Lokalsport | 09.03.2020

Eishockeyclub „Die Bären“ 2016

Die Reise der Neuwieder geht weiter

Nach dreimaligem Ausscheiden gegen die Ice Dragons wurde der Spieß umgedreht – Endspielserie ab Freitag

Sie strahlten nach ihren sechs Toren förmlich um die Wette (von links): Stephan Fröhlich (zwei Treffer), Maximilian Wasser (ein Tor) und Kevin Wilson (drei Tore).Foto: privat

Neuwied. Alle waren sich einig, dass die Neuwieder Bären den Hebel umlegen müssen, als die Hauptrunde endete und die Pre-Playoffs der Eishockey-Regionalliga West ins Haus standen. Manche bekundeten Zweifel, dass die Mannschaft das nach einer durchwachsenen ersten Saisonphase schaffen kann.

Andere vertrauten der Mentalität der Mannschaft – vor allem sie selbst tat das. Der EHC „Die Bären“ 2016 hat im Halbfinale der Play-offs den Herford-Fluch gebrochen, nach dreimaligem Ausscheiden gegen die Ice Dragons den Spieß umgedreht und den Titelverteidiger mit einem „Sweep“ in die Sommerpause gefegt. Die Reise des EHC geht hingegen weiter. Ab Freitag spielen die Blau-Weißen im Endspiel entweder gegen die EG Diez-Limburg oder die Hammer Eisbären und greifen dann nach dem Titel. Schon jetzt haben die Deichstädter Geschichte geschrieben. Erstmals in der Geschichte des neuen EHC steht der Verein im Endspiel – und das absolut verdient. „Jetzt freuen wir uns auf einen freien Samstag und Sonntag“, sagte Trainer Leos Sulak nach dem glatten 3:0-Seriensieg gegen die Drachen. Wer hätte das vorher für möglich gehalten? „Entscheidend in dieser Serie war das knappe erste Spiel, in dem wir spät die Tore zum 3:2 und 4:2 geschossen haben. In Herford haben wir dann unsere bislang beste Leistung gezeigt. Da waren wir souverän und haben sehr, sehr gut gespielt“, sagte Sulak, der nach kurzem Nachdenken und Innehalten zum 8:4-Sieg vom Freitag meinte: „Und heute eigentlich auch.“ Sein HEV-Kollege Jeff Job musste nach den drei Play-off-Siegen gegen Neuwied in den Jahren 2017, 2018 und 2019 die ungewohnte Rolle des Unterlegenen einnehmen. Job erklärte das Ausscheiden seiner Mannschaft so: „Egal in welcher Sportart, die Leistungsträger und Leader müssen den Weg zeigen.

Bei Neuwied haben sie das getan, von meinen Leadern bin ich ein bisschen enttäuscht. Wir müssen vor der neuen Saison überlegen, was mir machen und dann sehen, ob es weitergeht.“

Beim EHC sind Spieler wie Jeff Smith oder Kapitän Stephan Fröhlich solche Führungsspieler, und genau diese beiden waren es, die Neuwied mit 2:0 in Führung schossen (7., 8.). Die Gastgeber hatten die Partie stürmisch eröffnet und schon in den ersten vier Minuten zwei Großchancen auf dem Schläger, sodass der zeitige Vorsprung auch das Bild auf dem Eis widerspiegelte. Maximilian Wasser lenkte in Überzahl einen Schlagschuss aus dem Hinterhalt sogar noch zum 3:0 ab (15.) – das war’s bereits für Herfords Schlussmann Kieren Vogel an diesem Abend und schließlich auch in dieser Saison. Er machte Platz für den Ex-Neuwieder Jendrik Allendorf.

Mit einer starken Einzelaktion verkürzte HEV-Topscorer Killian Hutt (20.). Sein Powerplaytor zum 3:1 bestätigte den Eindruck, dass der Meister von 2018 und 2019 lange Zeit nur in Überzahl Akzente setzte. Das Sulak-Team hingegen war ansonsten die spielerisch stärkere, griffigere und entschlossenere Mannschaft, die sich mit großem Aufwand und Einsatz auch das Quäntchen Glück erarbeitete. Kevin Wilsons Schlagschuss von der rechten Seite rutsche Allendorf durch (25.), dann kam Stephan Fröhlich im Gewühl vor dem Dragons-Tor zum Nachschuss und erhöhte auf 5:1 (28.).

Der Schlagschuss von Guillaume Naud zum 5:2 (35.) kam erneut mit Powerplay-Unterstützung zustande. Die Ostwestfalen drückten mit dem anschließenden Wechsel und besaßen die Gelegenheit zum 3:5, stattdessen stellte jedoch Wilson den alten Abstand wieder her (38.). Smith legte quer, Wilson musste die Scheibe von seiner Kelle nur noch abtropfen lassen. An der Konsole geht es nicht einfacher.

Herfords Trainer Job stellte im Schlussabschnitt um und beorderte den variabel einsetzbaren Naud aus der Abwehr in die Paradereihe neben Hutt und Gleb Berezovskij. Den ersten Stich setzte erneut die Heimmannschaft: Schahab Aminikia stand in der 45. Minute exakt dort, wo die Scheibe hin kam und schoss zum 7:2 ein. Neuwied war bereits in Partylaune, Herford ging „all in“. Zwei Unkonzentriertheiten führten das 7:3 durch Hutt (50.) und das 7:4 durch Maximilian Droick (53.) nach sich, obendrein kassierte der EHC wenig später innerhalb weniger Sekunden zwei Strafzeiten, aus denen Herford durch das Ziehen des Torhüters eine Sechs-gegen-drei-Situation machte.

Die Bären warfen sich in die Schüsse und überstanden diese brenzlige Situation. Als Dennis Schlicht und Daniel Pering von der Strafbank aufs Eis zurückkehrten, stellte sich immer mehr das Final-Gefühl ein, das mit Wilsons Empty-net-goal zum 8:4 (59.) endgültig Realität wurde.

Statistik

EHC Neuwied: Schrörs (ab 21. Köllejan) – D. Schlicht, Hellmann, Morys, Pering, Neumann, Scharfenort – Apel, Fröhlich, Etzel, Litvinov, Herz, Asbach, Wilson, Wasser, Müller, Aminikia, Smith, Aulie.

Schiedsrichter: Markus Eberl/ Marcus Hahn.

Zuschauer: 1204.

Strafminuten: 26 (plus Disziplinarstrafe gegen Pering) : 28.

Sie strahlten nach ihren sechs Toren förmlich um die Wette (von links): Stephan Fröhlich (zwei Treffer), Maximilian Wasser (ein Tor) und Kevin Wilson (drei Tore).Foto: privat

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