Lokalsport | 13.10.2020

SV Rot-Weiß Queckenberg

Die Kobra beißt wieder

Queckenberg. Es sind eben immer wieder diese Derbys, die dem geliebten Fußballspiel eine ganz besondere Würze verleihen. Wenn dann der SV Rot-Weiß Queckenberg zum SC Rheinbach ins Städtchen reist, dann knistert es erst recht in der Luft.

Dabei erwies sich Dirk Döring als pfiffiger Scharfmacher, setzte er doch mit Viererkette hinten und Doppelspeerspitze voll auf Offensive. So kam es nicht von ungefähr, dass sich die Kerle von der Madbach bedeutend mehr Spielanteile eroberten und den Kasten der Gastgeber recht bald unter Dauerbeschuss legten.

Zwar begnügte man sich meist mit unansehnlichem Malocherfußball. Jedoch hatten alle Queckenberger, so wie es sich für ein Derby gehört, das Kämpferherz am richtigen Fleck und arbeiteten vorbildlich gegen Ball und Gegenspieler. So verbrachte P. Watty einen recht geruhsamen Arbeitstag zwischen den Pfosten, während seinem Gegenüber recht bald die Handschuhe qualmten. Als ein missglücktes Tackling der Einheimischen im eigenen Sechzehner deutlich hörbar krachend Sturmtank Ring dahinraffte, legte sich Cipera das Leder auf dem ominösen Punkt zurecht. Blieb der SC-Keeper zunächst Sieger im Duell eins gegen eins, verwertete der Jungspund den Nachschuss unhaltbar zur verdienten Gästeführung (22.).

Nachdem man auf diese Weise, zwar etwas unansehnlich dafür jedoch äußerst effizient, die totale Spielkontrolle übernommen hatte, stellte die Queckenberger Offensive in den letzten 500 Sekunden auf Trommelfeuer. Im Minutentakt flogen nun die Bälle der SC-Defensive um die Ohren. Allein das beruhigende 0:2 wollte einfach nicht gelingen.

Den Schwung nahmen die Döring-Bures-Buben unverständlicherweise nicht mit in den zweiten Abschnitt. Da obendrein nun auch die Präzision und die Konzentration flöten gingen, half man dem bereits am Boden liegenden Rivalen wieder auf die Beine. Zum Glück für die Gäste war dieser jedoch in seinen fußballerischen Mitteln arg eingeschränkt, so dass der behäbige RWQ die ihm gestellten Rätsel doch recht aufwandsarm lösen konnte und weiterhin alles im Griff zu haben schien.

Mit der Hereinnahme von Leifer wurde die etwas brachliegende Abteilung Attacke endlich spürbar belebt. Und in der 72. Minute blitzte dann sogar ein Hauch von Ästhetik auf: ein 40-Meter-Traumpass von Cipera fand Ring an der gegnerischen Grundlinie, der umspielte gleich mal drei Abwehrstangen und nestelte das Bällchen auf Schmitz, welcher sich aus Nahdistanz auch nicht lange bitten ließ.

Wer nun glaubte, der rot-weiße Drops wäre endgültig gelutscht, sah sich jedoch auf dem Holzweg. Da die Gastgeber nun aufmachten, ergaben sich zwar Räume und Gelegenheiten für drei Spiele. Doch die Queckenberger brachten das Kunststück fertig, sogar dreimal den verwaisten Kasten nicht zu treffen. Stattdessen belohnte sich der SC für seine große Moral mit einem feinen Schlenzer aus 20 Metern zum Anschlusstreffer (81.).

Nun begann das große Zittern. Hüben vergaben einmal mehr Bures, Schmitz, Leifer, Ring und Uygur teilweise tausendprozentige Chancen, und drüben kratzte Coskun kurz vor Ultimo den Ball von der Linie, den P. Watty schließlich in seinen Armen begrub. Als sich nach diesem schauderhaften Moment die Herzfrequenzen wieder runter takteten, spitzelte Bures ein letztes Mal den Ball in den Lauf von Ring. Nachdem der Altmeister an diesem Tage schon mehrfach seinen ersten Saisontreffer hätte erzielen müssen, bewies die Kobra endlich ihren gewohnt giftigen Biss und überlupfte aus 20 Metern den heraus geeilten Schlussmann zum Erlösung verheißenden 3:1 (92.).

Nach diesem extrem hartleibigen Abnutzungskampf brauchten die Queckenberger etwas, um sich über den soeben eingefahrenen zweiten Auswärtssieg doch noch freuen zu können. Schließlich bleibt man somit weiterhin ohne Verlustpunkt in der noch recht jungen Saison. Diesen Erfolg veredelte RWQ-Chef Kolvenbach, der frohe Kunde aus Buschhoven brachte, wo die Müllersburschen der RWQ-Reserve ein mehr als achtbares 2:2 erkämpften.

Erste Garde: P. Watty – Wappenschmidt, Uygur, Döring, Cipera – Schmitz, Bures, Klemm, Erol – A. Watty, Ring.

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