Füße gespielt.
Gastgeber erhöhten das Risiko
Nach Wiederanpfiff erhöhten die Gastgeber das Risiko, schließlich hätte ihnen ein Unentschieden nur unwesentlich geholfen. Innerhalb von wenigen Se-kunden wurde zunächst ein Schuss von Bohm von der Linie geschlagen und ein Versuch von Wedemeyer im letzten Moment abgeblockt (48.). Ein Fernschuss von Niklas Heinemann strich um Zentimeter am Tor vorbei (54.), bei einer Möglichkeit von Berg stocherte Noel Schlesiger den Ball erneut von der Linie (56.). Nach genau einer Stunde erlöste Damir Mrkalj sein Team mit dem Treffer zum 2:1 aus kurzer Distanz.
In der Schlussphase mussten die Mendiger noch zweimal den Atem anhalten, auch weil es ihnen nicht gelang, noch „ein paar Nadelstiche zu setzen“, so Trainer Stein: Ein Kopfball von Sascha Kaiser nach einer gefühlvollen Flanke des eingewechselten Björn Kremer ging um Millimeter neben das Tor (72.), der ebenfalls eingewechselte Giovani Lubaki traf in der 90. Minute mit einem brachialen Linksschuss nur die Unterkante der Latte. Erst nach einer dreiminütigen Nachspielzeit war der Erfolg endlich unter Dach und Fach.
Fazit der Trainer
„Ich wusste, was hier auf uns zukommt. Meine Jungs haben alles gegeben, schließlich wollten wir uns nicht dem Vorwurf einer Wettbewerbsverzerrung aussetzen“, analysierte FV-Trainer Sascha Watzlawik, der am Mittwoch mit seinen Spielern den Aufstieg feiern durfte. „Die Mendiger hätten sich am Ende nicht beschweren dürfen, wenn uns noch das 2:2 gelungen wäre.“
Das war seinem Gegenüber zu diesem Zeitpunkt egal. „Wir hatten nach 24 Spielen elf Punkte und waren mausetot, nun dürfen wir zumindest hoffen, nicht mehr und nicht weniger“, so Stein. „Wir haben Mehring und Engers zu Hause geschlagen und dürften eigentlich nicht absteigen. Die Hausaufgaben sind gemacht. Sechs Punkte sind noch im Topf. Ich lehne mich mal aus dem Fenster: Mit 40 Punkten steigst du nicht ab.“
SG Eintracht Mendig/Bell: J. Heinemann, Spohler, Bianco, Mrkalj, Scjlich, Butte, Strahl, N. Heinemann, Bohm, Wedemeyer (57. Schikora, 90. + 2 To. Schumacher, Berg.
FV Engers: Linnig, Kneiper, Peifer, Freisberg (85. Kramer), Eberhardt, Naric (58. Kremer), Merkler, Kaiser, Schlesiger, Fiege, Aziz (63. Lubaki).
Schiedsrichter: Ralf Volk (Brey), Zuschauer: 260, Torfolge: 1:0 Daniel Bianco (24., Foulelfmeter), 1:1 David Peifer (37.), 2:1 Damir Mrkalj (60.).
Nächste Aufgabe für die SG Eintracht Mendig/Bell: am Samstag, 13. Mai, um 17.30 Uhr bei der SG Altenkirchen/Neitersen. Nächste Aufgabe für den FV Engers: am Samstag, 13. Mai, um 17.30 Uhr gegen den SV Mehring.
Ein ständiger Unruheherd: Malte Wedemeyer stellte die Engerser Abwehr (links Marian Kneuper, in der Mitte Christopher Freisberg) vor einige Probleme.
