Dritte Runde um den Fußball-Rheinlandpokal ist ausgelost
Die SG Eintracht Mendig/Bell muss nach Dieblich auf den Hartplatz reisen
Die Begegnung beim A-Ligisten wird am Mittwoch, 19. September, um 19.30 Uhr angepfiffen
Mendig. In der dritten Runde um den Fußball-Rheinlandpokal muss die SG Eintracht Mendig/Bell am Mittwoch, 19. September, um 19.30 Uhr auf dem gefürchteten Hartplatz in Dieblich bei der SG Dieblich/Niederfell (Kreisliga A Koblenz) antreten. Obwohl der Rheinlandligist zwei Klassen höher angesiedelt ist, dürfte das Erreichen des Achtelfinals kein Selbstläufer werden. Mit der SG Gönnersdorf-Brohl und dem SV Anadolu Spor Koblenz konnte der A-Ligisten in der ersten und zweiten Runde bereits zwei Mannschaften aus der Bezirksliga Mitte aus dem Wettbewerb werfen.
In der zweiten Runde hatte sich die SG Eintracht Mendig/Bell im mit Spannung erwarteten Derby vor 435 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz im Waldstadion beim Bezirksliga-Aufsteiger TuS Fortuna Kottenheim mit sage und schreibe 8:0 (5:0) durchgesetzt. Im vergangenen Jahr war das Team von der Brauerstraße auf dem Kunstrasenplatz in Treis-Karden beim Bezirksligisten SG Müden in der zweiten Runde nach einer 2:0-Pausenführung überraschend mit 2:3 ausgeschieden. „Daran habe ich meine Spieler erinnert“, erklärte SG-Trainer Cornel Hirt nach dem souveränen Erfolg in der Nachbarschaft. „Sie haben meine Worte aufgenommen und die Partie nie zu einem echten Pokalspiel werden lassen.“
Die frühe Führung spielte den Gästen dabei natürlich in die Karten. Nach einem weiten Ball von Niklas Heinemann zeigte sich Lars Bohm vor Torhüter Bastian Müller kaltschnäuzig und erzielte das 0:1. Gerade mal drei Minuten und 15 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt von der Uhr.
Der Matchplan der Gastgeber, kompakt zu stehen und hinten möglichst lange die Null zu halten, war frühzeitig über den Haufen geworfen worden. Die beste (und einzige) Möglichkeit für die Fortuna vergab in der fünften Minute Sascha Engelmeier, der seine Karriere in der ersten Mannschaft nach der vergangenen Aufstiegssaison eigentlich beendet hatte und dem personell arg gebeutelten Verein (zumindest in diesem Pokalspiel) noch einmal aushelfen wollte.
Engelmeiers Kopfball lenkte SG-Torwart Jan Heinemann, der in Kottenheim wohnt und seine Elf aushilfsweise als Kapitän aufs Feld führte, gerade noch um den Pfosten.
Nach einem Doppelschlag genau nach einer halben Stunde war die Begegnung entschieden: Mustafa Madanoglu nach mustergültiger Vorarbeit von Björn Gilles (29.) und Philipp Geisen (30.), der von Madanoglu glänzend bedient worden war, trafen innerhalb von 60 Sekunden zum 0:2 und 0:3. Als Magomed Ibragimov auf 0:4 stellte (35.), war sich auch SG-Übungsleiter Hirt sicher, „dass uns so etwa wie in Treis-Karden nicht mehr passieren wird“.
Mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend (45. + 1) erhöhte Bohm, der den verletzten Malte Wedemeyer (Entzündung am Zeh) in der Sturmspitze vertrat, auf 0:5. Sehr zum Leidwesen von Johannes Stenz, der wegen einer fiebrigen Erkältung vom Spielertrainer zum Trainer mutierte: „In unserer jetzigen Situation war für uns nicht mehr möglich. 25 Minuten lang waren wir noch gut in der Ordnung, die vielen individuellen Fehler haben aber alles zunichtegemacht. Vielleicht ist der Erfolg auch um zwei oder drei Tore zu hoch ausgefallen. Das Ergebnis darf weder verwundern noch Panik hervorrufen.“
Nach Wiederanpfiff durfte Norman Olck sein Debüt für die Eintracht feiern, als er für Bohm eingewechselt wurde (52.). Olck war am Dienstag vor dem Spiel in Kottenheim (und somit drei Tage vor Ablauf der Wechselfrist) per Amateurvertrag verpflichtet worden.
Olck hatte zuletzt das Trikot des A-Ligisten SV Rheinland Mayen getragen und den Verein in der vergangenen Saison sogar noch zusammen mit Patrick Rölle trainiert. „In unserer Lage mit vielen verletzten und angeschlagenen Spielern wäre es fahrlässig gewesen, wenn wir uns nicht um ihn gekümmert hätten“, begründete Hirt diese Personalie.
Im zweiten Abschnitt nahm der Regen sintflutartige Formen an, was die Gäste nicht am Toreschießen hinderte. Wiederum Madanoglu mit seinem zweiten Treffer (55.), das eingewechselte Eigengewächs Alexander Huber (81.) und Ibragimov auch mit seinem zweiten Tor (86.) schraubten das Ergebnis in eine für die Fortuna doch empfindliche Höhe. Zwei dieser drei Treffer hatte ausgerechnet Olck mit vorbereitet.
Statistik
TuS Fortuna Kottenheim: Bastian Müller, Fabian Lung, Tobias Traubenkraut, David Berwanger, Mario Zäck, Johannes Theisen, Jan Malte Schröter, Kevin Schupp (46. Niklas Wintrich), Philipp Hendrix, Lars Assenmacher (69. Stefan Berresheim), Sascha Engelmeier.
SG Eintracht Mendig/Bell: Jan Heinemann, Milan Rawert, Matthias Strahl, Kodai Stalph, Philipp Geisen, Manuel Oster (52. Max Schlich), Niklas Heinemann, Magomed Ibragimov, Mustafa Madanoglu, Björn Gilles (59. Alexander Huber), Lars Bohm (52. Norman Olck).
Schiedsrichter: Marco Christmann (Morshausen) .
Zuschauer: 435.
Tore: 0:1 Lars Bohm (4.), 0:2 Mustafa Madanoglu (29.), 0:3 Philipp Geisen (30.), 0:4 Magomed Ibragimov (36.), 0:5 Lars Bohm (45. + 1), 0:6 Mustafa Madanoglu (55.), 0:7 Alexander Huber (81.), 0:8 Magomed Ibragimov (86.).
